Warum Investitionen in die Infrastruktur wichtig sind

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Zwischen der Autobahn A 4 und A 15 klafft in der Lausitz verkehrstechnisch eine gewaltige Lücke. Die Schienenwege auf der selben Route sehen mitnichten besser aus. Obwohl gute Verkehrsverbindungen für die wirtschaftliche Entwicklung eine herausragende Bedeutung haben.

>>McKinsey & Company<<

“Weltweit werden rund 2,3 Billionen Euro pro Jahr in Transportnetze, Energie, Wasser und Telekommunikation investiert – dies sind 3,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Diese Summe reicht jedoch nicht aus, um Verkehrschaos und Stromausfälle zu verhindern. Um mit dem erwarteten Wirtschaftswachstum bis 2030 Schritt zu halten, müssten jährlich knapp 3 Billionen Euro (das wären 3,8 Prozent des BIP) für Infrastruktur aufgewendet werden. Bis 2030 beträgt die erwartete weltweite Investitionslücke 4,7 Billionen Euro. Im Vergleich der G20-Staaten investiert Deutschland prozentual am wenigsten: Zwischen 2008 und 2013 waren es durchschnittlich nur 2,0 Prozent des BIP. Um den Bedarf bis 2030 zu decken, müsste Deutschland jährlich zusätzlich 0,4 Prozent des BIP (kumuliert bis 2030 160 Milliarden Euro) in Infrastruktur investieren. Das hat das McKinsey Global Institute (MGI) in einer neuen Studie mit dem Titel „Bridging Global Infrastructure Gaps“ errechnet. … Diese Ausgaben würden sich rechnen: Bei entsprechend höheren Investitionen könnte das weltweite jährliche BIP bis 2030 um 0,6 Prozent gesteigert werden. Infrastrukturprojekte weisen nach Berechnungen des MGI eine typische volkswirtschaftliche Rendite von rund 20 Prozent auf.”

 

>>Sächsische Zeitung<<

Die Lausitz braucht auf Straße und Schiene eine bessere Anbindung an die Nachbarregionen. Diese Forderung wurde jetzt bei einem Treffen von Bürgermeistern in Weißwasser erhoben. Viele Gemeinden an der östlichen Grenze des Freistaates leiden darunter, dass sie bisher keine schnelle Anbindung an die Autobahn haben. Eine von der deutsch-polnischen Grenze durchgängig befahrbare B 178 über Zittau, Löbau, Weißenberg und Weißwasser weiter nach Cottbus könnte die Standortnachteile kompensieren, so die Forderung. Denkbar sei eine kreuzungsfrei befahrbare Bundesstraße, die die Städte umgeht und es ermöglicht, zügig von Nord nach Süd zu gelangen, so der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wählervereinigung). „Wie wichtig eine Autobahnanbindung für die Wirtschaft ist, zeigt die Entwicklung des Industriegebiets Kodersdorf.“ Bei der Neuansiedlung von Unternehmen zähle die Nähe oder mindestens die schnelle Erreichbarkeit einer Autobahn, so Brehmer. Bisher ist dies aber nur entlang der A 4 in ost-westlicher Richtung gegeben. Eine Vernetzung nach Nord und Süd über eine neue B 178 biete zudem die Chance, den Berliner Raum mit der Lausitz sowie Tschechien und Polen zu verbinden, denkt Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Wählervereinigung Zittau kann mehr) weiter. Ein Anschluss nach Polen und Tschechien ist über die neue B 178 bereits geplant. Aber die Realisierung stockt ebenso wie die Anbindung an die A 4 seit Jahren. Die Forderung nach einer Verlängerung der Bundesstraße nach Norden wurde bereits mehrfach erhoben. Sie wird laut Torsten Pötzsch (Wählervereinigung Klartext), Oberbürgermeister von Weißwasser, auch vom Landkreis Görlitz unterstützt. In den Planungen von Freistaat und Bund spielt der Weiterbau dagegen bisher keine Rolle. Ralf Brehmer geht deshalb davon aus, dass bis zur Umsetzung ein langer Atem nötig ist. Zehn Jahre werde es voraussichtlich bis zum Abschluss der Planungsphase dauern, weitere zehn bis zur Realisierung. Als nächsten Schritt sieht er eine Machbarkeitsstudie, die der Freistaat in Auftrag geben müsste. „Wenn wir den Kindern, die aktuell unsere Kitas und Schulen füllen, eine Perspektive in der Region geben wollen, ist es wichtig, jetzt damit anzufangen“, so der Bernstädter Bürgermeister Markus Weise (parteilos).

 

>>Sächsische Staatskanzlei<<

“Die Strukturentwicklung in der Lausitz ist weiterhin ein wichtiges Gesprächsthema zwischen beiden Regierungen. Ministerpräsident Tillich betonte: »Sachsen und Brandenburg arbeiten gemeinsam daran, dass die Lausitz für die dort lebenden Menschen auch künftig eine gute Heimat ist und eine klare Perspektive hat. Dafür ist auch die gezielte finanzielle Unterstützung durch den Bund dringend erforderlich. Wir brauchen zudem eine visionäre Infrastrukturentwicklung – unter anderem im Verkehrsbereich. Hier fordere ich die Bundesregierung auf, mit uns gemeinsam an neuen Möglichkeiten zu arbeiten.« Die Landesregierungen beschlossen zur Strategie das Grundsatzpapier »Gemeinsam für die Zukunft der Industrieregion Lausitz«. Prioritäten setzen Brandenburg und Sachsen dabei in den Bereichen der Infrastrukturentwicklung, Innovation, Bildung, Kultur, Wirtschaftsförderung und der Fachkräfteentwicklung.”

Konkrete Zusagen, Finanzmittel oder Termine für einzelne Bauprojekte bleiben ungenannt. Das Problem: Hinter all den blumigen Ausschmückungen verbergen sich eben keine Fakten. In den Kontext stellt sich schon die Frage, wie ernsthaft den in Wirklichkeit die Strukturentwicklung in der Lausitz betrieben werden soll. Die Nord-Süd-Verbindung zu Schiene und zu Straße in der Lausitz sind essentiell für die Region und in den Punkt mögen alle Beteiligten Vorort keine Abstriche machen.

 

 

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