Wie das Kampfflugzeug F-35 die nukleare Teilhabe retten soll

Screenshot tacticalvideos.com

In der Politik erreicht man bekanntlich nichts, ohne eine entsprechende Gegenleistung. Das gilt wohl insbesondere dann, wenn sich die Bundesregierung – jenseits aller gebildeten Regierungen – für den Erhalt der nuklearen Teilhabe stark macht und dafür sogar bereit ist: Teure Kampfflugzeuge zu erwerben.

>>Bundestag (PDF-Datei) <<

„Die Bundesregierung bekennt sich zur nuklearen Teilhabe der NATO als wichtigem Bestandteil einer glaubhaften präventiven Abschreckung des Bündnisses. Deutschland bleibt über die nukleare Teilhabe in die Nuklearpolitik und die diesbezüglichen Planungen der Allianz eingebunden. … Die Informationspolitik hinsichtlich der Nuklearstreitkräfte der NATO unterliegt aus Sicherheitsgründen den verpflichtenden Geheimhaltungsregeln des Bündnisses, an die die Bundesregierung in Kontinuität aller ihrer Vorgänger gebunden ist.“

 

>>Spiegel<<

„Die Bundeswehr aber braucht dringend Ersatz für ihre derzeit 85 „Tornados“, denn sie müssen innerhalb der Nato eine der heikelsten Aufgaben übernehmen. Bis heute lagern auf dem Fliegerhorst Büchel rund 20 US-Atombomben, die im Ernstfall von deutschen „Tornados“ abgeworfen würden. Ab 2025 würde diese Aufgabe die F-35 übernehmen, da sie auch dafür vorbereitet ist.“

Die sogenannte nuklearen Teilhabe dürfte ein sehr teures Unterfangen sein: Vieles davon ist „geheim“ aber zwischen den Zeilen gewinnt man eher den Eindruck, dass die treibende Kraft hinter der Atomwaffen-Stationierung in erster Linie die deutsche Regierung sei. Denn anders ist der mögliche Erwerb des Kampfflugzeuges Lockheed Martin F-35 Lightning II nicht zu erklären.

>>n-tv<<

„In der Diskussion über mögliche Nachfolger für die alternden Tornado-Kampfjets der Bundeswehr hat Luftwaffen-Chef Karl Müllner indirekt eine Präferenz für das US-amerikanische Hightech-Flugzeug F-35 erkennen lassen. „Aus militärischen Gesichtspunkten brauchen wir eine geringe Radar-Signatur und die Fähigkeit, aus großer Distanz Ziele zu erkennen und zu bekämpfen“, sagte Müllner in einem Reuters-Interview. Diese Fähigkeiten eines Kampfjets der fünften Generation seien für eine glaubhafte Abschreckung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung unerlässlich. Damit lässt Müllner wenig Spielraum für etwaige Alternativen. Nach Einschätzung von Militärexperten ist derzeit allein die F-35 in der Lage, die genannten Anforderungen zu erfüllen.“

Die vermeintlichen Vorzüge der F-35 sind mit Vorsicht zu genießen. Auch das behauptete Argument mit der geringen Radar-Signatur stimmt nur zum Teil: Das System eignet sich vielleicht um einen naive Politiker zu täuschen, aber in der militärischen Praxis dürfte es verhältnismäßig wirkungslos sein. Denn die Tarnkappentechnologie funktioniert nur bei einen sehr engen Frequenzspektrums des Radars, bei veränderter Wellenlänge sind die Tarnkappenflieger genauso sichtbar, wie konventionelle Flugzeuge. So ähnlich als wenn man die Sendefrequenz bei einen analogen Radio ändert, dann sind bestimmte Radiostationen eben auch „Unsichtbar„. Bereits im Kosovo-Krieg im Jahre 1999 wurde ein „Tarnkappenflugzeug“ von Radar erfasst und abgeschossen – was vermutlich dazu führte dass die F-117-Flotte ausnahmslos ausgemustert wurde.

 

 

 

 

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