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Akademik Lomonossow: Das schwimmende Kernkraftwerk

Screenshot rosatom.ru

Bei der >>Akademik Lomonossow<< handelt es sich um ein schwimmendes Kernkraftwerk, was mit zwei Reaktoren ausgestattet ist und auf einen Porton schwimmt.

>>Golem.de<<

„Akademik Lomonossow ist ein Atomkraftwerk, das auf einem Schwimmponton errichtet ist. … Das Kraftwerk steht auf einem Ponton, der 144 Meter lang und 30 Meter breit ist. Das weltweit erste schwimmende Atomkraftwerk verfügt über zwei Reaktoren vom Typ KLT-40S – eine Weiterentwicklung der Reaktoren, wie sie auch in russischen Eisbrechern zum Einsatz kommen. Die Druckwasserreaktoren haben eine thermische Leistung von 300 Megawatt, aus denen 70 Megawatt Strom erzeugt werden können. Anders als bei militärischen Reaktoren kommt dabei kein hochangereichertes Uran zum Einsatz. Stattdessen enthalten die Brennstäbe vergleichsweise niedrig angereichertes Uran mit 20 Prozent Uran-235 Anteil. Für den Einsatz als schwimmendes Kraftwerk hat der russische Hersteller OKBM Africantov ein Containment in das Schiff integriert, um bei möglichen Unfällen die Freisetzung von radioaktiven Partikeln zu verhindern. Nach Angaben des Herstellers wurden dabei auch Erdbeben der Stärke 10 simuliert, bei denen das Schiff durch einen entstehenden Tsunami an Land gespült werden würde. Das Containment verfolgt ein kombiniertes aktives und passives Sicherheitskonzept. Der Reaktor hat ein aktiv mit Pumpen betriebenes Notfallkühlsystem. Beim Ausfall aller Kühlpumpen reicht aber die natürliche Konvektion des Wassers im Reaktor für die Kühlung der Brennstäbe aus. Die Zerfallswärme wird dann über die Dampferzeuger abgeführt, die im normalen Betrieb den Dampf für den Antrieb der Turbinen erzeugen. Es gibt zwei Kühlsysteme, die die Zerfallswärme aufnehmen. Sie haben zusammen genügend Kühlwasser, um den Reaktor für 24 Stunden kühlen zu können. Danach muss Kühlwasser von außen nachgefüllt werden. Der Reaktor befindet sich in einem mit Wasser gefluteten Containment (Sicherheitsbehälter). Nach den Berechnungen von OKBM würde das Wasser im Fall einer Kernschmelze den Reaktorbehälter kühlen und so das Durchschmelzen verhindern. Dieses Vorgehen funktionierte beispielsweise bei der Kernschmelze des Druckwasserreaktors von Three Mile Island. Beim KLT-40S müsste das Containment dazu aber nicht erst nach Feststellen des Unfalls geflutet werden. Das Containment selbst ist darauf ausgelegt, auch im Fall einer Kernschmelze dicht zu bleiben, anders als das Mark-I-Containment der Siedewasserreaktoren von Fukushima Daiichi. Es kann durch zwei Wärmetauscher von außen gekühlt werden, so dass der Druck im Inneren begrenzt bleibt. Auch dieses System ist wegen der begrenzten Kühlwasserreserven im Kühlsystem auf einen Betrieb von 24 Stunden ohne Eingriff von außen begrenzt. Danach muss wieder Wasser in die Kühlwassertanks gepumpt werden. Das System wurde international unter anderem von deutschen und kanadischen Forschern untersucht und für tauglich befunden.“

 

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