Eurokrise & Energiepreise: Warum viele Unternehmen kaum noch in die Zukunft investieren

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Neben Firmenpleiten haben viele Unternehmen ihre Investitionen zurückgefahren. – Oder streng genommen: Viele Unternehmen haben sehr wohl investiert, aber häufig eher an andere – vorwiegend ausländische – Standorte. Eine allgemeine Zukunftsangst macht sich breit und insbesondere Eurozone ist seit Jahrzehnten im Dauerkrisenmodus gefangen. Besonders die zukunftsweisenden Firmen haben ihre Segel in Richtung Fernost gesetzt.

„Durch den hohen Strompreis wird der Standort unattraktiv“

>>Handelsblatt<<

„Siltronic-Chef … macht dafür unter anderem die hohen Energiekosten in Deutschland verantwortlich: „Durch den hohen Strompreis wird der Standort unattraktiv“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Sein Unternehmen zahle am Standort Singapur „weniger als die Hälfte des Strompreises“. Kostentreiber hierzulande sei vor allem die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ein weiterer Faktor seien die vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland. Der Manager berührt damit ein Kernproblem der deutschen Energiepolitik.“

„Wie zukunftssicher ist Accumotive?“

>>Alles-Lausitz.de<<

„Wie zukunftssicher ist Accumotive? – Vor allem fehlt eine sichere Zukunftsperspektive für Kamenz. Meldungen zu Stellenabbauplänen im Konzern führen immer wieder zu großer Verunsicherung bei den Beschäftigten.“ Weiter monierte Otto, dass von den „mittlerweile 3.500 Beschäftigten über die Hälfte Leiharbeiter“ seien … . „

„Meldungen zu Stellenabbauplänen im Konzern führen immer wieder zu großer Verunsicherung“

Sicherlich mögen es Einzelmeldungen sein, dennoch spiegeln sie recht gut eine allgemeine Wirtschaftsrichtung wider: Unternehmen die nicht Pleite gehen, die schränken ihre Produktion ein oder stellen weitestgehend ihre Investitionen ein.

„Krisen prägen das private Investitionsverhalten in Deutschland und der Euro-Zone nachhaltig“

>>Bayerische Börse<<

„Krisen prägen das private Investitionsverhalten in Deutschland und der Euro-Zone nachhaltig. Dies hat weniger mit der expansiven Geldpolitik und sogenannten Zombiefirmen zu tun, als mit der grundsätzlichen Verunsicherung über den mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Ausblick. Eine Reihe von Krisen in den letzten Jahren hat die realwirtschaftliche Volatilität erhöht und so die Attraktivität von langfristigen Investitionen am Produktionsstandort Deutschland reduziert. Empirische Ergebnisse bestätigen diese Einschätzung. So sind private Investitionen seit der Finanz- und Euro-Krise kein Wachstumstreiber mehr, sondern reagieren nur noch auf einen BIP-Anstieg. Die Folge ist eine eher stagnierende Investitionsquote.“

„Attraktivität von langfristigen Investitionen am Produktionsstandort Deutschland reduziert“

Das Investitionsverhalten ist durch eine allgemeine Verunsicherung geprägt. Niemand kann genau sagen wie es weitergehen soll. Die Strompreise gehen durch die Decke, während gleichzeitig die Energieversorgung immer fragiler wird. Der Euro steckt seit Jahrzehnten im Dauerkrisenmodus fest uns zu allen Überfluss wurde noch eine expansive Geldpolitik beschlossen. An einem baldigen Aufschwung will eigentlich niemand so recht mehr glauben.

„Globale Wirtschaftskrise trifft Deutschland hart“

>>Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung<<

„Globale Wirtschaftskrise trifft Deutschland hart – Verunsicherung lastet schwer: Editorial – Ein „U“ ist derzeit das wahrscheinlichste Szenario für Deutschland: Dem scharfen Einbruch folgt eine Durststrecke, bevor es allmählich bergauf geht … Dies führt zu einer erheblichen Zurückhaltung bei der Anschaffung von Investitions- und Konsumgütern und verstärkt die Rezession.“

„Ein „U“ ist derzeit das wahrscheinlichste Szenario“

Selbst so mancher Finanzbürgermeister hat die Zeichen der Zeit erkannt. Vom Euphorie über die Zukunft ist wenig zu spüren. Die kommunale Verwaltung wird sich – mehr als bisher – auf die Grundversorgung beschränken.

„Fakt ist: Die fetten Jahre sind vorbei“

>>Finanzbürgermeister der Stadt Bautzen<<

„Fakt ist: Die fetten Jahre sind vorbei. Ich sehe seit einiger Zeit die wirtschaftliche Entwicklung in und um Deutschland aus einem sehr kritischen Blickwinkel. … Leider steht im Keller des Bautzener Rathauses keine Gelddruckmaschine, wie es in Berlin und Brüssel der Fall zu sein scheint. Und leider sind auch die Ersparnisse der Stadt Bautzen endlich. Ein „höher, schneller, weiter“ wird es absehbar nicht mehr geben. Und wir werden auch den einen oder anderen „Weißen Ritter“ im Zaume halten müssen, der gern Wunschträume erfüllen würde. Solange die Stadt weniger Steuern, Beiträge und Landesmittel einnimmt als Aufgaben zu finanzieren sind, müssen wir uns strikt auf die unmittelbaren Herausforderungen konzentrieren.“

„Leider steht im Keller des Bautzener Rathauses keine Gelddruckmaschine“

Insbesondere im Bezug zur Lausitz: Im allgemeinen handelt es sich dabei weniger um eine temporäre Krisensituation, sondern eher eine langfristige Entwicklung. Weder die Eurokrise von 2010, noch nicht mal die wirtschaftlichen Folgen der Wiedervereinigung und Nachwendejahre wurde wirklich überwunden. Die Bevölkerungsentwicklung in der Lausitz spiegelt diese Entwicklung gut wider.

Lausitz – Bevölkerungsrückgang: Von ungefähr 1,5 Millionen auf 1 Millionen Menschen

>>ifo Institut<<

„Im Jahr 1995 lebten in der Lausitz noch mehr als 1.430 000 Menschen, 2015 waren es noch knapp 1.170 000. Damit hat die Lausitz in nur zwei Jahrzehnten rund 18% ihrer Bevölkerung verloren. Die für das Arbeitskräfteangebot besonders wichtige Alterskohorte der Bevölkerung zwischen 18 bis 65 Jahren hat sich im gleichen Zeitraum um über 220.000 Personen verringert, dies entspricht einem Minus von 24 % (Statistisches Bundesamt 2017). Die demografische Perspektive der Lausitz zeigt, dass sich dieser negative Trend weiter fortsetzen wird. Die Lausitz wird sich auf hohe Bevölkerungsverluste einstellen müssen, falls nicht ungewöhnlich hohe Wanderungsgewinne den natürlichen Bevölkerungsrückgang ausgleichen.“

„Lausitz wird sich auf hohe Bevölkerungsverluste einstellen müssen“

Letztendlich sind es viele kleine Mechanismen die ineinander greifen. Wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen ziehen weniger Investitionen und Arbeitsplätze nach sich. Und in langfristiger Perspektive gesehen: Packen die Menschen ihre Koffer und ziehen weg. Es gibt keine ernstzunehmenden wirtschaftlichen Indikatoren, die eine gegenteilige Entwicklung aufzeigen könnten.

 

–W E R Β U Ν G–

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