Jugendamt & Justiz: „Menschenhandels in Tateinheit mit Zuhälterei und Förderung der Prostitution“

Screenshot twitter.com

Jugendamt: Eltern werden massenweise ihre Kinder weggenommen und die staatlich anerkannten „Pflegeeltern“ – entpuppen sich dann, als einschlägig bekannte Pädophile. Inobhutnahme – eigentlich als absolute Ausnahme gedacht: Hat sich mittlerweile zu einem außer Kontrolle geratenen Massenphänomen entwickelt. In diesem Fahrwasser konnten sich auch Pädophile breit machen: Mit ausgesprochenen guten Kontakten zu den Entscheidungsträgern. In dieses dichten Netz verheddern sich auch Unbeteiligte: Die entweder Wegsehen müssen oder nicht Ermitteln dürfen: Jedoch das staatliche Versagen, hat vielmehr tiefer liegende Ursachen.

Jugendämter: Eine kaum kontrollierte Behörde

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Die Zahl der Kinder, die Jugendämter aus ihren Familien nehmen, steigt: Vor zehn Jahren waren es rund 25 000 Kinder, vergangenes Jahr fast 50 000. In der Öffentlichkeit wird diese Entwicklung oft damit erklärt, dass Eltern mit ihrer Erziehungsaufgabe zunehmend überfordert seien. Es gibt aber Fälle, die eher den Verdacht nähren, dass ein Apparat außer Kontrolle geraten ist … Ich werde zunehmend konfrontiert mit Fällen, bei denen in haarsträubender Weise Familien belastet werden durch völlig unberechtigte Interventionen, etwa in Form einer Fremdplatzierung per Inobhutnahme.“

Inobhutnahme: Häufig unter hanebüchene Anschuldigungen

Schon seit Jahren explodieren regelrecht die Fälle, wo Behörden die Kinder ihren Eltern wegnehmen. Die vorgebrachten behördlichen Argumente hierfür, sind zum Teil hanebüchene Anschuldigungen. Was danach mit den so „versorgten“ Kindern passiert, spielt offenkundig in den Amtsstuben keine allzu große Rolle mehr.

Einschlägig bekannten Pädophilen: Pflegekinder zugewiesen

>>taz<<

„Denn zumindest politisch ist Reul für einen großen Teil des Behördenversagens verantwortlich, das mindestens 40 Kinder und Jugendliche zu Opfern massiver Gewalt gemacht hat. Über Jahre soll der Hauptverdächtige Andreas V. sie zusammen mit einem Komplizen sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Die Polizei Lippe hatte schon im Jahr 2002 Hinweise, der mutmaßliche Haupttäter könne sich an einem achtjährigen Mädchen vergangen haben. 2016 wurde der Mann erneut angezeigt. Dennoch wies das Jugendamt im niedersächsischen Bad Pyrmont dem heute 56-Jährigen noch Anfang 2017 ein sechsjähriges Mädchen als Pflegekind zu … 155 DVDs mit kinderpornografischem Material aus den Räumen der Polizei Lippe verschwunden sind. Zwar übernahm das Polizeipräsidium im ostwestfälischen Bielefeld, zwar schickte Reuls Innenministerium Sondermittler – doch aufgeklärt ist der Verlust der Beweise bis heute nicht. Mitte April zeigte der Abriss der vermüllten Behausung des Dauercampers Andreas V. einmal mehr, wie nachlässig die Ermittler seit Dezember gearbeitet hatten: Weitere Datenträger tauchten auf, die irgendwo zwischen Campingwagen und Holzhütten versteckt waren. Gefunden wurden die vom privaten Abrissunternehmer – Polizisten waren bei der Zerstörung des Tatorts nicht vor Ort … „

Aufklärung Unerwünscht: Milde Urteile und Verschwundene Beweise

>> Die Zeit des Schweigens ist vorbei von Mandy Kopp (Buch) <<

„Die Vorgänge im Jasmin waren damals nicht wirklich untersucht worden. Kugler und sein Polizistenfreund waren die Bauernopfer, diejenigen, die ihren Kopf nicht aus der Schlinge hatten ziehen können. Beim Prozess waren beide »nur« wegen Menschenhandels in Tateinheit mit Zuhälterei und Förderung der Prostitution bzw. wegen der Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger angeklagt worden. Und nicht auch wegen schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung. Kugler bekam vier Jahre, sein Kumpan ein Jahr auf Bewährung. Die Ermittlungen damals hatten nur an der Oberfläche gekratzt, das Offensichtliche war geahndet worden, der Rest war Schweigen und Gleichgültigkeit. Niemand hatte sich zum Beispiel für die Kunden interessiert, obwohl sich in den Akten aus den Jahren 1993/94 bereits konkrete Hinweise auf bestimmte Freier fanden. Sie blieben unbehelligt. Später erfuhr ich, dass Kugler bei seiner erneuten Vernehmung im Mai 2000 Folgendes zu Protokoll gab: Er habe seine Anwältin so verstanden, dass er mit zehn Jahren Haft oder mehr rechnen müsse, wenn er sich zur Kundschaft der Mädchen äußere, aber nur mit vier, wenn er keine »dreckige Wäsche« wasche.“

Völliges Fehlen unabhängiger Instanzen

Beide isolierte Fälle spielen zwar an unterschiedlichen Orten und Zeiträumen ab, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten: Hohe öffentliche Würdenträger sind in diese Fälle involviert und entsprechend mäßig fällt so auch der Aufklärungswille aus. Tatsächlich handelt es sich hier mehr um ein strukturelles Versagen: Es existieren nun mal keine unabhängigen Instanzen, um solche Kriminalfälle aufzuklären. Hinzu kommen persönliche Befindlichkeiten: Beim „netten“ Kollegen herrscht das Prinzip Weggesehen vor. Nicht selten spielen auch verwandtschaftliche Beziehungen innerhalb der Behörden eine entscheidende Rolle. Oder den stets hochgehaltenenKorpsgeist“ – den es rein formal nicht geben soll. Von offizielle Seite werden diese Aspekte zwar manchmal angesprochen, aber es folgen nun mal keine praktischen Konsequenzen daraus.

 

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