„Koks zu einer Art Statussymbol der Oberschicht“ – Wie illegale Drogen-Transportrouten funktionierten?

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Der Konsum von illegalen Drogen ist ein gesellschaftliches Problem. – Nun diese „Weisheit“ wird in der einen oder anderen Form bestimmt schon jeder einmal gehört haben. Allerdings lässt sich das „gesellschaftliches Problem“ auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Nicht jede Droge und jeder illegaler Drogenkonsum wird gleich behandelt.

„Im Bundestag würden Drogenhunde anschlagen“

>>Spiegel<<

„Im Bundestag würden Drogenhunde anschlagen“ – Von Zweifel über Empörung bis hin zu Gelassenheit reichen die Reaktionen von Politikern auf einen Bericht des Senders Sat.1. Darin war behauptet worden, dass in 22 von 28 untersuchten Toiletten des Berliner Reichstagsgebäudes Spuren von Kokain gefunden worden seien.“

„22 von 28 untersuchten Toiletten des Berliner Reichstagsgebäudes Spuren von Kokain“

Im gut bewachten Berliner Regierungsviertel dürfte es an Polizei sicherlich nicht fehlten. Trotzdem müssen augenscheinlich Drogenspürhunde draußen bleiben. Der Konsum von – ganz bestimmten – Drogen wird offenbar irgendwie anders bewertet. Ein Drogenkontrollmarathon als Polizeikontrolle – wie der Blitzermarathon – vor Amtsstuben würde sicherlich ein interessantes Ergebnis zu Tage fördern. Anders als die recht klägliche Blitzermarathon-Bilanz der Polizei.

Drogenmarathon als Polizeikontrollen in Behörden statt Blitzermarathon auf Straßen?

>>Auto Bild<<

„Blitzermarathon-Bilanz – Beim europaweiten Speedmarathon wurden in Baden-Württemberg rund 15.500 Raser erwischt. 253 Fahrern drohe ein Fahrverbot, teilte das Landesinnenministerium mit. Insgesamt kontrollierten Polizei, Städte, Kommunen und Landkreise knapp 400.000 Fahrzeuge.“

Dürftige Bilanz des Blitzermarathon: Alles nur ein PR-Kampagne zur Öffentlichkeitsarbeit?

Ob der Begriff „Raser“ bei den allermeisten Geschwindigkeitsübertretungen wirklich zutreffend ist, das kann hier mal offen bleiben. Tatsächlich hat es nur für lediglich 253 Fahrverbote gereicht, wobei jene durch ein Gericht im letzter Instanz noch nicht rechtskräftig bestätigt wurden. Unterm Strich bleibt also eher eine riesige PR-Kampagne der Polizei als vermutlich echtes Ergebnis übrig. Warum wird also bei Geschwindigkeitsübertretungen ein riesiger Aufwand betrieben und beim Konsum von Kokain augenscheinlich großzügig darüber hinweg gesehen?

„Koks zu einer Art Statussymbol der Oberschicht“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Im Zuge der gesellschaftlichen Liberalisierung nach 1968 wurde Koks zu einer Art Statussymbol der Oberschicht. Kokain war als Partydroge und gesellschaftliches Schmiermittel beliebt. Ende der Siebziger bedienten die kolumbianischen Kartelle den ständig wachsenden Markt.“

„Kokain war als Partydroge und gesellschaftliches Schmiermittel beliebt“

Speziell beim illegalen Kokainhandel nimmt Kolumbien eine zentrale Schlüsselrolle ein. Teilweise wird die Droge mit dafür eigens gebauten U-Booten – oder Halbtauchbooten – nach Europa transportiert. Der Drogenhandel ist eher wie ein großes Unternehmen organisiert.

„Strategien, die für Konzerne“ – „Haben sich längst auch die Drogenbarone angeeignet“

>>Narconomics von Tom Wainwright (Buch) <<

„Die Strategien, die für Konzerne wie H&M, Coca-Cola und McDonald’s funktionieren, haben sich längst auch die Drogenbarone angeeignet. In Narconomics vollzieht der Wirtschaftsjournalist Tom Wainwright die Wertschöpfungskette von Drogen wie Kokain nach, von der Kokaernte in den Anden bis zum Verkauf an unseren Straßenecken. Sein Fazit: Nicht allein die Verbrechen – Korruption, Schmuggel, Mord – sollten bekämpft werden. Wer die Kartelle in die Schranken weisen will, muss sie auch als Wirtschaftsunternehmen be- und angreifen.“

„Wer die Kartelle in die Schranken weisen will, muss sie auch als Wirtschaftsunternehmen be- und angreifen“

Dennoch sehen diese Wertschöpfungskette von Drogen – wie Kokain – etwas anders aus: Um die Kontrolle des Kokainhandels wird teils blutig gekämpft und die Kartelle haben wenig für Gnade übrig.

Exportartikel Nummer 1? – Wie hoch ist der Kokainhandel zwischen Europa & Kolumben?

>>Zero Zero Zero – Wie Kokain die Welt beherrscht von Roberto Saviano (Buch) <<

„In Kolumbien trugen die rivalisierenden Kartelle von Cali und Medellín einen offenen Kampf um die Kontrolle des Kokainhandels und der Transportrouten aus. Ein Massaker.“

„Offenen Kampf um die Kontrolle des Kokainhandels und der Transportrouten aus“

Auch über die sogenannten „Transportrouten“ wird beim Kampf gegen Drogen nur selten ein Wort verloren. Denn keineswegs alle Drogen werden per U-Boot geschmuggelt, sondern dieses kommen als gewöhnliche Lieferung an und sind teilweise nur sehr dürftig versteckt.

„Bei der Anlieferung von Bananen entdeckte er eine weiße Substanz unter den Früchten“

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Bei der Anlieferung von Bananen entdeckte er eine weiße Substanz unter den Früchten. Ein Vortest reagierte positiv auf Kokain. Insgesamt wurden 660 Kilogramm des Betäubungsmittels sichergestellt, … Nach bisherigen Angaben kamen die Bananen auf einem Containerschiff aus Kolumbien nach Deutschland und wurden Irrtümlich an das Unternehmen in Groß Kreutz geliefert.“

„Kokain“ – „Insgesamt wurden 660 Kilogramm des Betäubungsmittels sichergestellt“

Vermutlich dürfte bei dieser Lieferung etwas schief gelaufen sein. Bei gewöhnlichen illegalen Drogen-Transportrouten werden die illegalen Substanzen – wie oben im Beispiel – meist nur sehr oberflächlich versteckt.

Welchen Stellenwert nehmen die illegalen Drogen-Transportrouten ein?

Grund: Alle – oder fast alle – arbeiten in irgendein Form für das Drogenkartell, einschließlich des einzelnen Zoll-Beamten, der eigentlich am genau diesem Tag seines Dienstes, im seinen speziellen Zuständigkeitsbereich, jenen Schmuggel verhindern soll: Dieses Phänomen oder Personenkreis wird in Lateinamerika als Narco bezeichnet. Manchmal geht bei solche einer illegalen Drogenladung etwas schief und ein uneingeweihter Polizist – außerhalb des Narco-Systems – bekommt etwas zu sehen, was er eigentlich nicht hätte sehen sollen, weil er zufällig zur falschen Zeit an der falschen Stelle kontrolliert hat.