Offener Brief an Tierschutzbüro: Der Ausschluss kritischer Medien

Screenshot youtube.com

Der Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat zwiespältiges Verhältnis zu Pressevertretern. Wenn diese zu kritisch berichten, werden sie kurzerhand von Pressekonferenzen schon mal ausgeschlossen. Der Deutscher Landwirtschaftsverlag hat dazu einen offenen Brief verfasst.

>>Deutscher Landwirtschaftsverlag (PDF-Datei) <<

„Sehr geehrter Herr Peifer,

Sie sind Vorsitzender des Vereins Deutsches Tierschutzbüro e.V. und hatten bundesweit zu einer Pressekonferenz nach Oldenburg am 5. November 2018 eingeladen.

Dort wollten Sie über Geschehnisse in einem Schlachthof berichten und entsprechende Dokumente vorlegen. Die Einladung erging auch an die Redaktion aus dem Hause des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag.

Ein Mitglied der Redaktion der LAND & Forst meldete sich per E-Mail zu dieser Pressekonferenz an, um für die dlv-Agrarmedien zu berichten. Kurz nach dem Eingang der Anmeldung luden Sie selbst den Redakteur telefonisch wieder aus. Die Redaktion der LAND & Forst sei nicht erwünscht, teilten Sie ihm mit. Sie würde – falls sie dennoch erschiene – am Zugang gehindert werden. Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes, zentrales Gut der Demokratie und durch unsere Verfassung besonders geschützt. Sie können sich mit Ihrem Verein, der darüber hinaus auch die besonderen Privilegien der Gemeinnützigkeit genießt, darauf verlassen, dass Sie Ihre Meinung in unserem Land frei äußern können.

Zu dieser geschützten Meinungsfreiheit gehört untrennbar die freie Presse, der Zugang zu öffentlich verfügbaren Informationen zu gewähren ist. Auch das ist fester Bestandteil der Verfassung, unserer Demokratie. Wenn der Deutsche Tierschutzbüro e.V. einzelne Journalisten oder Medien zu einer als „Pressekonferenz“ bezeichneten öffentlichen Veranstaltung nicht zulässt, weil befürchtet wird, dass möglicherweise zu kritisch oder nicht in Ihrem Sinne berichtet wird, müssen Sie sich fragen lassen: Wie halten Sie es mit unserer Verfassung, mit unserer Demokratie?

Der dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag ist eines der größten Fachmedienhäuser in Europa und führend in den Bereichen Agrar, Forst und Jagd. Bei uns arbeiten mehr als 200 Journalisten, die hervorragend ausgebildet sind. Wir erreichen mehr als 6,5 Mio. Menschen. Unsere Leser erwarten zu Recht eine ausgewogene, unabhängige, aber auch kritische Berichterstattung. Häufig bewirtschaften unsere Leser mit ihren Familien seit Generationen ihren Hof, ihren Betrieb. Sie sorgen dafür, dass in Deutschland das Essen auf den Tisch kommt – auch bei Ihnen. Gerade unsere Leser haben einen Anspruch darauf, dass ihnen Informationen über mögliche Gesetzesverstöße in der Lebensmittelkette nicht vorenthalten werden. Ich fordere Sie auf, Ihre Haltung zur Presse- und Meinungsfreiheit zu überdenken. Dazu gehört auch, kritische Medien, die wie wir Fakten von Stimmungsmache zu unterscheiden wissen, zu Ihren Veranstaltungen zuzulassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Christian Schmidt-Hamkens „

 

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