„Street Legal“ – „Alternative zu den illegalen nächtlichen Straßenrennen“

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Polen – Mit 190 Stundenkilometern mit ohrenbetäubenden Lärm durch Prachtboulevards rasen, während die örtliche Polizei mehr als passiver Zuschauer daneben steht? Das mag alles sehr Unglaubwürdig klingen. Schließlich stellen hierzulande illegale Straßenrennen einem eigenständigen Straftatparagraph dar. Und Polen sind die Dinge durchaus vergleichbar – oder vielleicht doch nicht? Im östlichen Nachbarland sind illegale Autorennen auf öffentlichen Straßen recht beliebt und dort ist man einem ganz anderen Weg gegangen.

„Polen: Illegale Autorennen als Volkssport“

>>Staatsfunk „Mitteldeutscher Rundfunk“ <<

„Polen: Illegale Autorennen als Volkssport – In Polen sind die meisten Autofahrer zu schnell unterwegs, illegale Autorennen gelten als Volkssport. Das kostet viele Menschen das Leben. Um den Rasern das Handwerk zu legen, hat die Polizei eine Spezialeinheit gegründet.“

Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit: Ausschließlich die Sichtweise der hiesigen Polizei präsentiert

Eigentlich will der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk mit der Begrifflichkeit „Staatsfunk“ nichts zu tun haben und weist solche „Anschuldigungen“ für Gewöhnlich weit von sich. Aber gerade solche Beiträge belegen vielmehr genau das Gegenteil: Es wird ausschließlich die Sichtweise der hiesigen Polizei präsentiert. Andere Perspektiven werden nicht zugelassen und ein Diskurs darüber scheint sowieso Undenkbar zu sein. Die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit in der Berichterstattungwie im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben – sind nicht mal in Ansätzen zu erkennen.

Streitpunkt „Illegalen Autorennen“ – Wäre eine Legalisierung möglich?

Gerade die sogenannten über die sogenannte „illegalen Autorennen“ wäre eine gesellschaftliche Diskussion überfällig. Denn diese sind nicht nur in Polen beliebt. Zugleich müssen hochsubventionierte Rennstrecken – wie der Lausitzring – um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen.

Baukosten des Lausitzrings: „Großteil des Geldes stammte aus öffentlichen Subventionen“ 

>>Motorsport-Total.com<<

„Erfolg und Tragik in der Lausitz – Im ehemaligen Braunkohlegebiet war ein auf dem europäischen Kontinent einmaliger Kurs entstanden. Die Baukosten lagen bei 158 Millionen Euro, der Großteil des Geldes stammte aus öffentlichen Subventionen.“

Insolvente leere Rennstrecken versus illegale aber beliebte Straßenrennen

Der Lausitzring hat schon einmal eine Insolvenz hingelegt. Großteil des Jahres wirkt die Strecke sehr verweist. Natürlich lässt sich über dem Aspekt der öffentlichen Daseinsvorsorge bei einer Rennstrecke diskutieren. Allerdings jenseits des Profisports und Automobilentwicklung fällt das öffentliche Interesse doch sehr verhalten aus. Und genau hier liegt das eigentliche Dilemma begründet: Während sich illegale Straßenrennen hoher Beliebtheit erfreuen, werden legale Rennstrecken weitestgehend verschmäht. Logischerweise wird dieser Sachverhalt bei Gerichtsverhandlungen verschwiegen.

„Raserei auf dem Zittauer Stadtring“ – „Beiden die Fahrerlaubnis eingezogen werden“

>>Sächsische.de<<

„Schlechte Karten für die Ringraser – Der 25-jährige Mann und die 21-jährige Frau saßen kurz vor Weihnachten im Amtsgericht Zittau vor Richter Holger Maaß wegen einer Raserei auf dem Zittauer Stadtring gut ein Jahr zuvor. … konnte von beiden die Fahrerlaubnis eingezogen werden. Das tat wirklich weh und machte die beiden vor Gericht ziemlich kleinlaut und einsichtig.“

Beamte versus Bürger: Eine Begegnung auf Augenhöhe? – „Machte die beiden vor Gericht ziemlich kleinlaut“

Bei solchen Verhandlungen können die Beamten ihre eigene moralische Überlegenheit voll zur Geltung bringen. Die Richterschaft sieht sich offensichtlich als etwas Besseres an. Die Erniedrigung im öffentlichen Verfahren scheint zum gutem behördlichen Ton zu gehören. Eine Begegnung auf Augenhöhe? Vielleicht sogar jungen Erwachsenen die Hand reichen? – Alleine solche Gedanken sind heutzutage als reine Ketzerei anzusehen. Aber zumindest ist diese Aussage für das Land Polen als falsch anzusehen: Denn dort können auf öffentlichen Straßen legale Straßenrennen stattfinden.

„Autos mit 190 km/h über die großen Boulevards rasen und Polizisten dem ohrenbetäubenden Spektakel tatenlos zusehen“

>>Österreichischer Rundfunk<<

„Wenn in Lodz, der drittgrößten Stadt Polens, Autos mit 190 km/h über die großen Boulevards rasen und Polizisten dem ohrenbetäubenden Spektakel tatenlos zusehen, ist das kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich dabei um eine neue Strategie der polnischen Polizei, die damit den weit verbreiteten illegalen Straßenrennen ein Ende setzen will. „Street Legal“ nennen sich die monatlich stattfindenden Bewerbe, die – nicht nur geduldet, sondern organisiert von der Stadtpolizei – eine Alternative zu den illegalen nächtlichen Straßenrennen sein sollen, die Lodz jahrelang in Atem gehalten hatten. „Den jungen Menschen die Hand reichen“ Die Idee zu der ungewöhnlichen Maßnahme stammt von Jaroslaw Woloszynski, dem Chef der örtlichen Polizeibehörde.“

„Street Legal“ – „Alternative zu den illegalen nächtlichen Straßenrennen“

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk hat einen langen Bericht über illegale Straßenrennen in Polen herausgebracht: Aber genau diesen wichtigen Aspekt komplett verschwiegen. Damit hat er seinem Ruf ein einseitiger „Staatsfunk“ zu sein, wiedereinmal voll bestätigt: In Puncto Autorennen auf öffentlichen Straßen herrscht dort der Dreiklang aus härten Strafen, mehr Kontrollen und noch mehr negativer Berichterstattung vor. Jeder andere Sichtweise wird komplett ausgeklammert. Aber gerade das Beispiel Polen führt recht eindrucksvoll vor Augen: Illegale Straßenrennen lassen sich legalisieren. Zumal ein echtes öffentliches Interesse vorhanden ist.

 

–W E R Β U Ν G–

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