Unaufgeklärte Morde: Wenn der Killer an der Haustür klingelt

Screenshot youtube.com

„… die polizeiliche Aufklärungsquote bei Mord 95,5 Prozent. Abgebildet werden die Aufklärungsquoten bei Mordfällen gemäß § 211 StGB. Demnach ist der Tatbestand des Mordes erfüllt, wenn aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder …“ So die Zahlen der amtliche Statistik: Polizei und Staatsanwaltschaft rühmen sich gerne mit einer hohen Aufklärungsquote, aber die Realität hinter den Zahlen dürfte eine ganz andere sein.

>>Bild<<

„Am 3. Juni verschwindet Rettungsschwimmerin Isabelle Kellenberger (28) nach einem Spieleabend bei einem befreundeten Paar. Gegen 4 Uhr morgens telefoniert sie mit ihrem Freund – zum letzten Mal. Danach ist ihr Handy aus, tagelang gibt es kein Lebenszeichen von der jungen Frau. … „Unsere Tochter wurde in Niedrigwasser ertrunken aufgefunden, ohne äußere Gewalteinwirkung, allerdings mit starken inneren Blutungen im Stirn- und Schläfenbereich sowie im Halsbereich.“, sagte Karl-Heinz Hulin zu BILD. Die Polizei glaubt an einen Suizid, Isabelles Eltern an einen Unfall oder schlimmer noch: die Tat eines Serienkillers: „Isabelle war Rettungsschwimmerin und soll sich bei acht Grad und nur mit Unterwäsche bekleidet, ertränkt haben? Das klingt nicht nach unserer Tochter“, sagte Hulin fest und zog Parallelen zu den Morden an Studentin Maria L. (19) und Joggerin Carolin. „Wie auch bei Carolin wurde das Telefon unserer Tochter als erstes lahmgelegt. Bis heute fehlt jede Spur von ihrem Handy, Isabelles Kleidung und Handtasche“, erzählte er weiter. Das Paar wandte sich an Richard Kerber, den Leiter der Sonderkommission „Erle“, die den Tod von Carolin untersucht.: „Das war schon ein schwerer Gang ihn anzurufen und die Vermutung zu äußern, dass es da eventuell Parallelen gibt“

 

>>Südkurier<<

„Nach dem Tod der 28-jährigen Isabelle Kellenberger suchen ihre Eltern weiter nach Hinweisen. Sie haben sich zudem mit einem Fragenkatalog mit Ungereimtheiten an die Staatsanwaltschaft gewandt. … Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen eingestellt. Die Todesursache sei ungeklärt, man gehe aber von einem Tod durch Ertrinken aus. In die Ermittlungen, so der leitende Staatsanwalt Hans-Jörg Roth, seien alle objektiven Umstände eingeflossen und er gehe von einem Suizid aus.“

Es existieren auch andere seltsame Familiendramen, wo man von amtlicher Seite schnell, mit einer einfachen Alles-Erklär-These zur Hand ist. Selbstverständlich werden diese Fälle keineswegs in die amtliche Statistik, unter Rubrik unaufgeklärte Morde aufgenommen.

>>Spiegel<<

„Erstaunlich schnell kommen Ermittler und Staatsanwaltschaft zu einem eindeutigen Urteil. Spekulationen um einen Mordanschlag lässt Kommissar Hartmut Otto bereits am Nachmittag des 20. Oktober 1992 platzen. Kelly lag im Schlafzimmer, Bastian davor im Flur. Als Todesursache gibt die Polizei nach der Obduktion je einen Kopfschuss an; es gebe keinerlei Einbruchs- oder Kampfspuren oder Anhaltspunkte, dass die gefundene Derringer-Pistole nicht die Tatwaffe sei. Demnach hat Bastian erst Kelly getötet, dann sich selbst: „Bei Frau Kelly ist es ein absoluter Nahschuss, ein sogenannter aufgesetzter Schuss gewesen.“ Auch fünf Monate später schließt Oberstaatsanwalt Peter Iwand im Abschlussbericht eine Beteiligung Dritter aus.“

Die übliche amtliche Vorgehensweise: Schnell wird eine These aufgestellt und von dieser später nicht mehr abgewichen. Unzweifelhaft ist es – auch heutzutage – leicht einen Mord, als Selbstmord oder bedauernswertes Familiendrama erscheinen zu lassen. Der Täter kann einfach mit gezogener Waffe an der Haustür klingeln, die Opfer machen nichtsahnend die Tür auf und sind danach den Mörder schutzlose ausgeliefert. Als Letztes muss der Killer es nur noch nach einen Selbstmord oder einer Familientragöde aussehen lassen. Alles in allen: Kein schwieriges Unterfangen.

 

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