Wankende Bonität des Euros – Wenn Finanzhaie das Blut im Wasser riechen

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Und plötzlich wird der Euro nirgendwo mehr angenommen: Solche Szenarien sind nicht ganz aus der Luft gegriffen. Zu DDR-Zeiten war es praktisch unmöglich mit der gängigen Ostmark im kapitalistischen Wesen einkaufen zu gehen. Durchaus vergleichbare Erfahrungen musste in der Finanzkrise auch das Land Island machen. Selbst abwegige Ideen wie Schulden in „Walfischtran“ zurückzubezahlen wurden ernsthaft diskutiert.

Mögliches Szenario: Und plötzlich wird der Euro nirgendwo mehr angenommen

Jedoch mit der Einführung des Euros sollte – im übertragenen Sinn – Wohlstand für alle entstehen: Doch praktisch seit dem Jahre 2010 findet sich die Währung in einer Dauerkrise wieder. Aber bereits zuvor waren die ersten die Krisensignale sichtbar geworden: Im Jahre 2008 fanden Ausschreitungen in Griechenland statt. Der Auslöser soll ein erschossener Jugendlicher durch einen Polizeibeamten gewesen sein: Allerdings die tatsächlichen Ursachen für die Krawalle dürften ganz woanders zu suchen sein.

„Trotz guter Qualifikation seien für sie zumeist nur Aushilfs- und Übergangsjobs zu finden“ 

>>Wikiwand<<

„Als einen der Gründe für die Gewaltbereitschaft in großen Teilen der griechischen Jugend analysiert der SWR-Korrespondent Ulrich Pick in der ARD-Tagesschau die lang aufgestaute Frustration über schlechte Zukunftsperspektiven. Trotz guter Qualifikation seien für sie zumeist nur Aushilfs- und Übergangsjobs zu finden, man spreche von der 700-Euro-Generation. Dem gegenüber stehe das politische Establishment … in ihren Wertvorstellungen nur für die gutverdienenden Teile der Gesellschaft, deren Politik aus uneingelösten Versprechen keinen Glauben in der jungen Generation mehr finde.“

„Politik aus uneingelösten Versprechen keinen Glauben in der jungen Generation mehr finde“

Diese Einschätzung wird auch weitestgehend geteilt und dürfte mittlerweile auf viele Staaten innerhalb der Eurozone zutreffen. Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse sind zum Standard geworden. Vergleichbare wie bei der Einführung der BRD-Westmark in der ehemaligen DDR im Jahre 1990 sind künstliche Ungleichgewichte entstanden: Solche asymmetrischen Währungsräume müssen logischerweise Gewinner und Verlierer produzieren. – Doch irgendwann müssen die „Verlierer“ gerettet werden, sofern die Währungsunion bestand haben soll. Mittlerweile tritt aber eine ganz andere Erkenntnis hervor: Jenen vermeintlichen „Rettern“ geht so langsam selbst das Geld aus. – Diverse Indizien deuten bereits darauf hin: Die Auszahlung von Subventionen für Unternehmen kann mitunter sehr lange dauern: Aber das ist lange nicht alles.

Bonität: Geht dem Eurorettern das Geld aus?

>>Agrarheute.com<<

„Jedem Vierten droht Ausschluss von Investitionsprogramm Landwirtschaft … sieht aber explizit folgende drastische Einschränkung bei der Antragsstellung vor: „Der Antragsteller hat zur Kreditvergabe grundsätzlich die letzten zwei Jahresabschlüsse oder entsprechende Einnahmenüberschussrechnungen vorzulegen. “

Schleppende Subventionsauszahlungen werfen Fragen zur staatlichen Bonität auf

>>Deutsche Handwerks Zeitung<<

„Nur wer tatsächlich berechtigt ist, darf das Geld behalten, muss es aber als Einnahme versteuern. „Die Einnahmen unterliegen den Ertragsteuern, also Einkommens-, Körperschafts-, Gewerbesteuern sowie den dazugehörigen Zuschlagsteuern wie Soli und Kirchensteuer“, erklärt Steuerberater Brumbauer.“

Kreditwürdigkeit des Staates: Steigende Staatsschulden und Sinkende Steuereinnahmen

Ohnehin lässt sich auf die allermeisten staatlichen Zuschüsse kein Rechtsanspruch geltend machen und der gerichtliche Klageweg ist meist ebenso ausgeschlossen. Durch beliebte Mittel wie Bürokratie lassen sich also die Auszahlungen beliebig in die Läge ziehen oder im Nachhinein sogar zurückfordern. Das aus vollmundige politische Versprechen am Ende nur Schall und Rauch übrig bleiben: Das dürfte recht gut der angedachte Kohleausstieg hervor gebracht haben.

Gestrichene Subventionen: Rasentraktor statt Lausitzmagistrale

Alleine im Zuge des Kohleausstiegs wurden neue Industriearbeitsplätze und Infrastruktur versprochen, davon will aber heutzutage kaum noch jemand in Verantwortung etwas wissen. Selbst Vorzeigeprojekte wie die Lausitzmagistrale wurde schon gestrichen. – Überspitzt: Am Ende muss ein neuer Rasentraktor für die örtliche Feuerwehr als „Trostpreis“ reichen.

Wie ist es mit Zahlungsfähigkeit der Staates in der Eurozone bestellt?

Allerdings wirft dieses Gebaren andere wichtige Fragen auf: Wie ist es mit Zahlungsfähigkeit der Staates in der Eurozone bestellt? – Schließlich, jedes insolvente Unternehmen fällt faktisch als steuerzahlende Einnahmequelle weg. Am Ende bleibt nur noch Gelddrucken übrig. Das muntere Schuldenmachen soll also nun die neue Staatsräson sein, aber besonders die Spekulanten an den Finanzmärkten dürften schon die wankende Eurozone sehen. Mit gezielten Finanzwetten lässt sich eine Währung – wie das Britische Pfund – sehr wohl zu Fall bringen. Zudem sind auch die Bonitätssiegel der etablierten Ratingagenturen mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Wankender Euro: Wenn Finanzhaie das Blut im Wasser riechen

>>Wirtschaftswoche<<

„Zur Hälfte hatte der in vermeintlich besicherte US-Papiere, darunter auch die gefürchteten US-Subprime-Hypotheken, investierte. Auf einer Veranstaltung in Frankfurt verwiesen die Banker auf die hohe Bonität der Papiere. Dass tolle Bonitätssiegel der Ratingagenturen wenig wert waren, zeigte sich sehr schnell. Keine zwei Monate später machte Union Investment ihren 950 Millionen Euro schweren ABS-Invest auf Jahre dicht.“

„Tolle Bonitätssiegel der Ratingagenturen wenig wert waren“

Die verschuldeten Staaten in der Eurozone sind durch die Währung Euro in eine Abhängigkeit geraten. Die Bonität des Euros ist demnach zur wichtigen Frage geworden. Die zunehmenden Beschränkungen von Kryptwährungen und Edelmetalleals alternative Zahlungsmittel – dürften eine unmittelbare Folge hiervon sein. Denn jeder Zahlungsvorgang durch eine alternative Währung lässt die Bonität des Euros und damit auch die Kreditwürdigkeit der Staaten sinken. Die vergangene Finanzkrise in Island hat schon mal das praktische Ende einer Währung vorgeführt.

„Vor dem Crash und nach dem Crash“ – „Fast wie von einem Krieg“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Das Desaster von 2008 war für Hallgrímur Helgason ein Schlüsselmoment in der isländischen Geschichte. Sie sprächen davon fast wie von einem Krieg, teilten die Zeit in „vor dem Crash und nach dem Crash“.

Wer akzeptiert schon eine Währung – Die am nächsten Morgen nur noch als Gedenkmünze taugt

Das Währungen praktisch über Nacht nirgendwo mehr akzeptiert werden können. – Oder anders herum: Wer akzeptiert schon eine Währung, die am nächsten Morgen nur noch als Gedenkmünze taugt. Zeitweise sollten Schulden sogar in „Walfischtran“ zurückbezahlt werden:   – Vereinfacht: Auch in Island wollte man das große politische Rad drehen und hat am Ende beinahe die eigene Währung verzockt.

 

–W E R Β U Ν G–

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