Waren die Kelten verkannte Slawen?

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Waren etwa die Slawen verkannte Kelten? Schon vor weit über hundert Jahren ging der Slowene Martin Žunkovič (1858-1940) ein Offizier der österreichisch-ungarischen K.- u.- K.- Armee genau dieser Frage nach. Anhand der Sprache fand er Erstaunliches heraus. Denn noch heute wird über das Verhältnis von Slawen und Kelten gestritten.

Waren etwa die Slawen verkannte Kelten?

Worin jedoch einhellige Einigkeit besteht: Das alle slawischen Sprachen einer größeren Sprachfamilie angehören.

Alle slawischen Sprachen einer größeren Sprachfamilie angehören

>>Invasion der Barbaren von Peter Heather<<

„Erstens ist auffällig, wie eng die heutigen slawischen Sprachen immer noch miteinander verwandt sind – so eng, dass sich ihre Sprecher gegenseitig verstehen können. Alles weist darauf hin, dass diese enge Verwandtschaft nicht von einem Prozess der sprachlichen Annäherung in neuerer Zeit herrührt, sondern aus der Tatsache, dass sich die heutigen Sprachen erst verhältnismäßig spät voneinander abgespalten haben. Zweitens sind die slawischen Sprachen insgesamt sehr eng mit jenen baltischen Sprachen verwandt, deren Gewässernamen in Osteuropa früher viel weiter verbreitet waren als heute.“

„Die slawischen Sprachen tragen ein Kasussystem mit sich herum, das ebenso kompliziert ist wie das des Lateinischen oder Griechischen“ 

Eine vergleichbare Situation ist bei den keltischen Sprachen zu finden: Auch ihre Sprachfamilie weist unzweifelhafte gemeinsame Merkmale auf.

„Was eine keltische Sprache auszeichnet, ist durch charakteristische Merkmale auf dem Gebiet der Laut- und Formenlehre eindeutig bestimmt“

>>Die Kelten von Bernhard Maier (Buch) <<

„Was eine keltische Sprache auszeichnet, ist durch charakteristische Merkmale auf dem Gebiet der Laut- und Formenlehre eindeutig bestimmt.“

Kelten und Slawen: Beiden Sprachen weisen erhebliche Gemeinsamkeiten auf

Heutzutage spricht man von den sechs Keltischen Nationen, wovon allerdings nur Irland tatsächlich ein Staat sei. Mit Ausnahme der Bretagne sind alle auf den britischen Inseln anzutreffen. Doch einst waren die Kelten viele weiter verbreitet und bildeten mit dem Slawen eine gemeinsame Grenze ab. Allerdings die Trennung vollzog sich bereits während der Antike und zwar im Zuge der Ausdehnung des Römischen Reiches. Es wäre also durchaus Aufgrund der Logik nachvollziehbar: Das Kelten und Slawen gemeinsame Wurzeln haben könnten und sich seit über 2.000 Jahren auseinander entwickelten. Nichtsdestotrotz weisen auch die beiden Sprachen erhebliche Gemeinsamkeiten auf.

Kelten und Slawen: „Man wird überrascht sein über die Identität und Verwandtschaft der Begriffe“ 

>>Die Slawen ein Urvolk Europas von Martin Žunkovič  (Buch) <<

„Man versuche es nur einmal das Keltische mit dem slavischen Sprachschatze zu vergleichen und man wird überrascht sein über die Identität und Verwandtschaft der Begriffe; das künstlich aufgebaute, oft nur in Bezug auf die Begriffsbedeutung dem Gefühle oder der Vermutung nähergebrachte ’Keltisch’ ist lediglich ein Slavisch, welches im Sinne der heutigen Auffassung den Titel jener Volksstämme darstellt, aus deren Summe sich eben bis heute durch die Wissenschaft der Gesammtbegriff ’Slaven’ gestaltet hat. – Die Keltomanie hat aber mit ihrer intensiven Einsetzung aller Kräfte eigentlich selbst und unbewußt die Erkenntnis an den Tag gefördert, daß wir das Keltische mit dem Slavischen zu identifizieren haben, nachdem die Ähnlichkeit und organische Verwandtschaft umso schärfer hervortreten, je mehr Vergleiche angestellt werden. Unser ganzer Streit und die wissenschaftliche Kontradiktion ist, gleich dem Nebel in der Sonne, in jenem Momente zerronnen, wo man erkenntnisvoll zugibt, daß alles keltisch angesehene nichts weiter als Slavisch im heutigen allgemeinen Sinne, daß ’Keltisch’ und ’Slavisch’ identische Begriffe sind. Nur auf diesem Identitätszugeständnisse haben die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten auf keltischer Grundlage einen Selbstkostenwert; andernfalls ist die völlige Destruktion und Vergessenheit ihr unaufhaltbares Los.“

Martin Žunkovič: „Daß wir das Keltische mit dem Slavischen zu identifizieren haben“

Martin Žunkoviču unterzog sich der unglaublichen Mühe: Die Flur- und Ortsnamen Europas nach ihrer sprachlichen Ursprung zu erforschen. Ein noch heute kaum beachteter Wissenschaftszweig: Denn meistens beschränken sich Historiker lediglich auf die Ortsnamen: Die sich jedoch im Laufe der Geschichte viel häufiger ändern können. Ein herrschender Duktus der bis in unserer heutige Zeit überlebt hat: Noch heute werden in regelmäßigen Abständen Straßen oder Brücken unbenannt. Doch kaum ein regierender Herrscher macht sich die Mühe einen kleinen Fluss umzubenennen.

Slawen und Kelten weisen noch weitere gemeinsame Merkmale auf

Ungeachtet der Sprache weisen Slawen und Kelten noch weitere gemeinsame Merkmale auf: Beispielsweise das Fest – „Beltane“ .

„Beltane – Das keltische Maifest“ – Verblüffende Ähnlichkeit mit dem Lausitzer Hexenfeuer

>>Gruene-Insel.de – Die Irland-Experten! <<

„Beltane – Das keltische Maifest – Beltane oder Bealtaine (neuirisch auch die Bezeichnung für den Monat Mai) markiert in Irland den Beginn des Sommers.“

„Beltane – Das keltische Maifest – Beltane oder Bealtaine“

Beltane als keltisches Maifest weist verblüffende Ähnlichkeiten zur Walpurgisnacht oder dem Lausitzer Hexenfeuer auf. Nicht nur das Datum ist fast dasselbe, sondern auch der Ablauf. Im Zentrum steht ein rituelles Feuer, worum sich Menschen versammeln. Alleine die Tatsache, dass dieser Brauch – zumindest rudimentär – offensichtlich die Jahrtausende überdauert hat, sollte eigentlich jeden ins Erstaunen versetzen. Allerdings die modernen deutschen Historikern zeichnen sich nicht unbedingt durch ihren hohen intellektuellen Feingeist – sondern vielmehr durch ihre unerschütterliche Staatsräson aus.

„Die mühsam zusammengebastelte Theorie deutscher Wissenschaftler – Die Lausitzer Kultur wäre urgermanisch“

>>Die Lausitzer von Günter Wermusch (Buch) <<

„Die mühsam zusammengebastelte Theorie deutscher Wissenschaftler, die Lausitzer Kultur wäre urgermanisch, könnte allenfalls illyrisch, jedoch niemals slawisch gewesen sein, geriet ins Wanken. Es bedurfte wiederum nur noch eines winzigen Schritts zu der Erkenntnis, dass die heutigen Sorben, Tschechen und Polen ebenso Nachfolger dieser Lausitzer Kultur sind, wie die wilzischen (veletischen) Slawenstämme, die bis in das zwölfte Jahrhundert im Gebiet zwischen der Oder und der mittleren Elbe ansässig waren.“

Haplogruppe R1a belegt die genetische Kontinuität von der Anwesenheit von Slawen

Obwohl – nachweislich – ungefähr 3.000 Jahre – bis ins 13. Jahrhundert unserer Zeitenrechnung – die sogenannte „Römerschanze“ von dem Slawen genutzt wurde, bleiben weite Teile der hiesigen deutschen Historiker-Gemeinde auf ihren festgefahrenen Standpunkt stehen. Nicht einmal die Haplogruppe R1a, die die genetische Kontinuität von der Anwesenheit von Slawen in der Region belegt, rüttelt an ihren Weltbild. Die deutsche-staatliche Historiker-Gemeinde hat sich deswegen offensichtlich sogar mit tschechische Kollgen überworfen, weil sie dazu eine andere Meinung vertreten.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up