Die Neueröffnung des LEAG-Besucherzentrums

Screenshot leag.de

Nach wochenlangen Umbauarbeiten öffnet das Besucherzentrum seine Pforten für Besucher. Mit einer Mischung aus digitalen und analogen Exponaten bietet es einen Einblick in die Entstehung und Verarbeitung von Braunkohle.

>>Lausitz Energie Bergbau<<

„Seit knapp sechs Wochen hängt an der Glastür des Besucherzentrums im Kraftwerk Schwarze Pumpe ein Schild: Baumaßnahmen – steht dort geschrieben, denn hier wird fleißig modernisiert. Seit über 20 Jahren ist das Besucherzentrum Anlaufpunkt für interessierte Gäste und Start unzähliger Kraftwerksbesichtigungen. Nun erhält es sein wohl verdientes Makeover. Nach Akkuschraubern und Schleifgeräten, großflächigen Malerarbeiten und kleinteiligen Restaurationen geht es inzwischen wieder vergleichsweise ruhig auf der Baustelle zu. Die bis zu drei Meter hohen Ausstellungstafeln sind an ihren Plätzen, Bildschirme leuchten, Modelle blinken. Das gleichmäßige Klacken der Weltbevölkerungsuhr erfüllt die Luft. Durch die großen Fenster fällt Sonnenlicht in den Raum. Man kann sich bereits vorstellen, wie hier wieder Besuchergruppen umherwandern, verweilen oder sich als „Stromerzeuger“ versuchen. Doch noch ist es nicht ganz so weit.

Auf der Zielgeraden

Heute gehört das Besucherzentrum noch dem Projektteam, das sich vor Ort getroffen hat. Die letzten Feinarbeiten und finalen Handgriffe werden ausgeführt, Exponate arrangiert, die Beleuchtung justiert. Hier und da bespricht man noch Korrekturen an den neuen Präsentationen. Letzte Programmierungen sind nötig, damit alles reibungslos funktioniert. Es herrscht Endspurt-Stimmung. Der Zeitplan drückt. Schon am 10. Mai 2018 soll hier die feierliche Neueröffnung stattfinden, die das 19. Wanderwegfest begleiten wird.

Im Wandel der Zeit

Mitten drin im letzten Feinschliff steckt meine Kollegin Ariane Geisler – sie hat die Projektleitung für die Neugestaltung übernommen. Ariane erklärt mir, dass der Wechsel von Vattenfall zur LEAG zwar der Anlass für den Umbau war, die Maßnahmen aber weit über diesen Zweck hinaus gehen. „Wir wollten nicht einfach einen neuen Namen über alles schreiben. Die Themen, die uns im Zusammenhang mit Energie bewegen, haben sich gewandelt. Und digitale Technik gibt uns ganz neue Möglichkeiten, die Besucher mit in diese Ausstellung hineinzunehmen.“ Eine weitere Neuheit ist, dass auch der Tagebau Welzow-Süd Einzug in das Besucherzentrum gehalten hat. Nicht nur der Umzug der Tagesanlagen von Welzow-Süd in die unmittelbare Nachbarschaft legte das nahe. „Für unser Projekt war das eine tolle Möglichkeit, auf etwa 300 Quadratmetern Fläche eine ‚Energiereise‘ für die Besucher zu entwickeln, die vor etwa 17 Millionen Jahren bei der Entstehung der Lausitzer Braunkohle beginnt und sie schließlich bis zur heimischen Steckdose im 21. Jahrhundert führt. Dabei können sie das Lausitzer Energierevier kennen lernen, Großgeräte und Kraftwerkstechnik aus nächster Nähe erleben und sich über das Energiesystem in Deutschland und seinen Wandel informieren.“

Gemeinsam kreativ arbeiten

Bereits im Herbst des letzten Jahres startete die Planungsphase für die Neugestaltung zusammen mit der Agentur Heimrich & Hannot in Dresden. „Wir wollten gemeinsam mit allen Beteiligten eine Ausstellung entwickeln, die unsere Besucher unabhängig von Alter und Vorkenntnissen bei ihren individuellen Interessen abholt“, erklärt mir Geschäftsführer Carsten Klunker. Multimedial nennt er den Mix aus analogen und digitalen Ausstellungsstücken und stellt in Aussicht, dass sich das Besucherzentrum auch nach der Eröffnung weiterentwickeln wird. „Wir haben noch einige Ideen, die wir nach und nach angehen wollen, um auch weiterhin am Puls der Zeit zu bleiben.“ Um die Pläne des Projektteams in die Tat umzusetzen, kam Anfang März mit Walther Expo ein erfahrener Messebauer dazu. Jetzt ist es fast geschafft und der Projektleiter der Baufirma, Herr Engler, zeigt sich zufrieden. Nicht ohne Stolz erzählt er mir, dass er noch nie die Eröffnung einer Ausstellung verschieben musste. Und dass es auch dieses Mal geklappt hat, freut ihn umso mehr. „Klar gibt es auch mal stressige Situationen, aber die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ist gut und wir haben immer Lösungen gefunden, mit denen alle zufrieden sind.“ Er persönlich würde sich die Ausstellung privat unbedingt ansehen – sie habe viel zu bieten. Dabei zeigt er auf ein Exponat, das ihm besonders am Herzen liegt. Es ist die Miniatur des Kraftwerks Schwarze Pumpe, sein Lieblingsstück, wie er gesteht.“

 

Loading...
Scroll Up