Was gegen bewaffnete Amokschützen wirklich hilft

Screenshot vimeo.com

Bewaffnete Amokläufe gehören sicherlich nicht zum Alltag, aber sind mittlerweile auch keine Seltenheit mehr. Um die Täter aufzuhalten wird einseitig auf Polizei und sogenannte „Sondereinsatzkommandos“ gesetzt. Das Resultat bei solchen Einsätzen fällt in der Regel verheerend aus und bekommt aus politischen Gründen schnell irgendeine „Geheimhaltungsstufe„. Dennoch lässt sich nachzeichnen, wo die Fehler sind und was wirklich gegen bewaffnete Amokläufe hilft.

>>Westfalen Blatt<<

„Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte zunächst den Autofahrer und dessen Cousin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt. Die Notwehrversion des Beamten geriet Anfang Mai ins Wanken. Vor Gericht stellte sich heraus, dass bei den damaligen Ermittlungen nicht das komplette Video-Material aus der Streifenwagenkamera ausgewertet worden war.“

Natürlich ist es einfach einen unbewaffnete Menschen zu verprügeln. Ebenso problemlos: Im Nachgang den Sachverhalt durch Falschangaben und zurückhalten von Beweismaterial bei der Staatsanwaltschaft ins Gegenteil zu verkehren. Nur wie regieren die „Freunde und Helfer von Amt“ auf bewaffnete Amokläufer, die durchaus wissen was sie tun und zu allen entschlossen sind? Ob unter diesen veränderten Parametern, dann die selbe Entschlossenheit der Polizei wie in Herford zu Tage tritt?

>>n-tv<<

„Mit Pistole und Pumpgun bewaffnet durchstreift Steinhäuser die langen Gänge in dem altehrwürdigen Schulhaus. Er schießt um sich, schießt durch Türen, Lehrer und Kinder sind den Schüssen aus nächster Nähe auf Kopf und Brust ausgeliefert. … Anschließend richtet sich der Todesschütze selbst. Der Wahnsinn dauert keine 20 Minuten. Während des Amoklaufs verbarrikadieren sich viele Schüler in ihren Klassenräumen, erst am Nachmittag werden sie aus dem Gebäude geführt. Sie müssen vorbei an den Toten und Verletzten. Dass die Rettung sich über Stunden zog, erklärt ein am Einsatz beteiligter Polizist später so: „Wir waren die Nullserie“.“

Screenshot jumpradio.de

Hätte der Amokläufer in Erfurt nach 20 Minuten – aus welchen Gründen auch immer – sich nicht selbst gerichtet, hätte die Bluttat noch viel mehr Opfer fordern können. Die reguläre Polizei wartete beim Amoklauf verängstigt auf das Eintreffen von sogenannten „Spezialkräfte“ – die am späten Nachmittag aber erst Vorort waren. In der Zwischenzeit waren die Menschen auf sich gestellt. Als dann endlich die sogenannten „Spezialkräfte“ eintrafen, war der Amoklauf bereits Geschichte und der Täter bereits Tod. Das Bild mit den Polizisten die verängstigt hinter einen Streifenwaagen (Opel Astra G) kauern, steht sinnbildlich für den ganzen Polizeieinsatz: Der Wagen mag einen gewissen optischen Schutz bieten, aber abgesehen von kleinkalibrigen Feuerwaffen geht nahezu sämtliche Munition problemlos durch beide Fahrzeugtüren. In Hollywood Spielfilmen mag so etwas anders ablaufen, aber keinesfalls funktioniert dies im realen Leben. Außerdem wäre es wohl angebracht gewesen, sich als Polizei den Schützen entschlossen entgegenzustellen, anstatt sich ängstlich um das Schulgebäude verteilt zu verkriechen. Auch stecken beide Waffen der Polizistinnen noch im Holster. An dieser Stelle mag die Frage berechtigt sein: Wieso sind diese Leute überhaupt zur Polizeischule gegangen? Aber auch anderswo sieht es mitnichten besser aus.

>>Welt<<

„Ein Sheriff hätte den schlimmen Amoklauf an einer Schule in Florida vielleicht verhindern können. Doch wie jetzt herausgekommen ist, sah er nur tatenlos zu. Seine eigene Sicherheit war ihm wichtiger, als die der Menschen.“

Der Sheriff stand tatenlos neben der Schule und er muss zweifelsfrei die Schüsse im Gebäude gehört haben – später wurde er Aufgrund dessen entlassen. Etwas Vergleichbare erreignete sich im Jahr 2011 im Norwegen.

>>Terror in Deutschland: Die tödliche Strategie der Islamisten von Elmar Theveßen (Buch) <<

„Anders Behring Breivik hat 77 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Gewissen. Nach seiner Überzeugung waren sie notwendige Opfer für einen größeren, guten Zweck. Zuerst explodierte die Bombe an jenem 22. Juli 2011. Eine Tonne geballte Sprengkraft tötete sechs Menschen, zerstörte Gebäude, Autos, fast alles im Umkreis von einigen Hundert Metern nachmittags um kurz nach halb vier mitten im Regierungsviertel von Oslo. Neunzig Minuten später setzte Breivik sein blutiges Werk auf der Insel Utøya in einem Zeltlager des sozialdemokratischen Jugendverbands fort. Er hatte eine Polizeiuniform an, um Vertrauen zu gewinnen, bevor er mit seinen automatischen Waffen das Feuer auf die Jugendlichen und ihre Betreuer eröffnete. Er tötete 69 Menschen, 32 von ihnen waren unter achtzehn Jahre alt, eine Reihe von ihnen muslimischen Glaubens.“

 

>>Welt<<

„Als die ersten Jugendlichen den Notruf wählten, wurden sie abgewiesen. Erst nach 90 Minuten erreichte die Polizei die Insel. …. Eine Sondereinheit der Polizei bricht von Oslo nach Utoya auf. Die Einsatzleitung entscheidet, über Land zu fahren, da ein Hubschrauber offenbar nicht unmittelbar einsatzbereit ist. … Erste Polizisten erreichen das Gebiet, da sie aber kein eigenes Boot haben, müssen sie zunächst warten.“

Die Insel Utoya liegt unweit vor der Metropole Oslo und ist mit den Hubschrauber in wenigen Minuten zu erreichen. Im sonst verhältnismäßig dünn besiedelten Norwegen liegen also hier optimale Einsatzbedienungen vor. In anderen Landesteilen hätte es wesentlich länger gedauert, bis überhaupt ein „echter“ Polizist mal vorbeigekommen wäre. Jedoch weder ein Hubschrauber, noch ein geeignetes Schiff waren einsatzbereit. Eine Privatperson hat schlussendlich mit seinen privaten Boot die Polizisten auf die Insel gebracht. Allerdings hatte der Attentäter nach 90 Minuten entweder keine Munition oder schlicht keine Lust mehr, noch mehr Menschen umzubringen. Anders lässt sich sein Verhalten wohl kaum erklären. Alles in allen, tritt auch hier das selbe Muster zu Tage: Der Eifer der Polizisten um zum Einsatzort zu kommen, um den Attentäter entschlossen entgegen zu treten, hält sich in sehr engen Grenzen. Das zeigt sich schon daran, die Polizisten fuhren mit einen ungeeigneten Boot umher, kehrten wieder um und standen völlig verloren und desorientiert am – falschen – Ufer. Erst auf direkte Nachfrage eines Bürgers, stiegen sie in ein seetaugliches Schiff um und führen mit einer Privatperson zur besagten Insel. Ohne diese mutige Initiative, hätte es wohl noch viel länger gedauert, bis die vermeintlichen „Spezialkräfte“ der Polizei Utoya erreichten. Alle diese Fälle haben einen gemeinsamen Nenner: Die häufig erwähnten Pannen oder Versäumnisse bei diesen Polizeieinsätzen sind nämlich keine in Wahrheit: Sondern dabei handelt es sich lediglich um das praxisnahe Standardprozedere. Nur will das von amtlicher Seiten niemand offen eingestehen. Und noch eine andere verschwiegene Wahrheit kommt hinzu: Selbst 13jährige Mädchen sind sehr wohl in der Lage mit richtigen Waffen und guten Training sich selbst zu verteidigen. Das alles bedeutet um Umkehrschluss: Anders Behring hätte gegen 560 bewaffnete Jugendliche auf der Insel Utoya kaum eine Chance gehabt und die meisten Menschen wären wohl heute noch am Leben. Fälle wie Anders Behring wird es immer geben. Diese Leute mögen verrückt, aber keineswegs dumm sein und sie werden immer Möglichkeiten auf legalen oder illegalen Weg finden an Waffen zu gelangen. Im Ernstfall sind nur aufrechte Bürger in Lage sich ihnen entschieden entgegen zu stellen.

 

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