Ausgemustert und Verschrottet: „Bundeswehr herrsche eine Mangelwirtschaft“

Screenshot www.let.cz

Die Bundeswehr klagt über Mangel an Geld: Fehlen sollen Ersatzteile, Ausrüstungsgegenstände und überhaupt schweres Gerät. Tatsächlich lässt der Umgang mit Geld und Material eher zu wünschen übrig. Funktionstüchtige Flugzeuge werden still und heimlich ausgemustert. Ein gerade teuer Instand gesetzter Schwimmkran, wandert auf Nimmerwiedersehen in den Schrott.

>>Vorwärts<<

„In der Bundeswehr herrsche eine „Mangelwirtschaft“, so der Ombudsmann aller Soldaten. „Die Materiallage bleibt dramatisch schlecht.“ Und das trotz angekündigter Trendwenden, von denen „nichts oder fast nichts zu spüren“ sei. Wie schon in der Vergangenheit fehlten Ersatzteile, weswegen sie oftmals innerhalb der Truppe zusammengesucht werden müssten. „Jetzt haben wir 2018, und am System des Hin- und Herschiebens hat sich nichts geändert.“ Gleichzeitig seien die Instandsetzungszeiten für Material „überlang“.

 

>>Focus<<

„Zuerst Panzer, nun Westen und Winterkleidung: Neue Berichte über Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr werfen ein schlechtes Licht auf die Truppe.“

Begriffe wie Mangelwirtschaft treffen es ziemlich genau. Aber die eigentliche Frage lautet: Woher der Mangel eigentlich rührt?

>>Kieler Nachrichten<<

„Auf dem Ostufer in Kiel gab es über 50 Jahre ein graues Kranwahrzeichen. Der 1962 auf der Rheinwerft Walsum gebaute Marineschwimmkran „Hiev“ überragte bis zum Bau der HDW-Portalkräne fast alle Bauwerke des Ostufers. Nun kommt für den letzten Kieler Schwimmkran, zugleich der letzte deutsche Schwimmkran an der Ostseeküste, das Aus. … Am Geld lag es diesmal auch nicht. Der Kran war 2009 bis 2012 für 6,26 Millionen Euro bei der Elsflether Werft modernisiert worden.“

Nur wenige Jahre – nach einer teuren Sanierung – wird der Kran stillgelegt. Der Schwimmkran steht exemplarisch dafür, wie mit Steuergeldern umgegangen wird. In anderen Bereichen sieht es mitnichten besser aus.

>>Luftfahrttechnischer Museumsverein Rothenburg<<

„In der DDR wurden 12 L-410 UVP durch die NVA als Transportflugzeuge (VS-14) sowie in der Transportfliegerausbildung (TAS-45 in Kamenz) genutzt. Auch die Interflug beschaffte 6 L-410 UVP insbesondere für Fotoflüge und geologische Erkundungen. Die Flugzeuge der NVA wurden 1990 von der Bundeswehr übernommen und im LTG-65 sowie in der Flugbereitschaft des BMVg teilweise bis zum Jahr 2000 genutzt.“

Die tschechischen Streitkräfte nutzen die Flugzeuge weiter und zwar bis heute. Selbst die meisten der von DDR übernommen L-410, sind noch im Einsatz und zwar für den Grenzschutz in Estland. Hinzu kommt: Im Tschechien werden diese Flugzeugtypen nach wie vor noch produziert, an Ersatzteilen herrscht somit kein Mangel. Sehenden Auges wurden die Flugzeuge ausgemustert und verkauft oder verschenkt.

 

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