Vorgegebenes Klimaoptimum – Wollen Klima-Ingenieure eine neue künstliche kleine Eiszeit erschaffen?

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Das globale Temperaturmittel eines Jahres allein ist wenig aussagekräftig. Mehr Informationen gewinnen wir aus der Abweichung des globalen Mittels eines Jahres vom Mittelwert in einem zurückliegenden, längeren Zeitraum. Daraus wird ersichtlich, ob ein Jahr wärmer oder kühler war als im klimatologischen Mittel. Üblich ist ein Vergleich mit der Periode 1850 bis 1900, die auch von der ⁠WMO⁠ verwendet wird.“ – So die offizielle Erklärung des Umweltbundesamtes. Es wird allerdings nicht wirklich die Frage beantwortet: Warum dieses enge Zeitfenster von 50 Jahren nun als angestrebtes „Klimaoptimum“ gelten soll? – Diese Frage wird nicht wirklich beantwortet.

Wer legt das Klimaoptimum überhaupt fest?

Die Klima-Ingenieure wollen auf künstliche Weise das Klima auf diese Größenordnung hinverändern. Die Mittel und Wege sollen hierbei einmal unberücksichtigt bleiben. Eigentlich müsste erstmal die Frage beantwortet werden: Warum ausgerechnet diese Zeitspanne nun so entscheidend sei? Immerhin wären die Jahre 1750 bis 1800 oder 1650 bis 1700 genauso gut oder sogar noch besser geeignet, da es ebenso wenig keine nennenswerte Industrie gab. Immerhin wurde die Dampfmaschine schon im Jahre 1769 zum Patent angemeldet. Normalerweise müsste man zwei Schritte zurückgehen und zuerst nachvollziehbare wissenschaftlichen Kriterien für das angestrebte Klimaoptimum aufstellen. Denn so manche fossile Hinterlassenschaft wirft berechtigte Fragen auf.

„Der Stubben eines fossilen Mammutbaumes ist mit 5 Metern Durchmesser“

>>Stadt Cottbus<<

„Der Stubben eines fossilen Mammutbaumes ist mit 5 Metern Durchmesser das größte Exponat der paläobotanischen Sammlung des Museums. Er wurde 1982 aus dem Tagebau Klettwitz geborgen. Die Findlingsallee ist eine Kollektion von ausgewählten skandinavischen Leitgeschieben aus Niederlausitzer Tagebauen.“

Als in der Lausitz noch riesige Mammutbäume wuchsen

Dieser Mammutbaum ist ungefähr 1.200 Jahre alt geworden. Vergleichbare Bäume wird man in heutigen Wäldern in der Lausitz wohl vergeblich suchen. Die Art ist schon lange ausgestorben. Sollte sie vielleicht mittels Gen-Technologie – beispielsweise als Klon – zum Leben erweckt werden, so dürfte es höchst fraglich sein: Ob der Mammutbaum unter den heutigen kalten klimatischen Bedingungen überhaupt überleben würde. Denn das Klima und Vegetation haben in der Vergangenheit ganz anders ausgesehen.

„Waal-Warmzeit“ – „Vor 1 Mio. Jahren war es bei uns eigentlich ganz angenehm“

>>Ethik in den Ingenieurwissenschaften von Uta Breuer & Dieter D. Genske (Buch) <<

„Vor 1 Mio. Jahren war es bei uns eigentlich ganz angenehm. Wir befinden uns noch im Calabrium, im Altpleistozän, in einem sogenannten Interglazial, einer Warmzeit. Genauer gesagt, wir erleben gerade die ausklingende Waal-Warmzeit (die in den Alpen auch als die Donau/Günz-Warmzeit bezeichnet wird). Noch grasen längst ausgestorbene Huftiere auf ausgedehnten Ebenen, zusammen mit Riesenhirschen, mit Mammuts und den Vorfahren der Auer- und Moschusochsen. Auch Wildtiere die heute noch existieren wie Elche, Rentiere und Pferde durchstreifen die Steppenlandschaft. Wühlmäuse, Marder und Riesenbiber treiben ihr Unwesen. Großraubtiere wie die Säbelzahnkatze, wie Pumas und Hyänen lauern auf ihre Beute. Bald wird es in Nordeuropa wieder kälter werden. Die Menap-Kaltzeit kündigt sich mit immer längeren und strengeren Wintern an (sie entspricht in etwa der Günz-Kaltzeit in Südeuropa). Mächtige Gletscher werden von Norden kommend das Land überfahren und gewaltige Schuttmassen vor sich her schieben, die wir heute als Endmoränen bezeichnen.“

„Die Menap-Kaltzeit kündigt sich mit immer längeren und strengeren Wintern an“

Unsere menschlichen Vorfahren sind diesem Tieren noch begegnet und die damalige Vegetation dürfte vermutlich eher an eine heutige Feuchtsavanne erinnert haben. Ob es nun wirklich erstrebenswert ist, dass eine Säbelzahnkatze heute wieder die Wälder durchstreifen soll, das kann dahin gestellt bleiben. Aber als Klimaoptimum wäre die Waal-Warmzeit augenscheinlich viel besser geeignet, da die Biodiversität an Artenreichtum deutlich ausgeprägter ist. Auch in jüngerer Vergangenheit hat es einem steten Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten gegeben.

„Wechsel von Warm- und Kaltzeiten“

>>Die Venus aus dem Eis von Nicholas J. Conard & Jürgen Wertheimer (Buch) <<

„Der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten zwischen der letzten Warmzeit und dem Beginn des Holozäns (128 000 bis 10 000 Jahre vor heute) hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Vegetation. Wenn es in Mitteleuropa kalt wurde, zogen sich wärmeliebende Pflanzen an klimatisch günstigere Standorte zurück, um sich dann bei verbesserten Klimaverhältnissen wieder auszubreiten und einzuwandern. Vor der Würm-Eiszeit war Mitteleuropa von dichtem Laubwald überzogen. Die Nadelwaldgrenze war im Vergleich zu heute weiter nach Norden verschoben. Zunächst wuchsen Birken und Kiefern, und mit der Zeit breiteten sich Ulmen und Eichen von Südeuropa her aus. Es folgten Eschen und Haselsträucher, letztere wuchsen sehr verbreitet. Nach der Einwanderung von Erlen, Eiben und Linden entwickelten sich Hainbuchenwälder, in die sich Fichten und später Tannen mischten. Als mit dem Beginn der Eiszeit ein deutlicher Temperaturrückgang einherging, dominierten wieder Birken- und Kiefernwälder. Mit dem Beginn der letzten Eiszeit vor 115 000 Jahren verschwanden die dichten Wälder aus Mitteleuropa, und es breitete sich eine an Kälte angepasste Strauchtundren- bzw. Steppenvegetation aus.“

„Nadelwaldgrenze war im Vergleich zu heute weiter nach Norden verschoben“

Selbst der heutige Urwald in Mitteleuropa stellt sich mehr eine recht „junge Erscheinung“ heraus: Denn die letzte große Eiszeit hat erst vor rund 10.000 Jahren ein Ende gefunden. Vereinfacht: Unter meterhohen Gletschern können logischerweise keine Bäume wachsen. Hinzu kommt: Der Mensch hat diese Entwicklung – seit der letzten großen Eiszeit – von Anfang an mit begleitet und hat darauf Einfluss genommen. Daher mutet die Vorstellung eines „europäischen Urwaldes“ ein bisschen wie Wunschdenken an. Niemand kann heutzutage seriös die Frage beantworten: Wie heutige Wälder in Europa ohne menschlichen Einfluss aussehen würden? Zumal die letzte kleine Eiszeit noch gar nicht so lange her ist.

„Die kleine Eiszeit beschreibt den Zeitraum von etwa 1300 bis 1900“

>>Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst<<

„Die kleine Eiszeit beschreibt den Zeitraum von etwa 1300 bis 1900, in dem auf der Nordhemisphäre, besonders im Vergleich zur mittelalterlichen Warmzeit, sehr niedrige Temperaturen überwogen. In diesem Zeitraum erreichten die Gletscher im Bezug auf die vorangegangenen und folgenden Jahrhunderte die größte Ausdehnung.“

Die kleine als Eiszeit als angestrebtes Klimaoptimum?

Allerdings tut sich hier ein großer Widerspruch auf: Genau dieser Zeitraum wird als Temperaturmittel für das klimatologischen Mittel genommen.

„Klimatologischen Mittel“ – „Üblich ist ein Vergleich mit der Periode 1850 bis 1900“

>>Umweltbundesamtes<<

„Das globale Temperaturmittel eines Jahres allein ist wenig aussagekräftig. Mehr Informationen gewinnen wir aus der Abweichung des globalen Mittels eines Jahres vom Mittelwert in einem zurückliegenden, längeren Zeitraum. Daraus wird ersichtlich, ob ein Jahr wärmer oder kühler war als im klimatologischen Mittel. Üblich ist ein Vergleich mit der Periode 1850 bis 1900, die auch von der ⁠WMO⁠ verwendet wird.“

„Das globale Temperaturmittel eines Jahres allein ist wenig aussagekräftig“ 

An dieser Stelle müsste einmal die Frage geklärt werden: Warum eine kleine Eiszeit als angestrebtes Klimaoptimum gelten soll? Zusätzlich wurde dieser Temperatursturz im 19. Jahrhundert nochmal durch mehrere Vulkanausbrüche verstärkt.

„Globalen Abkühlung“ – „Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt von mehreren grossen Vulkanausbrüchen“

>>Der Bundesrat (Schweiz) <<

„Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt von mehreren grossen Vulkanausbrüchen in den Tropen, deren ausgestossene Schwefelpartikel zu einer vorübergehenden globalen Abkühlung führten. In dieser finalen Kaltphase der sogenannten Kleinen Eiszeit wuchsen bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Alpengletscher noch einmal stark an.“

„Kleinen Eiszeit wuchsen bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Alpengletscher noch einmal stark an“

Da das neues Klimaoptimum durch Klima-Ingenieure erschaffen werden soll, dürfte die Schweiz bestimmt keinen echten Nutzen daraus ziehen. In den überwiegend alpinen Land herrscht ohnehin ein kühleres Klima vor. Kurzum: Die Sommer fallen – selbst in gewöhnlichen Jahren – erheblich kürzer aus und der erste Schnee fällt dort schon viel eher. Und Tälern mit Gletschern sind für menschliche Besiedlung und Landwirtschaft vollkommen ungeeignet. Deren Anwachsen würde die effektiv-nutzbare Fläche der Schweiz nochmal verringern. Bedeutet: Die Schweiz dürfte vermutlich durch die Entwicklung eher einem großen Schaden davon tragen.