Erpressung: Die finstere Seite des Geheimdienstes

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Wie wird man Geheimagent? Die Antwort kann manchmal einfach sein: Unfreiwillig. Die Auswahl an Leuten, die diese „Tätigkeit“ ausführen können und dies auch – von sich aus – wollen, war schon seit jeher stark begrenzt. Deshalb wird nicht selten zu unschönen Mitteln gegriffen, wie zum Beispiel: Erpressung.

>>Deutsche Welle<<

„V-Leute werden in in- und ausländischen Geheimdiensten eingesetzt. In Deutschland zählen das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Verfassungsschutzämter der Bundesländer und der Bundesnachrichtendienst (BND) dazu. Auch die Polizei arbeitet mit verdeckten Informationsgebern – aber im Unterschied zu den Nachrichtendiensten sind die Polizeibehörden nicht ganz so frei im Umgang mit ihren Spitzeln bei Gesetzesübertretungen: So müssten sie beispielsweise schneller und früher ermitteln, wenn sie von Straftaten ihrer V-Männer erfahren würden, sagt Terrorismusexperte Schmidt. Allgemein werden drei Typen von Informationsgebern für Dienste und Polizeibehörden unterschieden:

1. Der Informant gibt den Behörden sporadisch Tipps.

2. Die Zusammenarbeit mit V-Leuten oder der Vertrauensperson (VP) ist mittel- bis langfristig angelegt. Er oder sie stammt meist aus dem Milieu, das beobachtet werden soll.

3. Der Verdeckte Ermittler ist ein Beamter oder Angestellter der Ermittlungsbehörde, der in den jeweiligen Milieus eingesetzt wird.

… Jeder V-Mann oder VP wird in der Behörde einem sogenannten VP-Führer zugeteilt. „Diese VP-Führer haben in der Regel relativ freie Hand. Innerhalb der Behörde werden V-Leute nur mit Decknamen oder Nummern geführt“, sagt Michael Mueller, Experte für den Bundesnachrichtendienst und Autor diverser Publikationen über Geheimdienste im DW-Gespräch. VP-Führer spielten die Rolle des netten Bekannten, der den Geburtstag nicht vergisst und auch in Lebenskrisen weiterhilft. Ein VP-Führer könne bis zu acht V-Männer führen. Dabei werde peinlichst darauf geachtet, dass sich die unterschiedlichen V-Leute nie begegnen, sagt Mueller. … Im Normalfall suchen Dienste und Polizeibehörden aktiv in den jeweiligen Milieus nach Informanten. Anreize für die Mitarbeit können dabei ganz unterschiedlich sein. ARD-Terrorismusexperte Schmidt erzählt von einem Fall, in dem das Diplom des Sohnes schneller anerkannt werden sollte. Es werde aber auch offen gedroht: „Wir werden dich beim Jugendamt anschwärzen und berichten, wie du dein Kind behandelst“, erzählt Schmidt.“

Es ist natürlich ein unrühmliches Geheimnis des Geheimdienstes, das häufig mit Erpressung gearbeitet wird. Denn viele potentielle Agenten, sind – unwillig – mit irgendeinen staatlichen Dienst zusammen zu arbeiten. Das Leben als Spion, bedeutet normalerweise: Seine Freunde, Bekannte und Familienangehörigen zu verraten. Deswegen wird im Vorfeld das persönliche Umfeld durchleuchtet, um nach Möglichkeiten der Erpressung zu suchen. Der Sorgerechtsentzug der eignen Kinder durch das Jugendamt, ist hierbei nur ein Mittel. Der Hinweis mit den vermeintlichen „Lebenskrisen“ kommt deswegen keineswegs von ungefähr. Selbst wenn man als Spion nicht enttarnt wird: Über kurz oder lang, will niemand mehr mit einen etwas zu tun haben. Der zynische Ausspruch: „Agenten sterben einsam“ hat sehr wohl eine tiefere Bedeutung.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Natürlich nicht nur aufgrund ihrer Zeugnisse und eines netten Vorstellungsgespräches – beim Geheimdienst schaut man schon ganz genau hin: „Die letzten zehn Jahre im Leben des Bewerbers werden intensiv unter die Lupe genommen“, sagt Arndt. „Wir sind dabei auf der Suche nach allem, was ihn erpressbar machen könnte – zum Beispiel hohe Schulden.“ Homosexualität sei heute kein K.o.-Kriterium mehr, erklärt der freundliche Regierungsdirektor auf meine Nachfrage und outet sich als schwul.“

 

>>Bild<<

„Einstellungsvoraussetzung in der Regel: Abitur und deutsche Staatsbürgerschaft. Außerdem müssen künftige BND-Mitarbeiter die „große Sicherheitsüberprüfung“ über sich ergehen lassen. Klartext: Das gesamte persönliche Umfeld wird vom Geheimdienst ausgeleuchtet.“

Die Anwerbung als Spion kann dabei auf vielfältige Art geschehen. Nicht immer sitzt ein mustergültiger Super-Agent gegenüber und die Situation wirkt auch irgendwie arrangiert. Es gibt keine allgemeingültigen Grundsätze, aber in vielen Fallen reicht schon eine Portion Misstrauen und etwas gesunder Menschenverstand.

 

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