Frauenrechte und Kunstfreiheit: Menetekel der Neuzeit

Screenshot dailywire.com

Nicht nur auf den technologischen und wissenschaftlichen Gebiet fand seit den ausgehenden Mittelalter eine enorme Entwicklung statt, sondern auch bei der kulturell-gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Kleiderordnungen wurden überwunden, die Kunstfreiheit erlebte eine ungeahnt Blüte und die individuelle Ausdrucksformen entwickelten sich ständig weiter. Aber nun drohen diese Errungenschaften ein jähes Ende zu finden.

>>Focus<<

„Drei Personen – in Burkas gehüllt und mit schwarzen Handschuhen bekleidet – sollen in einem schwarzen VW im Hamburger Stadtteil Wandsbek unterwegs gewesen sein. Auf der Motorhaube habe ein Aufkleber mit Umrissen von in Burka gehüllten Menschen geprangt. Über dem Symbol soll der Schriftzug „Scharia-Polizei“ gestanden haben. Das berichtet eine Frau der „Welt“. Am Dammtor habe sich ein weiterer Fall ereignet, berichtet das Blatt unter Berufung auf Zeugenaussagen. Dort sollen fünf bis sieben vermummte Personen in einem Bus gesessen haben, am Rückspiegel habe ein Symbol mit dem Schriftzeichen des „Islamischen Staates“ gehangen.“

 

>>Spiegel<<

„Die Männer hatten im September 2014 als Teil einer Gruppe von elf Personen einen nächtlichen Rundgang in Wuppertal unternommen und dabei orange Warnwesten mit dem Aufdruck „Sharia Police“ getragen. Die Scharia, in deren Namen die Männer auftraten, ist das islamische Recht. Salafisten legen es extrem konservativ aus. Die Männer wollten junge Muslime ansprechen und sie vom Besuch von Spielhallen, Gaststätten oder Bordellen sowie vom Alkoholkonsum abhalten. Der Auftritt der selbst ernannten Sittenwächter hatte bundesweit Empörung ausgelöst.“

Die „Scharia-Polizei“ oder wahlweise „Sharia Police“ tritt auch dafür ein, dass sich Frauen nach den islamischen Recht zu Kleiden haben. Diese von der Sharia geforderte Kleiderordnung geht problemlos konform, mit den Ansichten mancher Soziologinnen.

>>Stern<<

„Das hat gerade noch gefehlt. „Solange wir uns bereit erklären, unsere Hintern in hautenge Hosen zu zwängen, unsere Beine in Strumpfhosen vorzuführen und auf hohen Absätzen daherzuklappern, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir als ‚knackiger Hintern‘ oder ’scharfe Schnitte‘ wahrgenommen werden“, schreibt die Soziologin Barbara Kuchler von der Universität Bielefeld auf „Zeit online““in einem Gastbeitrag zur Sexismus-Debatte. Frauen sollten „aufhören, sich zu schminken, zu schmücken und zu stylen“. Klar müssten Männer trotzdem „Hände“ und Zunge im Zaum halten“, schiebt Kuchler sicherheitshalber hinterher. Dennoch gibt sie den Frauen, die sich aufbrezeln, eine Mitschuld, wenn sie blöde angemacht werden. Weil sie das „Spiel“ mitspielen und sich „als das schöne Geschlecht gerieren“. Obwohl sich garantiert auch Frauen im Schlabberlook mitunter sexistische Sprüche anhören müssen, empfiehlt die Soziologin Minirock, High Heels, Lippenstift, Makeup und Lidschatten am besten in den Müll zu werfen. Denn: Wenn man „mit Marx radikal sein“ will, wie Frau Kuchler, müsse man „das Übel mit der Wurzel“ ausreißen.“

 

>>Zeit<<

„Jetzt erreicht die #MeToo-Debatte die Museen. Anzügliche und gewaltsame Kunstwerke sollen verschwinden. … Beschuldigt wird: ein Gemälde des Malers Balthus von 1938. Gegenstand der Anklage: seine Träumende Thérèse, ein pubertierendes Mädchen, dessen Rock so weit hochgerutscht ist, dass die Betrachter auf die blütenweiße Unterhose schauen. Der Vorwurf einer Online-Petition: In einem „Klima sexueller Tätlichkeiten und Vorwürfe“ werde hier ein Kind zum Sex-Objekt gemacht und der Voyeurismus gestärkt. … Wer die Museen der Welt durchstreift, wird unzählige nackte Frauen und einige nackte Männer erblicken. Auch an nackten Kindern herrscht kein Mangel. Zudem ist viel Gewalt zu sehen: Wenn Tizian malt, wie sich Tarquinius auf Lucretia stürzt. Wenn Anthonis van Dyck festhält, wie Susanna im Bade von zwei White Old Men begrapscht wird. Oder wenn sich bei Pablo Picasso die Demoiselles d’Avignon als Prostituierte feilbieten. Diese Bilder gehören zum großen Schatz der Kunstgeschichte, und alle werden sie gerade, dank der #MeToo-Bewegung, anders betrachtet.“

 

>>Welt<<

„Ein Museum in Manchester hängt ein Bild mit nackten Nymphen ab. Ein Skandal? Unsere Autorin hält die Aufregung für falsch. … Ein Werk des englischen Malers John William Waterhouse mit dem Titel „Hylas and the Nymphs“. Ein Paradebeispiel, wie die sogenannten Präraffaeliten des viktorianischen Englands Schönheit und Verderben pompös auf die Leinwand bannten.“

Die Präferenzen des Islams und mancher Soziologinnen stimmen auch bei der Auslegungen von Bilderverboten überein. Es mutet gewiss Gewöhnungsbedürftig an: Das „Scharia-Polizei“ , moderne Frauenrechtlerinnen und neuzeitliche Vertreterinnen von staatlichen Universitäten in solchen Fragen offensichtlich problemlos zusammen arbeiten könnnen.

 

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