Führen faule Kredite und Negativzinsen zu einer Bankenkrise hin?

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Der Bankenverband sagt: „Eingefrorener Negativzins belastet die Banken im Euroraum“ – Zusätzlich sind offensichtlich bei einigen Banken noch fragwürdige Kredite in ihren Büchern zu finden. Aus so einer Gemengelage könnte nicht nur einzelne Banken pleite gehen, sondern sich eine ausgewachsene Bankenkrise entwickeln.

Steht eine Bankenkrise vor der Tür?

In so einer Situation muss bereits lange vor der eigentlichen Bankenkrise gehandelt werden. Außerdem drängt sich die Frage auf: Welche Geldanlage ist noch sicher? Denn Bankenkrise können arme und reiche Länder gleichermaßen treffen.

„Bankenkrisen reiche und arme Länder seit Langem gleichermaßen heimsuchen“

>>Dieses Mal ist alles anders von Carmen M. Reinhart & Kenneth S. Rogoff (Buch) <<

„Tatsache ist, dass Bankenkrisen reiche und arme Länder seit Langem gleichermaßen heimsuchen. Zu dieser Schlussfolgerung sind wir nach der Betrachtung der Bankenkrisen gekommen, die von Dänemarks Finanzpanik während der Napoleonischen Kriege reichen bis zur jüngsten globalen Finanzkrise des 21. Jahrhunderts. Die Bankenkrisen weisen erstaunliche Ähnlichkeiten in Ländern mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen auf. Bankenkrisen führen fast unvermeidlich zu drastischen Rückgängen der Steuereinnahmen sowie einem signifikanten Anstieg der Regierungsausgaben (die zum Teil wahrscheinlich verschwenderisch sind). Im Schnitt steigen die Staatsschulden in den folgenden drei Jahren nach einer Bankenkrise um 86 Prozent an. Diese indirekten finanzwirtschaftlichen Konsequenzen sind daher erheblich größer als die üblichen Kosten einer Bankenrettung.“

Bankenkrise gehen meist mit Wirtschaftskrisen einher

Die regelmäßig stattfindenden Bankenkrisen gehören also zur Geschichte dazu. Wie ungefähr so etwas ablaufen kann: Das kann man an der letzten Bankenkrise recht deutlich sehen.

Wie laufen Bankenkrisen ab?

>>Reichtum ohne Gier von Sahra Wagenknecht. (Buch) <<

„Tatsächlich hatte die Bankenkrise von 2008/2009 ganz andere Ursachen als die Athener Misere vom Sommer 2015. … Als die Kredite von den Schuldnern – amerikanischen Häuslebauern oder spanischen Immobilienspekulanten – nicht mehr bedient werden konnten und auf ihnen aufgebaute Derivate massiv an Wert verloren, entstanden Verluste, die das Eigenkapital der Finanzhäuser bei weitem überstiegen. Um den Konkurs zu verhindern, nahmen ihnen die Staaten einen Großteil der Verluste ab.“

„Verluste – Die das Eigenkapital der Finanzhäuser bei weitem überstiegen“

Finanziell in mitleidenschaft gezogene Bürger und Unternehmen können ihre Kredite nicht mehr bedienen, was ab einen bestimmten Punkt auch die Banken selbst ins Straucheln bringt. Am Ende finden zahlreiche Bankenpleiten statt und das ganze Finanzsystem – inklusive der Währung – fangen mitunter zu wanken an. Allerdings sind solche Szenarien sehr nah an der Realität zu finden: Erste Indizien deuten bereits in diese Richtung hin.

„Zehntausende Kunden der Deutschen Bank bedienen ihre Kredite nicht“

>>Finanzen.net<<

„Zehntausende Kunden der Deutschen Bank bedienen ihre Kredite nicht – „Wir haben bislang insgesamt etwa 70.000 Stundungsanträge von Privatkunden der Deutschen Bank und der Postbank erhalten“

Führen faule Kredite und Negativzinsen zur Bankenkrise hin?

Die Wirtschaftskrise bringt zwangsläufig Unternehmenspleiten und steigende Arbeitslosigkeit mit sich. Kurzum: Die finanzielle gebeutelten Menschen können ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen. Wie schlecht es tatsächlich Bankensektor steht: Darüber kann man indes nur spekulieren. Aber einige Indizien deuten auf das Schlimmste hin: Durch die Negativzinsen haben viele Banken ihre Einnahmen verloren: Sogar der Bankenverband sagt: „Eingefrorener Negativzins belastet die Banken im Euroraum

Bankenverband sagt: „Eingefrorener Negativzins belastet die Banken im Euroraum“

Die Folgen von Negativzinsen und steigenden Kreditausfällen können sich schnell zu einer ausgewachsenen Bankenkrise aufschaukeln. Allerdings bleibt selten eine Bankenkrise nur auf die Banken und deren Kunden beschränkt.

„Nullzinsen und schleichende Entwertung von Ersparnissen?“

>>Sonst knallt´s! von Matthias Weik, Götz W. Werner, Marc Friedrich (Buch) <<

„Finanzkrise, Bankenkrise, Eurokrise, Griechenlandkrise? Mit diesen Themen begannen hierzulande im bürgerlichen Spektrum einst die Absetzbewegungen weg von den etablierten Parteien. Nullzinsen und schleichende Entwertung von Ersparnissen? Das macht Menschen mit vier- bis fünfstelligen Rücklagen bei heimischen Geldinstituten verständlicherweise nervöser als solche mit prallen Konten im Ausland. Stagnierende Einkommen und wachsende Jobunsicherheit in weiten Teilen der Mittelschicht? Da kommt man der Wahrheit vermutlich schon näher. Wenngleich zwischen harten Zahlen und deren Deutung sich auch hier große Spielräume auftun. Dauerarbeitslosigkeit, permanent prekäre Lebensverhältnisse und Kinderarmut am unteren Ende der »Einkommenspyramide«? Auch dies liefert sicher Teile des Puzzles. Aber nicht das ganze Bild.“

„Dauerarbeitslosigkeit, permanent prekäre Lebensverhältnisse und Kinderarmut“

Es müssen noch nicht mal die Banken selbst tatsächlich in Schwierigkeiten stecken: In einer hoch nervösen Zeit reichen meist schon Spekulationen aus. Denn jeder der noch etwas Guthaben auf den Konto hat: Derjenige verfolgt mit sehr Misstrauisch alle Nachrichten und hohl im Zweifel sein Geld lieber vom Konto runter. Daraus kann sich auch ein regelrechter „Bank Runentwickeln.

„Nichts fürchten Währungshüter so sehr wie einen Bank Run“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Nichts fürchten Währungshüter so sehr wie einen Bank Run. … Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Wenn Sparer die Nerven verlieren, zwingen sie oftmals ganze Volkswirtschaften in die Knie.“

„Bank Run“ – „Wenn Sparer die Nerven verlieren“

Da im Euroraum viele Kreditinstitute eng miteinander verwoben sind, dürfte sich die Bankenkrise wohl kaum auf die Banken beschränkt bleiben. Eine ausgewachsene Bankenkrise könnte auch den Euro selbst an sein Ende bringen.

„Bankenkrise, die das Zeug hat, den Euro zu zerstören“ 

>>Der Draghi-Crash von Markus Krall (Buch) <<

„Die Bankenkrise, die das Zeug hat, den Euro zu zerstören, hat auch das Zeug, alle diese Länder in eine depressive Deflation zu stürzen. Das bedeutet: Staatspleite und Schuldenschnitt.“

„Staatspleite und Schuldenschnitt“

Allen offiziellen Verkündungen über die Sicherheit des Euros hinweg: Es laufen bereits Gedanken- und Planspiele für die Währung die möglicherweise nach den Euro kommen könnte. Zudem könnten sich mancher finanziell-potenter Finanzinvestor berufen fühlen: Aus einen strauchelnden Euro noch Kapital zu schlagen. Schließlich zwangen schon in der Vergangenheit so manche „gut platzierte Finanzwette“ praktisch eine ganze Währung auf die Knie hinunter. Kurzum: Finanzprodukte die gegen den Euro wetten, dürften bestimmt nicht schlechtesten Geldanlagen sein. Daneben bieten sich Edelmetalle, Kryptowährungen und teilweise ausländische Währungen zur Absicherung von Euro-Risiken an.

 

–W E R Β U Ν G–

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