Gazastreifen: Christen bitten inmitten der Krise um Gebet

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Eine heimliche Christin berichtet, wie sie inmitten von Mangel und Gefahr auf Jesus vertraut

„Rennt zum Zelt! Schnell!“ Eine heftige Detonation, einen halben Häuserblock entfernt. Die Druckwelle riss Shireen Barghouti* und ihre vier Kinder zu Boden.**

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Von Open Doors

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Die Familie lebt in einem Flüchtlingslager des Gazastreifens – und Shireen hat vor ein paar Jahren zu Jesus gefunden. Sie ist eine von den knapp 900 Christen in Gaza, die durch die aktuellen Kämpfe zusätzlichen Gefahren ausgesetzt sind.

Bislang kein Christ verletzt

Durch die Gewalt zwischen der Hamas und Israel haben Dutzende von Menschen ihr Leben verloren. Vor einigen Tagen berichtete uns ein palästinensischer Christ: „Die Kampfhandlungen gestern und heute waren sehr gewalttätig. Bis jetzt wurden 48 Palästinenser und fünf Israelis getötet, viele Kinder und Frauen auf beiden Seiten. Es gibt weniger als 900 Christen, die in Gaza leben. Keiner von ihnen wurde verletzt. Bitte betet für Frieden im Heiligen Land!“ Nachfolger Jesu haben in dem dichtbesiedelten Gazastreifen schon lange einen schweren Stand. Das gilt besonders für ehemalige Muslime wie Shireen, die ihren christlichen Glauben geheim hält und sagt: „Ich stellte mir vor, was ich nicht alles dafür geben würde, um unsere vier Kinder mit in eine Kirche nehmen zu können. Aber daran ist in Gaza noch nicht einmal zu denken.“ Selbst wenn nur sie allein regelmäßig einen Gottesdienst besuchen würde, fürchtet sie umgebracht zu werden. Dabei spielt auch die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder eine große Rolle. „Wir sind schon von Al Kaida, dem Islamischen Staat, der Muslimbruderschaft und der Volksfront zur Befreiung Palästinas regiert worden, um nur einige zu nennen. Jedes Jahr bilden sich neue Gruppen, und unsere Jungen betrachten diese ‚Freiheitskämpfer‘ als Helden und Vorbilder“, klagt Shireen.

Tom und JoAnn Doyle, Sprecher beim jüngsten Open Doors Tag, haben sie und ihre Kinder mehrfach besucht und schreiben darüber in ihrem aktuellen Buch**. Die junge Mutter schildert eindrücklich ihren Alltag als heimliche Christin in Gaza, gerade auch angesichts der immer wieder neu aufflammenden Gewalt. Die derzeitigen Entwicklungen verleihen dem Bericht größte Aktualität:

Lebensprojekt: Jesus im Gazastreifen dienen

Shireen und ihre vier Kinder bereiteten sich in Gedanken schon auf die nächste schlaflose Nacht vor. Ihr muslimischer Ehemann würde nicht zu Hause sein. Er saß in einem Hamas-Gefängnis ein, seit er seine Schulden nicht rechtzeitig gezahlt hatte. Shireen würde die Schrecken der Nacht wieder einmal alleine durchstehen müssen. „Aber Jesus ist bei uns in dieser Nacht, Kinder. Er wird als Ehrengast hier in unserem Zelt sein.“ Shireen lächelte. „Ist das nicht toll? Er verlässt uns nie.“ Die vaterlose Familie verbrachte eine unruhige Nacht. Immer wieder wurden sie von Detonationen, Schreien und den lauten Motoren der Militärfahrzeuge aus dem Schlaf gerissen.

Shireen malt sich oft aus, wie es wäre, ein Leben auf der anderen Seite des Grenzzauns zu führen: „Wie kann eine Mutter in Gaza an etwas anderes denken als daran, endlich aus Gaza herauszukommen, um ihren Kindern ein besseres Leben bieten zu können? Jesus zeigte mir, wie das möglich ist. Er hat mir beigebracht, meine Augen auf ihn zu richten und nicht auf die Dinge um mich herum. Und so steht er jetzt im Mittelpunkt meines Lebens, und mein Lebensprojekt ist, ihm im Gazastreifen treu zu sein. […] Hier werde ich gebraucht, hier hat Gott mir eine Aufgabe gegeben. Inzwischen hat auch meine jüngere Schwester Jesus liebgewonnen, und wir beten zusammen und tauschen uns über Bibelverse aus. Ich erzähle auch anderen Menschen, wie sie in Jesus ewiges Leben bekommen können.“

*Name geändert

 

–W E R Β U Ν G–

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