Geschichte – Als im Lausitzer Bergland überwiegend noch Sorbisch gesprochen wurde

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Das Lausitzer Bergland hat bis weit in die Neuzeit hinein zur Böhmischen Krone gehört. Die Stadt Schirgiswalde konnte als Enklave sogar bis ins 19. Jahrhundert ihre Sonderrolle behalten. Lange Zeit wurde Lausitzer Bergland hauptsächlich die slawische Sprache Sorbisch gerochen. Und tatsächlich stehen sich Tschechen und Lausitzer Sorben sehr nahe.

„Tschechen stehen den Lausitzer Sorben am nächsten“

>>Radio Prag<<

„Die Tschechen stehen den Lausitzer Sorben am nächsten – Jahrhunderte lang hatten sie ein enges Verhältnis zu Böhmen, und diese Partnerschaft half ihnen, ihre Kultur und Identität zu bewahren.“

Lausitzer Sorben: „Jahrhunderte lang hatten sie ein enges Verhältnis zu Böhmen“

Das enge Verhältnis der Lausitz zu Böhmen ist in der langen gemeinsamen Geschichte begründet. Über viele Jahrhunderte haben die beiden Regionen zusammengehört und das Lausitzer Bergland hat im Süden noch keine Grenze gebildet. Heutzutage tritt alleine schon bei der Frage der richtigen Begrifflichkeit eine Kontroverse auf.

Lausitzer Bergland: „Übergangsregion zwischen den Mittelgebirgen Elbsandsteingebirge und Lausitzer Gebirge“

>>Lust auf Lausitz<<

„Das Lausitzer Bergland bildet eine Übergangsregion zwischen den Mittelgebirgen Elbsandsteingebirge und Lausitzer Gebirge südlich von Bautzen. … Die Bewohner des deutschen Teils nennen ihre Heimat auch heute gern „Oberland“. Von Bautzen nach Süden blickend ist diese Bezeichnung nachvollziehbar. … Vielleicht sollte man analog zum Lausitzer Gebirge auch vom Lausitzer Bergland sprechen. Nicht weil man die politische Zugehörigkeit des deutschen Teils zur Oberlausitz und des tschechischen Teils zu Böhmen leugnen, sondern weil man den grenzübergreifenden Charakter dieses Berglandes hervorheben will. Und weil in Tschechien wegen historischen Gemeinsamkeiten (Zugehörigkeit der beiden Lausitzen bis 1635 zur Krone Böhmens) der Begriff Lausitz in zahlreichen Begriffen auch heute noch Verwendung findet und sich Einheimische beiderseits der „Grenze“ damit identifizieren können.“

„Vielleicht sollte man analog zum Lausitzer Gebirge auch vom Lausitzer Bergland sprechen“

Es wird damit Bezug zum Prager Frieden von 1635 genommen: Jedoch erst im Zuge des Westfälische Friedensschluss im Jahre 1648 wurde die Lausitz abgetreten, da der Dreißigjährige Krieg bis dahin weiterging.

Dreißigjährige Krieg: Was ist mit der Lausitz geschehen?

>>Universität Osnabrück (PDF-Datei) <<

„Die auf die verkleinerte Rheinpfalz (Verlust der Bergstraße an Kurmainz) reduzierte Kurpfalz wurde restituiert und erhielt eine neue, achte Kurwürde. Daneben kam es zu zahlreichen kleineren Herrschaftsneuregelungen, die sich an dem Grundsatz einer Restitution nach dem status quo ante bellum (das heißt von 1618) orientierten. Die territoriale Integrität der habsburgischen Erbländer einschließlich der böhmischen Länder (allerdings ohne die 1635 an Kursachsen abgetretene Lausitz) wurde festgeschrieben.“

„An Kursachsen abgetretene Lausitz“

Bis zu dieser Zeit hat die Lausitz zur Habsburger Monarchie gehört. Doch die Region ist nicht nur durch ihre gemeinsame Geschichte miteinander verbunden, sondern das Band wurde lange Zeit auch durch ihre Sprache aufrecht gehalten.

„Wanderungen im Naturpark Zittauer Gebirge bieten ebenso einzigartige Naturerlebnisse“

>>Sorbe.de<<

„Wanderungen im Naturpark Zittauer Gebirge bieten ebenso einzigartige Naturerlebnisse wie das gut ausgebaute Radwegenetz der Oberlausitz. In dem „Sechsstädteland“ rund um die Königsstädte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau war Sorbisch noch bis weit ins 20. Jahrhundert die Hauptsprache.“

„Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau war Sorbisch noch bis weit ins 20. Jahrhundert die Hauptsprache“

Noch heute weisen die Sprachen Obersorbisch und Tschechisch viele Ähnlichkeiten auf. Ursprünglich war das gesamte Lausitzer Bergland – bis zur heutige Tschechischen Grenze – mal slawisch gewesen. An diese Enge Verbindung hat man sich am Ende des Zweiten Weltkrieges wieder erinnert und hat ein gemeinsames Sorbisches Bildungsprojekt ins Leben gerufen.

„Nationale Elitenbildung war das erklärte Ziel der tschechisch-sorbischen Initiative“

>>Sorbisches Institut<<

„Nationale Elitenbildung war das erklärte Ziel der tschechisch-sorbischen Initiative, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Tschechoslowakei konstituierte. Begründet mit den Erfahrungen und Verlusten während des nationalsozialistischen Regimes, machten sich Vertreter des tschechischen Schulvereins (Ústřední matice školská), des Lausitzer Freundesvereins (Společnost přátel Lužice), des Lausitzisch-Sorbischen Nationalausschusses (Gremium der Exil-Sorben in Prag), der Domowina-Gruppen in der Tschechoslowakei sowie der wiedergegründeten Domowina in Bautzen daran, den Aufbau einer neuen sorbischen Elite in die Wege zu leiten. Ende des Jahres 1945 starteten sie ein Schulbildungsprojekt für Kinder und Jugendliche aus der Lausitz.“

„Begründet mit den Erfahrungen und Verlusten während des nationalsozialistischen Regimes“

Das Schulbildungsprojekt für Kinder und Jugendliche aus der Lausitz ist aus dem Erfahrungen der NS-Herrschaft und damit einhergehender Unterdrückung der Sorben hervorgegangen.

Jan Cyz: „Wir wollen deutsche Gesetze nicht mehr befolgen“

>>Lausitzer Rundschau<<

„In der unmittelbaren Nachkriegszeit forderten nicht wenige Sorben einen Anschluss ihres Siedlungsgebietes, also eines Großteils der Lausitz, an die benachbarte Tschechoslowakei beziehungsweise einen eigenen Staat. … „Wir wollen deutsche Gesetze nicht mehr befolgen“, rief beispielsweise Jan Cyz in einem Schreiben auf, verfasst im Jahr 1946 in Bautzen.“

„Großteils der Lausitz, an die benachbarte Tschechoslowakei beziehungsweise einen eigenen Staat“

Natürlich sollte die Lausitzer Geschiche eine andere Wendung einschlagen. Dennoch ist das tschechisch-sorbische Schulbildungsprojekt unvergessen geblieben. Zitat: Piňosová, Jana: „Njezabudźemy!“ Wir vergessen nicht! Das tschechisch-sorbische Schulbildungsprojekt 1945-1950, in: Lausitz – Łužica – Łužyca. Aspekte der Beziehungs- und Verflechtungsgeschichte einer ost-mittel-europäischen Brückenlandschaft

 

–W E R Β U Ν G–

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