Wie Griechenland die Welt eroberte

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Alexander der Große wurde bereits zu Lebzeiten zur einer Legende. Wie konnte der antike Heerführer große Teile der damaligen Welt erobern? Den Makedonier stand nur eine vergleichsweise winzige Streitmacht zur Verfügung. Noch dazu rivalisierenden Klein- oder Stadtstaaten, die recht wenig von Loyalität hielten. Trotz des Widerspruchs, drangen seine Streitkräfte im Eiltempo von Griechenland aus, über Ägypten und Persien bis ins heutige Indien vor. Mit ihren Feldzug brachten sie sogar das vielfache größere und militärisch haushoch überlegene Persien zu Fall. Eine militärische Großtat, die selbst den Römern trotz zahlreicher Kriege und militärischer Ebenbürtigkeit nicht vergönnt blieb. Um diese griechisch-militärische Großtat zu verstehen, ist ein Verständnis des Antiken Griechenlands unerlässlich. Eine Hochkultur, die heutzutage praktisch ausgestorben ist, obwohl der Staat Griechenland inklusive deren Sprache, bis in unsere Zeit fortbesteht.

Original: Warum das Antike Griechenland untergegangen ist

Das Antike Griechenland bestand den Großteil seiner Geschichte, aus kleinen häufig rivalisierenden Stadtstaaten oder Mikronationen. Die zwei großen Rivalen, waren Sparta und Athen. Damals war es recht geläufig, das Athen eher für die ausschweifende Kultur und Sparta mehr für das Rationale oder die Kriegskunst standen. Bei größeren Bedrohungen schmiedeten sie auch mal temporäre Allianzen oder wurden mehr oder weniger Gewaltsam zu einen Bündnis zusammen gepresst. Allerdings standen diese militärischen Allianzen immer auf sehr wackligen Beinen und waren nie zu ein langanhaltenden Bündnis beschieden.

Wiege der europäischen Kultur: Die Griechischen Kleinstaaten standen steten Wettbewerb

Aus diesen Grund hatte das Römische Reich auch keinerlei Mühe, die Griechischen Kleinstaaten im Zuge der Punischen Kriege zu erobern. Jedoch war die Eroberung ein Brocken, den Rom nie so richtig verdauen konnte. Zwar waren die Kleinstaaten in Griechenland gegen den übermächtigen Rivalen des Römischen Reiches militärisch Chancenlos. Aber die kulturelle Überlegenheit des Antiken Griechenlands, war den Römern in den Ausmaß sicherlich völlig fremd.

Wie die Griechen das Römische Reich eroberten

Die Antike Griechische Sprache war in jeder Hinsicht den römischen Latein weit überlegen. Nicht nur die schiere Zahl von Wörter war vielfach größer, auch standen mehr Zeitformen zur Verfügung. Besonders in der Literatur, aber auch in der Wissenschaft und jeder anderen Geisteswissenschaft, ist präzise Ausdrucksweise noch heute unerlässlich. Nahezu auf jeden Gebiet der Geisteswissenschaften, verfügten die Griechen eine haushohe Überlegenheit gegenüber den Römern. Die Gründe hierfür kamen gewiss nicht von ungefähr. Das antike Griechenland blickte auf eine viel längere und wechselvollere Geschichte zurück als die Stadt Rom. Die feinen Künste wurden seit jeher in Griechenland viel intensiver und nachhaltiger gepflegt. Das Wenige an Kultur was die Römer aufbieten konnte, stammte zum großen Teil noch von den Etruskern oder anderen unterworfenen Völkern her. Daher wurden viele griechische Gottheiten von den Römern adaptiert und fristen in geänderter Form noch heute als christliche Heilige ihr Dasein. Römische Senatoren übten häufig anhand griechischer Anleitungen, sich in der Kunst der Rhetorik.

Griechischer Einfluss: Eine eine eigenständige Römische Kultur ist kaum vorhanden

Angesichts dieser Ereignisse, ist es heute nur noch schwerlich möglich, eine eigenständige Römische Kultur herauszuarbeiten. Jenseits von Circus Maximus, Pferderennen und Kolosseum bleibt da recht wenig übrig. Zu allen Überfluss wurden im Kolosseum häufig nur antike Schlachten nachgespielt. Zugleich zeugen Pferderennen oder Gladiatorenkämpfe nicht unbedingt von großen kulturellen Leistungen. Zu allen Überfluss breitete sich Griechisch, besonders im wirtschaftlich stärken Ostteil des Römischen Reiches kontinuierlich aus. Die Griechische Sprache galt vielen einfach nur als Schick und strahlte einen gewissen Glanz aus. Sicherlich nicht ganz umsonst, wurde im Jahre 395 das Römische Reich zweigeteilt, in Ostrom mit der Hausstadt Konstantinopel und Westrom mit seinen alten Machtzentrum Rom. Die formale Zweiteilung des Römischen Reiches, besiegelte lediglich formal, den schon lange faktisch herrschenden Zustand innerhalb des Römsichen Reiches.

Ostrom war faktisch in Griechischer Hand

Der griechisch geprägte Ostteil des Römischen Reiches, ist den Römern zum Teil selbst fremd geworden. Griechisch war die vorherrschende Sprache im Ostrom und auch das entfernte Alexandria im Ägypten, war zu einen griechischen Zentrum geworden. Rein Formal wurde erst im Jahre 629 Griechisch in Ostrom zur Amtssprache erhoben, das sich fortan Byzantinisches Reich nannte. Denn der westliche Teil des Römsichen Reiches, war zwischenzeitlich den Wirren der Völkerwanderung zum Opfer gefallen. Eine mit Händen zu greifende Ironie der Geschichte, ein unterworfenes Volk der Römer, hielt nun selbst das Zepter der Macht in der Hand. Das Byzantinisches Reich hat den Untergang von Westrom, nicht nur ungefähr 1.000 Jahre länger überstanden, sondern galt über viele Jahrhunderte als sicherer Ankerpunkt der zivilisierten Welt. In diesen Glanz wollten sich auch viele zeitgenössische Herrscher der damaligen Welt sonnen und halfen so der Griechischen Kultur sich noch weiter zu verbreiten.

Ostrom existierte ungefähr 1.000 Jahre länger als Westrom

Wladimir der Große, von der Kiewer Rus, ein Vorläufer des Russischen Zarenreiches, heiratete sich in den Byzantinischen Hof ein und übernahm den Orthodoxen Glauben. Noch heute hat die Orthodoxe Kirche einen hohen Stellenwert sowohl in Russland, als auch in vielen slawischen Nachfolgestaaten. Das noch heute gebräuchliche Kyrillisches Alphabet, ist abgeleitet von Griechischen Alphabet. Auch der verwendete russische Doppeladler mit den drei Kronen, hat byzantinischen Ursprung. Teilweise wird Moskau noch heute als „Drittes Rom“ angesehen.

„Drittes Rom“ – Warum Russland die griechische Tradition fortführt

Die Kultur des Antiken Griechenlands hat sich über die Jahrtausende als viel Wertbeständig erwiesen, als die zahlreichen antiken Kleinstaaten aus denen es hervorgegangen ist. Nicht nur klassische griechische Literatur, erfreut sich nach wie vor einer hohen Beliebtheit, sondern auch Repliken von antiken Griechische Skulpturen zieren noch heute viele Gärten und Wohnhäuser. Auf die Griechische Mythen und Götterwelt, wird in zahlreichen zeitgenössischen Büchern und Filmen Bezug genommen, manchmal auch nur, um einen Sachverhalt zu verdeutlichen. Leider war den ursprünglichen Griechischen Volk, keine so ruhmreiche Geschichte in der Neuzeit vergönnt. Nach der Eroberung von Konstantinopel und den Untergang des Byzantinischen Reiches, verschwand auch die Griechische Sprache und Kultur recht schnell aus den Alltag der Menschen. Zwar residiert der Patriarch der Orthodoxen Kirche seit dem Jahre 381 durchweg ununterbrochen bis heute in Konstantinopel, respektive Istanbul fort. Aber über viele Jahrhunderte war die Griechische Sprache praktisch ausgestorben und hatte etwa den Stellenwert, wie heute Latein. Also eine Sprache, die nicht wirklich mehr im Alltag gesprochen wird.

Warum die modernen Griechen ihre alte eigene Sprache nicht mehr verstehen

Anfang des 19. Jahrhundert wurde auf den heutigen Staatsgebiet von Griechenland, mehr oder weniger von außen ein Staatsstreich angezettelt, um die Herrschaft des Osmanischen Reiches abzuschütteln. Zwar war das Unterfangen mit sichtlichen Erfolg gekrönt, was aber danach geschah, war einer solch ehemals stolzen Kulturnation eher unwürdig. Das Griechische musste erst wieder neu erlernt und teilweise neu erfunden werden. Die heutige Griechische Sprache, stellt eigentlich nur ein rudimentärer Abklatsch des Originals von Altgriechischen da. Der heutige Wortschatz ist viel geringer und die meisten modernen heutigen Griechen haben arge Schwierigkeiten, ihre eignen antiken Schriften zu lesen. Auch die Staatsgründung des ersten Griechischen Staates der Neuzeit, war ein regelrechtes Trauerspiel. Die staatlichen Hoheitszeichen waren von Bayern entliehen und ausländischer Adel nahm auf den neu geschaffenen Griechischen Thron platz. Trotz aller Unzulänglichkeiten zeigte sich jedoch, dass die Geschichte des Antiken Griechenlands tief in vielen europäischen Staaten verankert sein muss. Nicht umsonst arbeiten zum Teil feindlich gesinnte Nationen gemeinsam daran mit, den Griechischen Staat neu zu erschaffen. Das Antike Griechenland ist auch in der heutigen Zeit weit mehr, als eine Ansammlung verfeindeter kleiner Mikronationen einer längst untergegangenen geschichtlichen Epoche. Genau diese Eigenschaft, half Alexander den Großen dabei mit, aus einer verschwindend kleinen Streitmacht, große Teile der damaligen bekannten Welt zu erobern. Das Antike Griechenland ist eben weit mehr, als sich viele Vorstellen können.

 

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