Landwirtschaft: Mobbing in der Schule – „Schuld daran sind häufig auch fehlende und einseitige Informationen“

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Klarnamenpflicht – Hass – Gewalt – Um beinahe heilige Dreifaltigkeit drehen sich große Teile der Berichterstattung herum. In regelmäßigen Abständen schlagen die Wellen und Emotionen hoch. Doch wie sieht eigentlich die Perspektive eines Landwirts aus? Immerhin ist beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ein dazu ein Lehrstück der besonderen Art veröffentlicht worden.

Klarnamenpflicht – Hass – Gewalt: Und gelebte Doppelstandards

>>Staatsfunk „Bayerischer Rundfunk“ <<

„Gewalt gegen Medienschaffende nimmt zu – Betroffene beklagen den enthemmten Medienhass von Demonstrationsteilnehmern, sehen aber auch die Polizei in der Pflicht. … Die Stimmung ist jetzt aufgeheizt, es gibt Lügenpresse-Rufe, Beleidigungen. Eine Polizeieinheit kommt dazu, laut … wird er von den Einsatzkräften weggeschubst. Die Menge jubelt. Dann beruhigt sich die Situation. … , der seit Jahren unter diesem Pseudonym arbeitet, möchte gegen die beiden Haupttäter Anzeige erstatten.“

„Aber kann genau das die Aufgabe eines Journalisten sein?“

Der Beitrag ist mittlerweile gelöscht worden. Der gesamte Bericht stützt sich auf die Angaben eines anonymen Journalisten. Prinzipiell ist dagegen nichts einzuwenden, aber normalerweise tritt der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk mit einer ganz anderen Haltung hervor: Es wird gegen Hass und Gewalt gekämpft und für Klarnamenpflicht eifrig geworben. Doch gerade dieser Kronzeuge dürfte genau das Gegenteil vertreten.

„Sobald dieser Schrott vorbei ist, ist es unsere gemeinsame Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Menschen nie wieder Fuß fassen“

>>Heise.de<<

„Da berichtete er über die verschiedenen Angriffe, denen er ausgesetzt war, aber auch über die Härte des prekären Journalistenlebens. Seine Kollegen und er seien geleakt worden, mit körperlichen Konflikten konfrontiert und könnten eigentlich nur noch mit Begleitschutz auf Demos gehen.

Ich werde gegen euch weiterhin ankämpfen. Und ich werde euch für diese Scheiße niemals in Ruhe lassen. Das schwöre ich euch aus meinem tiefsten Herzen. Sobald dieser Schrott vorbei ist, ist es unsere gemeinsame Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Menschen nie wieder Fuß fassen.

… Das Statement liest sich wie das Bekenntnis eines Aktivisten, der alles tun will, um solche Demonstrationen zu verhindern. Aber kann genau das die Aufgabe eines Journalisten sein?“

„Ich werde gegen euch weiterhin ankämpfen“ – „Und ich werde euch für diese Scheiße niemals in Ruhe lassen“

… ist es unsere gemeinsame Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Menschen nie wieder Fuß fassen.“ – Diese Aussage ist durchaus nicht als leere Drohung zu verstehen. Dieser ominöse Pressefotograf hat eine Foto eines Busses mit einer politischen Botschaft geschossen und daraufhin wurde der Busfahrer entlassen. Auch ansonsten ist er auf den sozialen Medien sehr aktiv und seine Beiträge zeichnen sich nur in selten Einzelfällen durch Objektivität aus. Alles nur ein bedauernswerter Einzelfall? – Eine Umfrage deutet auf ein ganz anderes Bild hin.

„Umfrage unter Volontären des Ersten“ – „Satte 92 Prozent wählen grün-rot-rot“ 

>>Welt<<

„Eine Umfrage unter Volontären des Ersten ergab: Satte 92 Prozent wählen grün-rot-rot. Wenn die Präferenzen von Redakteuren so krass von jenen der Gebührenzahler abweichen, ist es praktisch unmöglich, den Sendeauftrag zu erfüllen.“

„Unmöglich, den Sendeauftrag zu erfüllen“ – „Wenn die Präferenzen von Redakteuren so krass von jenen der Gebührenzahler abweichen“ 

Diese ominöse Pressefotograf dürfte also – mehr oder weniger – die Reaktionslinie widerspiegeln. Zwar ist im Rundfunkstaatsvertrag eine ausgewogene Berichterstattung festgeschrieben, aber dieser Paragraph lässt faktisch nirgendwo juristisch durchsetzen. Zu allen Überfluss hat diese Umfrage noch ganz andere Dinge hervorgebracht.

Aus welchen sozialen Umfeld kommen die meisten Journalisten her?

>>Übermedien<<

„Dabei wäre dieses „Datenprojekt“, wenn auch nicht repräsentativ, ein guter Anlass, über manche Dinge offen zu diskutieren: über Politik und Parteilichkeit einerseits. Aber auch darüber, dass viele Volos aus Städten kommen, nicht vom Land, und ein Hochschulstudium absolviert haben müssen, weil die Sender das immer noch voraussetzen.“

„Viele Volos aus Städten kommen, nicht vom Land, und ein Hochschulstudium absolviert haben“

Vermutlich ist weniger die politische Ausrichtung, sondern mehr das richtige Elternhaus entscheidend. Die meisten Journalisten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks müssen also aus gutsituierten urbanen Elternhäusern herkommen. Und das spiegelt sich in der recht tendenziösen Berichterstattung gerade über Landwirten wider.

„Lieber WDR, ist es nicht möglich EINMAL sachlich darüber zu berichten“

>>Bauer Willi<<

„Da nehmen sich viele Menschen, auch viele Landwirte, Zeit, dem städtischen Bürger Landwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes “nahe zu bringen” und der WDR beginnt die Anmoderation mit dem Begriff “Massentierhaltung”. Im weiteren stellt er dann diese Aktion als “bunte Show” dar, lässt eine Frau mit Kind zu Wort kommen, die weiß “das es ja in Wirklichkeit ganz anders aussieht” (woher? Wahrscheinlich aus dem Fernsehen…) … Lieber WDR, ist es nicht möglich EINMAL sachlich darüber zu berichten, dass hier die Möglichkeit zum Dialog besteht?“

Wissen über Landwirte: „Woher? Wahrscheinlich aus dem Fernsehen…“

Wie hieß es noch: „ … ist es unsere gemeinsame Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Menschen nie wieder Fuß fassen.“ – Die Aussage mag aus dem Kontext gerissen sein: Dennoch würde es zum tendenziösen WDR-Beitrag gut passen. Zumal mit solchen Beiträgen häufig nicht nur einzelne Landwirte, sondern ein ganzer Berufsstand systematisch diskreditiert wird. Und die einseitige Berichterstattung breitet ihrer Wirkung bis hinein in die Schulen aus.

„Wie Kinder von Landwirten zu Mobbingopfern werden“

>>Weser Kurier<<

„Wie Kinder von Landwirten zu Mobbingopfern werden – Kinder von Landwirten haben es in der Schule oft nicht leicht. Immer wieder werden sie zum Ziel von Mobbing. Schuld daran sind häufig auch fehlende und einseitige Informationen.“

„Ziel von Mobbing“ – „Schuld daran sind häufig auch fehlende und einseitige Informationen“

Zwar wird im staatlichen Rundfunk die „Gewalt gegen Medienschaffende“  lautstark beklagt, aber die andere Seite der Medaille wird entweder selten oder nur als Zerrbild abgebildet. Und die Themen Gewalt und Hass spielen scheinbar keine Rolle mehr.