Pilzsammeln: „Bei den Winterpilzen sind Temperaturen am Gefrierpunkt der Trigger“

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Pilze sollte man nach dem ersten Frost nicht mehr sammeln“ – Ist diese scheinbar allgemeingültige Weißheit überhaupt richtig? Oder anders gefragt: Können Pilze im Winter überhaupt wachsen. Grundsätzlich: Ein Pilz ist keine gewöhnliche Pflanze, sondern ein Pilz. – Aber wie Pflanzen muss ein Pilz einem bestimmten Wachstumszyklus durchlaufen und diese fällt bei jeder Art anders aus.

„Jeder Pilz hat seinen eigenen Wachstumszyklus“

>>Schlaraffenwelt<<

„Jeder Pilz hat seinen eigenen Wachstumszyklus und wartet auf bestimmte klimatische Bedingungen, die ihm signalisieren, dass die Wachstumsperiode seiner Fruchtkörper beginnt. Bei den Winterpilzen sind Temperaturen am Gefrierpunkt der Trigger, Fruchtkörper auszubilden.“

„Fruchtkörper auszubilden“ – „Bei den Winterpilzen sind Temperaturen am Gefrierpunkt der Trigger“

Der eigentliche Pilz ist für das menschliche Auge quasi unsichtbar: Lediglich sein Fruchtkörper lässt auf seine Anwesenheit schließen. Der richtige Pilz – also das Myzel – ist im Untergrund verborgen und es kann gewaltige Ausmaße annehmen: Soweit bekannt: Pilze sollen die größten biologischen Lebewesen der Welt sein. Sobald die Zeit günstig erscheint: Dann bilden Pilze ihre Fruchkörper aus und das kann auch im Winter geschehen.

„Auch im Winter gibt es Pilze – Selbst bei Schnee und Eis“

>>Ulmers Gartenkalender 2013<<

„Auch im Winter gibt es Pilze – Selbst bei Schnee und Eis kann der Pilzliebhaber fündig werden: Nun sprießen die Winterpilze. Der bekannteste ist der Austernseitling, der die Stämme geschwächter Laubbäume besiedelt. Erst bei Temperaturen unterhalb von 11 °C bildet er die flachhütigen, bis zu 30 cm großen Fruchtkörper.“

Winterpilze: „Der bekannteste ist der Austernseitling“ 

Die Auswahl an Winterpilzen ist sicherlich überschaubar. Allerdings kann die kühle Jahreszeit auch ganz andere Seiten aufzeigen. Denn Pilze im Winter sammeln kann ein besonderes Erlebnis sein.

„Essbare Winterpilze suchen im erstarrten Wald“

>>Heinz-Wilhelm Bertram<<

„Essbare Winterpilze suchen im erstarrten Wald, womöglich im Schnee, ist etwas Besonderes. Pilzgänge in der dunklen Jahreszeit haben zu tun mit Distanz, Entrücktheit und Einsamkeit, mit Ruhe und Einkehr. Ich suche Pilze im Winter hingebungsvoller als im Frühling, Sommer und Herbst.“

„Ich suche Pilze im Winter hingebungsvoller als im Frühling, Sommer und Herbst“

Gerade im Winter kann der Wald völlig neue Perspektiven eröffnen. Ohnehin geht es beim Pilzsammeln weniger existenziellen Nahrungserwerb, sondern mehr um die natürliche Umgebung des Waldes zu genießen.