„Nicht mehr zum menschlichen Verzehr geeignet“ – Warum viele „Lebensmittel“ keine Zulassung haben?

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Sind viele Superfoods verboten? Viele Menschen sind völlig von der gesundheitsfördernden Wirkungen von Superfoods überzeugt. Aber sind sie als Lebensmittel überhaupt zugelassen? Bei genauen Hinsehen stellt sich verblüffendes heraus und auch bei anderen Produkten ist keine Lebensmittelzulassung zu sehen.

„Superfoods werden allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben“

>>Verbraucherzentrale<<

„Superfoods werden allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Meist sollen sie verschiedenen Krankheiten vorbeugen und zudem satt und schlank machen.“

„Superfoods – „Meist sollen sie verschiedenen Krankheiten vorbeugen“

Selbstverständlich kann sich über „Superfoods“ – und was darunter alles fallen mag – jeder seine eigene Meinung bilden: Aber einige dieser Lebensmittel sind in rechtlicher Hinsicht keine Lebensmittel.Kurzum: Diese Produkte dürfen nur als Kosmetika, Saatgut, Badezusatz und ähnliches verkauft werden. Auch wenn manche offizielle Erklärung etwas anderes vermuten lässt.

„Viele Jahre wurde heftig über die Zulassung gestritten“

>>Universität Hohenheim<<

„Über 20 Jahre hat es gedauert, bis eine Zulassung der Süßstoffe aus der Pflanze Stevia rebaudiana erteilt wurde. Viele Jahre wurde heftig über die Zulassung gestritten.“

Warum Pflanze Stevia rebaudiana noch immer keine Lebensmittelzulassung erhalten hat

Dummerweise ist diese Aussage so nicht richtig: Lediglich das Lebensmittel E960 hat eine Zulassung erhalten. Vereinfacht: Die Süße von der Pflanze wurde chemisch „Nachgebaut“ und danach zugelassen. Die echte Pflanze Stevia rebaudiana ist immer noch nicht als Lebensmittel zugelassen und daran wird sich in Zukunft wohl kaum etwas ändern. In Südamerika sieht es gewiss anders aus: Dort wird Stevia schon seit Jahrhunderten als Süßungsmittel eingesetzt. Und leider stellt die Posse um Stevia kein Einzelfall dar.

„Wie auch bei Mandeln unterscheidet man zwischen süßen und bitteren Aprikosenkernen“

>>Edeka<<

„Wie auch bei Mandeln unterscheidet man zwischen süßen und bitteren Aprikosenkernen. Die bitteren Sorten sind giftig, weil sie den Stoff Amygdalin enthalten. Diesen wandelt der Körper bei der Verdauung zu giftiger Blausäure um. Dabei kommt es auf die Dosis an, wie giftig die Aprikosenkerne sind.“

„Dabei kommt es auf die Dosis an, wie giftig die Aprikosenkerne sind“

Inwieweit Aprikosenkerne nun gut oder schlecht für die Gesundheit seien: Diese Frage kann hier mal offen bleiben. Genauso wie Stevia ist der Verkauf von Aprikosenkernen als Lebensmittel untersagt.

„Abgabe von unverarbeiteten bitteren Aprikosenkernen zum Verzehr untersagt“

>>Gesund Natürlich Leben<<

„Gemäß neuer EU-Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 ist die Abgabe von unverarbeiteten bitteren Aprikosenkernen zum Verzehr untersagt, daher dürfen wir diese nur als Saatgut anbieten und weisen darauf hin, dass die Aprikosenkerne ab sofort nicht mehr zum menschlichen Verzehr geeignet sind (anders als früher).“

„Aprikosenkerne ab sofort nicht mehr zum menschlichen Verzehr geeignet“

Natürlich ließe sich die Liste an Beispielen beliebig verlängern. Viele diese pflanzlichen Produkte haben praktisch keine Chance als Lebensmittel eine Zulassung zu erhalten. Die bürokratischen Prozedere sind aufwendig und teuer. Und am Ende gibt es bei natürlichen Lebensmittel nichts zu verdienen. Oder anders: Wären Kartoffeln, Getreide und Reis nicht schon seit Jahrhunderten in Gebrauch, so würde ihnen genau das selbe Schicksal ereilen.