Lausitzer Geschichte: Warum unter der Habsburger Monarchie die Handwerkszünfte blühten

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Die Habsburger Monarchie übte fast 300 Jahre die Herrschaft über Lausitz aus. Allerdings meist nicht in direkter – sondern in indirekter Form. Dadruch blühte der Handel und Handwerk auf. Denn auch jede einzelne Handwerkszünfte hatte zur damaligen Zeit ein Mitspracherecht.

Geschichte: „Landschaft der Lausitz“

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„Die Landschaft der Lausitz wird begrenzt im Westen durch die Schwarze Elster, die in die Elbe mündet., im Norden vom Höhenzug des Fläming und den Spreewald, im Osten von Bober und Queis in Schlesien, und im Süden durch das Lausitzer Gebirge in Böhmen. … Mit wenigen Unterbrechungen gehörte die Lausitz über insgesamt 460 Jahre zu den Ländern der Böhmischen Krone. Przemysl Ottokar II. umritt Zittau und legte damit den Verlauf der zu errichtenden Mauern fest. Kaiser und König Karl VI. (1346 bis 1378) erwarb Schlesien, die Lausitz und die Mark Brandenburg zur Stärkung der Hausmacht der Luxemburger. Nach der Schlacht bei Mohacz 1526 und dem Tode des Jagellonen Ludwig II. erbten die Habsburger das Jagellonenreich: Ungarn, Böhmen mit allen Nebenländern einschließlich der Lausitz.“

„Gehörte die Lausitz über insgesamt 460 Jahre zu den Ländern der Böhmischen Krone“

Im Zuge einer wechselvollen Geschichte kam die Lausitz letztlich zur Habsburger Monarchie. Ein großes Manko der Lausitz war, dass sich über die Jahrhunderte kein Adelsgeschlecht herausbilden konnte. So galt die Region besonders im 11. Jahrhundert und 12. Jahrhundert als Spielball fremder Mächte.

„Herrschaft über die Markgrafschaft Lausitz“

>>Märkisches Medienhaus<<

„Mit Dietrich von Wettin hatte ab 1032 erstmals ein Vertreter des Geschlechts die Herrschaft über die Markgrafschaft Lausitz ausüben können. … Soweit nach Süden drängte es die von der Burg Ballenstedt im Harz stammenden Askanier noch nicht. Wohl aber rivalisierten sie in der Lausitz mit den Wettinern. Lange bevor Albrecht der Bär Markgraf Brandenburgs wurde, hatte er zwischenzeitig die Lausitz für sich erlangt. Das war von 1124 bis 1131. Ihm war die Markgrafschaft durch den Kaiser wieder entzogen worden. Ein anderer übernahm zunächst das Kommando, ehe 1136 erneut die Wettiner in Person von Konrad dem Großen an der Reihe waren. Zu der Zeit waren die Territorien zwischen Unterer Havel und Oder, also auch das Havelland, noch slawisch geprägt. Albrecht der Bär hatte sich einen Erbschaftsanspruch auf die Brandenburg und das Stammesgebiet der Heveller sichern können. Als der letzte Hevellerfürst 1150 kinderlos gestorben war, machte Albrecht seinen Anspruch erfolgreich geltend.“

Als die Lausitz zur Habsburger Monarchie kam

Im Anschluss waren Teile der Lausitz zwischen rivalisierenden Herrscherfamilien umkämpft, bis sie im Jahre 1367 an das Königreich Böhmen verkauft wurde. Damit kam die Lausitz zugleich unter Herrschaft der Habsburger Monarchie. Allerdings übte der Monarch in Wien nur indirekt die Herrschaft über Lausitz aus. Die Geschicke wurden über die Stände gelenkt, wobei jeder einzelne Stand auf dem Landtagen vertreten war.

Herrschaft der Habsburger Monarchie über die Lausitz

>>Sorvia<<

„Die Geschicke des Landes wurden durch den Landvogt und durch zwei Stände auf den Landtagen des Markgraftum gelenkt. Den einen Stand bildete der Landadel (Lehnsadel) und die Prälaten (Vertreter der Zisterzienserklöster St. Marienstern und St. Marienthal als namhafte Grundherren). Den anderen Stand bildeten die großen Städte.“

„Reichsstände übten ihrerseits Herrschaft über Territorien aus“

>>Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation von Barbara Stollberg-Rilinger (Buch) <<

„Die meisten Reichsstände übten ihrerseits Herrschaft über Territorien aus, in denen es wiederum andere Herrschaftsträger gab, nämlich ebenfalls Adelsfamilien, Klöster, Stifte und Kommunen, die ihnen ihrerseits als konsensberechtigte Landstände gegenübertraten. Diese «landsässigen» oder «mediaten» Stände standen zu Kaiser und Reich aber eben nur in einem mittelbaren Verhältnis. Die Landstände verhielten sich zu ihrem Landesherrn ähnlich wie die Reichsstände zum Kaiser. Wie diese dem Kaiser, so leisteten die Landstände dem Landesherrn ihre Abgaben, wie die Reichsstände auf Reichstagen, so übten die Landstände auf Landtagen Partizipationsrechte aus.“

„Übten die Landstände auf Landtagen Partizipationsrechte aus“

Anders als heute genoss unter der Habsburger Monarchie die Lausitz eine weitreichende Autonomie. Die einzelnen Stände konnten die Herrschaft weitestgehend unter Eigenverantwortung ausüben. Dadurch blühte der Handel und Handwerk auf. Denn auch die einzelnen Handwerkszünfte hatten damals ein Mitspracherecht.

 

–W E R Β U Ν G–

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