Wenn das Recht auf Reparatur eingeschränkt wird

Screenshot youtube.com

Das Recht auf Reparatur, klingt reichlich banal. Tatsächlich steckt dahinter, ein schwerwiegender Eingriff in die Besitzstandrechte der Bürger. Das amerikanische Unternehmen Tesla erhöhte – wegen eines Sturmes – kurzerhand die Reichweite einiger seiner Fahrzeuge. Und zwar per Fernzugriff, von seiner Firmenzentrale aus. Auf dem selben Wege ließen sich die Fahrzeuge auch komplett unbrauchbar machen. Danach könnte der amerikanische Konzern, die Inbetriebnahme oder Reparatur einfach verweigern. Wobei die Frage durchaus berechtigt erscheint: Wem gehören die physische Gegenstände dann eigentlich wirklich?

>>Golem.de<<

„Apple verwendet Berichten von Motherboard und Macrumors zufolge neue proprietäre Software-Diagnosetools, um Macbook Pros und iMac Pros zu reparieren beziehungsweise nach der Reparatur wieder freizuschalten. Wird diese Software nicht ausgeführt, laufen die Rechner danach nicht mehr korrekt. Das geht aus einem Dokument hervor, das an die autorisierten Apple Service Provider verteilt und das MacRumors und Motherboard zugespielt wurde.“

 

>>Runder Tisch Reparatur<<

„Die Reparatur hat aktuell einen schlechten Stand: Geräte sind schon vom Design her nicht mehr reparierbar, die Reparatur ist zu teuer, Ersatzteile werden nicht mehr bereitgestellt, tausende Reparaturbetriebe schließen in Deutschland sowie Europa. Damit geht das Wis-sen um die Reparatur verloren und der Wettbewerb wird durch Monopole ersetzt.“

 

>>Germanwatch<<

„Ein zentraler Aspekt zur Förderung der Reparatur ist neben Produktpolitik die Gleichstellung aller Reparateure. Ferner ist dabei das Recht jeder Person, die ein Produkt besitzt, das Gerät selbst zu reparieren oder es reparieren zu lassen zentral. … Durch die Gleichstellung aller Reparateure – autorisierter Reparaturwerkstätten, unabhängiger Reparaturwerkstätten, Reparatur-Initiativen wie Repair Cafés und Eigenreparatur – kann garantiert werden, dass VerbraucherInnen auch über den die Reparatur ausführenden Dienstleister selbst entscheiden können, dass Reparaturen langfristig möglich bleiben und die lokale Wirtschaft gefördert wird.“

Hintergrund: Viele Hersteller von Produkten, erlauben nur ausgewählten Werkstätten die Reparatur von Geräten. Selbst die verwendeten Ersatzteile, müssen teilweise Lizenziert sein. Auf diese Weise wird die Reparatur, für viele Besitzer teuer und somit unwirtschaftlich.

>>Handwerksblatt.de<<

„74 Prozent der Bundesbürger entscheiden sich für die Anschaffung eines neuen Elektrogeräts, weil die Reparatur des defekten Geräts zu teuer gewesen wäre. Dies ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). „In vielen Fällen ist eine Reparatur fast so teuer wie ein neues Gerät. Das ist weder ökologisch noch wirtschaftlich für Verbraucher. … Zurzeit ist eine Reparatur oft nur direkt beim Hersteller möglich. Nach der Garantiezeit kann das kostspielig werden. 74 Prozent der Verbraucher haben ein Gerät schon einmal entsorgt, weil die Reparatur zu teuer gewesen wäre. Damit Reparaturen günstiger werden, fordert der vzbv, dass Verbraucher frei wählen können müssen, wer die Reparatur übernimmt. Eine Reparatur muss durch unabhängige Dienstleister genauso möglich sein wie durch den Hersteller. … Hersteller sollten dafür Ersatzteile und Reparaturanleitungen zur Verfügung stellen müssen. Das gilt genauso für Softwareupdates. Denn 30 Prozent der Befragten haben schon einmal ein Gerät ersetzen müssen, weil sie aktuelle Programme nicht mehr aufspielen konnten.“

 

>>Zeit<<

„In den USA ist das sogenannte Recht auf Reparatur ein Politikum. Acht Bundesstaaten (Massachusetts, Nebraska, New York, Tennessee, Wyoming, Minnesota, Kansas und Illinois) haben inzwischen Gesetzentwürfe dazu vorgelegt. Sie besagen, dass die Hersteller ihre Originalersatzteile auch an Verbraucher und unabhängige Dienstleister verkaufen müssen. Zudem müssen sie Diagnose- und Reparaturanleitungen veröffentlichen und entsprechende Beschränkungen deaktivieren, die eine Reparatur durch Dritte verhindern könnten.“

 

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Bild: nordvpn.com
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