Digitaler Euro & Inflation: Was bei einer möglichen Währungsreform zu erwarten ist

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Das Gespenst der Inflation geht um und die ist für viele Menschen zu bitteren Wirklichkeit geworden. Die Inflation wird sich kaum noch eindämmen lassen. Und die brennende Frage lautet: Was kommt nach der Inflation und wie könnte eine gute Vorgehensweise zum Inflationsschutz aussehen? Die Europäische Zentralbank dürfte hierbei kein guter Ratgeber sein.

„Das Gespenst der Inflation – Da wird von „Weimarer Verhältnissen“ gesprochen“

>>Europäische Zentralbank<<

„Das Gespenst der Inflation – Da wird von „Weimarer Verhältnissen“ gesprochen, und es werden Parallelen zu den 1970er-Jahren gezogen. Ich werde erläutern, dass diese Vergleiche irreführend sind. Es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die aktuelle Geldpolitik zu permanent höherer Inflation oder gar zu einer Hyperinflation führen wird.“

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ – Dieses Zitat stammt von Johann Wolfgang von Goethe und dürfte die heutige Situation ganz gut beschreiben. Gerade bei Energie und Güter des täglichen Bedarf wird die Inflation sehr viel stärker wahrgenommen. Auch das Kriterium „Hyperinflation“ ist nirgendwo wirklich definiert worden. Und gerade ein Rückblick auf das Jahr 1923 kann äußerst hilfreich sein.

Historische Abläufe: „Als die galoppierende Inflation 1923 zur Hyperinflation wurde“

>>Deutsche Bundesbank<<

„Als die galoppierende Inflation 1923 zur Hyperinflation wurde, verlor das Geld seine Funktion als allgemeines Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel. Die Regierung leitete eine Währungsreform ein; im November 1923 wurde die Mark von der Rentenmark abgelöst. Die Inflation entwertete praktisch vollständig alle Geldschulden und Geldvermögen, die auf Mark gelautet hatten. Am meisten profitierte davon der Staat: Die gesamten deutschen Kriegsschulden in Höhe von 154 Milliarden Mark beliefen sich am Tag der Einführung der Rentenmark auf gerade einmal 15,4 Pfennige.“

„Die Inflation entwertete praktisch vollständig alle Geldschulden und Geldvermögen“

Ob nun Inflation oder Hyperinflation: Diese bringt klar Gewinner und Verlierer hervor. Auch in heutige Zeit haben viele Staaten der Eurozone enorme Staatsschuldenberge angehäuft. Mit Mitteln der Inflation lassen sich diese Schulden minimieren oder wahlweise komplett beseitigen. Es zeichnet sich also ein Interessenkonflikt der staatlichen Geldpolitik ab. Und jenseits aller Rhetorik sind keine echten Schritten für die Beseitigung der hohen Inflation erkennbar. Auf der anderen Seite können die Verlierer der Inflation recht wenig dagegen unternehmen. Gerade für die Bezieher von mittleren oder geringen Einkommen wirkt sich die Inflation sehr drastisch aus.

Mittlere Einkommen & Geringverdiener: Die Verlierer der Inflation

>>Finanzjournalisten.de<<

„Um die Zeit bis zur Halbierung der Kaufkraft zu erfahren, muss man 72 durch die Inflationsrate teilen. Wenn man annimmt, dass die Januar-Teuerungsrate von 1,7 Prozent dem Durchschnitt in der Zukunft entspricht, halbiert sich die Kaufkraft also nach gut 42 Jahren.“

„Teuerungsrate von 1,7 Prozent“ – „Halbiert sich die Kaufkraft also nach gut 42 Jahren“

Steigt die Inflation lediglich um ein paar Prozentpunkte an: Dann sieht die Rechnung ganz aus und die Folgen machen sich im Alltag bemerkbar.

„Inflation bei 4,5 Prozent!“ – „Ist es in 15,7 Jahren nur noch halb so viel wert wie heute“

>>Focus<<

„Inflation bei 4,5 Prozent! Für Ihr Geld bedeutet das konkret: Wenn es so weitergeht, ist es in 15,7 Jahren nur noch halb so viel wert wie heute – und zwar unabhängig vom Betrag.“

Kalte Progression & Staatsschulden: Wie der Staat sich durch Inflation bereichert

Umkehrschluss: Im selben Zeitraum müssten die Netto-Einkommen genauso schnell steigen, was völlig utopisch anmutet und letztlich zu Kaufkraftverlust führt. Zu allen Überfluss muss auf das nominell gestiegene Bruttoeinkommen ein höherer Steuersatz gezahlt werden. Dieser Effekt wird kalte Progression genannt. Aber damit nicht genug: Auch Sparer von kleinen Vermögen werden zur Kasse gebeten. Selbst Zinsen – unterhalb der Inflationsrate – sind als „Gewinne“ voll steuerpflichtig.

Inflation: „Vermögen einen Kaufkraftverlust erleidet und gleichzeitig darauf einen »Gewinn« versteuern muss“

>>Einspruch!: Warum unser Geld Privatsphäre verdient von Andreas Lusser (Buch) <<

„Aus Sicht des Sparers ist es absolut grotesk, wenn er mit seinem Vermögen einen Kaufkraftverlust erleidet und gleichzeitig darauf einen »Gewinn« versteuern muss. … Es ist erstaunlich, dass das Thema der Besteuerung von inflationsgeschädigten Einkommen und Vermögen in der breiten Öffentlichkeit vergleichsweise wenig Beachtung findet und sich die staatlichen Gerichte nicht schon viel früher und viel mehr damit beschäftigen mussten. Denn der Sachverhalt ist in der Tat anstoßerregend: Der einzelne Sparer legt nach voller Begleichung der Einkommenssteuer etwas zur Seite und wird über die Inflation vom Staat in gewisser Weise kalt enteignet. Wenn es ihm gleichwohl gelingt, einen Teil des Kaufkraftverlusts durch Zinsen oder Nominalgewinne zu kompensieren, wird er dafür nochmals staatlich belastet.“

„Nach voller Begleichung der Einkommenssteuer etwas zur Seite und wird über die Inflation vom Staat in gewisser Weise kalt enteignet“

Im Endeffekt kommt eine hohe Inflation den finanziellen Interessen des Finanzamtes sehr gelegen. Daher ist eine Abkehr der hiesigen Geldpolitik – jenseits aller politischen Floskeln – als sehr unwahrscheinlich anzusehen. Vermutlich wird die hohe Inflation bleiben und am Ende könnte eine Währungsreform stehen. Zumindest weisen einige Zeichen bereits in diese Richtung hin.

„Ein digitaler Euro“ – „Privatpersonen und Unternehmen könnten gleichermaßen mit ihm bezahlen“

>>Europäische Zentralbank<<

„Ein digitaler Euro – Ein digitaler Euro wäre genau wie Euro-Banknoten ein Euro, nur eben in elektronischer Form. Das Eurosystem (die EZB und die nationalen Zentralbanken des Euroraums) würde ihn ausgeben. Privatpersonen und Unternehmen könnten gleichermaßen mit ihm bezahlen. Das Euro-Bargeld würde durch ihn nicht ersetzt, sondern ergänzt.“

Wer soll die inflationsgeschädigte Währung Euro verteidigen?

Ob auf lange Sicht wirklich digitaler und konventioneller Euro nebeneinander bestehen bleiben: Das darf getrost bezweifelt werden. Zumal jenen inflationsgeschädigten Euro kaum jemand verteidigen dürfte. Die entscheidende Frage aber lautet: Was kann der einzelne Bürger tun? – Ein Blick in die Vergangenheit kann hierbei hilfreich sein.

Vor der Währungsreform 1923: „Hielten Grundbesitzer und Bauern einen Großteil ihrer Produkte zurück“

>>Inflation: Der Untergang des Geldes in der Weimarer Republik und die Geburt eines deutschen Traumas von Frederick Taylor (Buch)<<

„Währenddessen traf man im Land, weitab von der Treibhausatmosphäre Berlins, seine eigenen Arrangements mit der Krise. Obwohl die Ernte des Jahres 1923 sich als gut erwies, hielten Grundbesitzer und Bauern einen Großteil ihrer Produkte zurück. Sie hofften auf eine Bezahlung in harter Währung, sobald es endlich zur Währungsreform käme. Für Millionen Deutsche im ganzen Land, die nicht über Devisen verfügten, war der direkte Tausch zur gängigen Handelsform geworden. … Bundesländer, Kommunen und sogar Privatunternehmen hatten daher begonnen, auf der Grundlage der von ihnen kontrollierten Ressourcen eigene Schuldscheine zu drucken. Dieses Notgeld war für gewöhnlich (aber nicht immer) nur in einem bestimmten Gebiet gültig. Manche würzten es mit ein wenig schwarzem Humor, wie jenes Unternehmen, das auf einem 500000-Mark-Schein die muntere Empfehlung abdruckte: »Sollt’ ein Brikett noch teurer sein, steck’ ruhig mich in’ Ofen rein.«

Vor der Währungsreform 1923: „Direkte Tausch zur gängigen Handelsform geworden“

Ganz allgemein waren Währungsreformen immer Hochzeiten von Sachwerten und das ist nicht nur auf Edelmetalle beschränkt. In heutiger Zeit fallen auch Kryptowährungen darunter. Genauso nimmt die Bedeutung von regionalen Strukturen zu.