Das neue europäische Selbstbewusstsein in der Politik

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Bei der Visegrád-Gruppe handelt es sich um eine lose Kooperation der Regierungen von Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Teilweise wird sie aufgrund der historischen Grenzen mit dem Habsburger Reich von 1918 verglichen, wobei die inhaltliche Ausrichtung wohl zutreffender ist.

 

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>>Welt<<

“Die nach dem Austritt aus dem „Vielvölkergefängnis“ und der Staatsgründung 1918 geschleiften Denkmäler in Prag für Österreich-Ungarn stehen bis heute nicht wieder.”

Die Bezeichnung „Vielvölkergefängnis“ trifft wohl eher auf die gegenwärtige >>Europäische Union<< als auf die Habsburger Monarchie zu. Denn die Doppelmonarchie war stets darauf bedacht einem gerechten Ausgleich zwischen dem zum Teil völlig unterschiedlichen Volksgruppen herzustellen, wovon bei der modernen EU mitnichten die Rede sein kann. Das Ende der Habsburgermonarchie hängt im Wesentlichen mit dem Ereignissen des Ersten Weltkrieg zusammen und ist in gewisser Hinsicht noch heute ein Politikum. Aus der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gingen eine ganze Reihe von Staaten hervor darunter auch die erste Tschechoslowakische Republik.

>>Wikipedia<<

“Im Herbst 1918 war die österreichisch-ungarische Monarchie in einem Zustand des Zusammenbruchs. Der US-Präsident Woodrow Wilson, der ein großer Unterstützer eines tschechoslowakischen Staates war, forderte das tschechoslowakische Volk und dessen Regierung auf, sich von der Monarchie zu lösen. … Von Genf aus begann er eine Exilbewegung zu bilden, die mit dem Prager Untergrund, in dem sich tschechische Politiker in einer „Maffia“ genannten Geheimgesellschaft zusammengeschlossen hatten, um den Gedanken der angestrebten staatlichen Selbstständigkeit zu popularisieren, in Verbindung stand und mit den Exilgruppen in Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Russland zu koordinieren war. Im Herbst 1915 reiste Masaryk über Paris, wo sein engster Mitarbeiter Edvard Beneš war, nach London als dem politischen Zentrum der Alliierten.  … Jedoch traf sich die provisorische Regierung der Tschechoslowakischen Republik im selben Zeitraum mit den Alliierten. Diese hatte bereits begonnen, die Unabhängigkeitserklärung zu verfassen, und beendete diese Arbeiten am 16. Oktober. Das Dokument wurde von Tomáš Garrigue Masaryk verfasst. Am 17. Oktober präsentierte es Masaryk der US-Regierung. Es erschien in Paris am 18. Oktober 1918 mit Masaryk als Urheber.”

Aus Sicht der Alliierten des Ersten Weltkriegs war die Habsburgermonarchie der Feind, weshalb solche Exilregierungen nicht nur in Böhmen gezielt unterstützt und gefördert wurden. Als dann am Ende des Ersten Weltkriegs die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918 ausgerufen worden war – was isoliert betrachtet einen völlig belanglosen Akt darstellt – fanden sich jedoch zahlreiche Feindstaaten von Österreich-Ungarn bereit den neuem Staat diplomatisch anzuerkennen.

>>Wikipedia<<

“Beneš trug die tschechoslowakischen Forderungen zusammen mit dem Ministerpräsidenten Karel Kramář am 5. Februar 1919 dem Rat der Zehn vor und konnte ein positives Echo verbuchen, am 27. März 1919 wurden sie der eigens dafür eingerichteten Kommission für tschechoslowakische Angelegenheiten vorgelegt, bestehend aus den Vertretern der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, Frankreichs und Italiens. … Die traditionellen Hauptverbündeten der Tschechoslowakei waren Frankreich und Großbritannien.”

Screenshot Wikipedia

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Die Tschechoslowakische Republik von 1918 war in erster Linie ein ergebener Vasall von Frankreich und Großbritannien, als ein souveräner Staat. Und das Ausgestattet mit einer sehr schwachen Regierung die selbst nur einem Teil der Bevölkerung repräsentierte. Denn im neu geschaffenen “Vielvölkergefängnis” spielten – anders als bei der Habsburger Monarchie – der Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Minderheiten keine Rolle mehr. Die Tschechen selbst waren faktisch nur eine Minderheit im eigenen Land – unterdrückten aber alle anderen Volksgruppen – sogar die Slowaken und nicht nur die Sudetendeutschen. Die Tschechoslowakische Regierung stand politisch bis 1938 auf sehr wackligen Füßen und hatte kaum Rückhalt innerhalb der eigenen Bevölkerung. Weshalb sie immer sehr abhängig von ausländischen Gönnern blieb und bestenfalls in Ansätzen eine eigenständige Politik verfolgte. Im heutigen Kontext gesehen würde man so ein Gebilde als “Gescheiterten Staat” bezeichnen. Als das Land im Jahr 1938 unter Deutschland, Polen, Ungarn und den neu entstandenem Slowakei aufgeteilt worden war – war es deshalb wenig verwunderlich, warum es international nur einem kaum hörbaren Aufschrei gab. Sogar der ehemalige Verbündete Großbritannien distanzierte sich und erkannte nachträglich die neuen Grenzen diplomatisch an. Im Summe betrachtet bedeutete es für die Mehrheit der Einwohner: Der Untergang der Habsburger Monarchie bei allen ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten – eher einem Rückschritt, als einem Fortschritt für die Zivilisation. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gewährte ihren verschiedenen Minderheiten einem hohen Grad an Autonomie und Selbstverwaltung. Der Böhmischer Landtag, beziehungsweise später der Nationalausschuss sorgte seit dem ausgehenden Mittelalter dafür: Die inneren Angelegenheiten von Böhmen in Eigenregie zu regeln, was von dem Gebiet her betrachtet etwa dem heutigen westlichen Teil von Tschechien entsprechen dürfte. Das heutige Tschechien verfolgt möglicherweise aus historischen Kontext heraus eine überaus eigenständige Politik und respektiert sehr wohl die Minderheiten im eigenen Land – auch wenn der Prozess bis zu diesem Punkt sehr lange gedauert hat. Die Lausitz war ebenfalls über viele Jahrhunderte ein Teil der Habsburger Krone, wodurch das Land Lausitz noch verhältnismäßig lange Zeit danach – eine gewisse Autonomiestatus inne hatte, hinzu kam die umstrittene juristische Situation in der Lausitz: Welches das Gebiet nach dem Dreißigjährigen Krieg lediglich als eine Art entliehenes Pfand auswiess – wobei die Souveränität bei Österreich verblieb. Von den einstigen autonomen Status hat sich bis in die Gegenwart nichts erhalten. Hinzu kommt dass die Fremdbestimmung von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Die inneren und äußeren Angelegenheiten der Lausitz nehmen gegenwärtig Parlamente in Berlin, Brüssel, Potsdam und Dresden zumindest formell war und dessen Vertreter – in der Regel nach dem sie politisch untragbar geworden sind – sich häufig auf gut dotierte Posten bei multinationalen Konzernen zurück ziehen und es sich dort finanziell gut gehen lassen. Von einer echten Vertretung für die Interessen der Lausitz und seiner Einwohner kann mitnichten die Rede sein.

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Der noch heute präsente St. Georgs-Orden des Hauses Habsburg-Lothringen setzt sich nach wie vor für dem alt-österreichischen Staatsgedanken ein, welcher mit Sicherheit nichts mit dem sogenannten “Vielvölkergefängnis” zu tun hat.

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Vertreter des St. Georgs-Orden beobachten Geschehnisse – wie die Ereignisse in Südtirol – mit sorgenvollen Blicken. Dieses ehemalige Österreichische Staatsgebiet wurde nach dem Ersten Weltkrieg an die Siegermacht Italien abgetreten und daran hat sich bis heute – zum missfallen vieler Einwohner nichts geändert. Denn gegen diese damals getroffene Entscheidung gibt es bis in die Gegenwart Protest.

 

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