Gewerkschaften: “Wes Geistes Kind diese »Reformer« in Wirklichkeit sind”

Screenshot vimeo.com

Die Gewerkschaften brüsten sich gerne mit den zahlreichen und umfangreichen Errungenschaften die sie angeblich vollbrachten haben wollen oder prangern bisweilen Missstände an. Vergessen dabei in der Regel zu erwähnen, woher diese sozialen Verwerfungen eigentlich stammen.

>>Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft<<

“Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt es erneut: Immer mehr Menschen in Deutschland können von ihrem Lohn nicht leben und brauchen Zuschüsse vom Staat. Hartz IV ist nicht nur ein Fürsorgesystem für hilfebedürftige Arbeitslose, sondern es unterstützt immer stärker auch Menschen, die mit ihrem Gehalt einfach nicht über die Runden kommen. Sie werden zu sogenannten Hartz IV-Aufstockern. Von allen Empfängern des Arbeitslosengeldes II waren Ende 2011 fast 29 Prozent Hartz IV-Aufstocker, in den neuen Ländern waren es fast ein Drittel, so die Studie „Arm trotz Arbeit: Einkommen immer öfter nicht ausreichend“. Die Zahl der Haushalte, in denen ein erwerbstätiger Hartz IV-Bezieher lebt, ist von 2007 bis 2011 in den alten Bundesländern um 14 Prozent und in Ostdeutschland um 11 Prozent gestiegen. Am stärksten war der Zuwachs in der Zeit in Berlin: Um ein Viertel ist die Zahl der Haushalte gestiegen, die mit Hartz IV aufstocken mussten.”

 

>>Der tiefe Staat von Jürgen Roth (Buch) <<

“Die Zahlen belegen, dass wir von Peter Hartz für dumm verkauft werden sollen.« Die Arbeiter müssen gefühlt haben, dass mit Peter Hartz und einigen ihrer Gewerkschaftsrepräsentanten etwas nicht stimmte – doch noch war es nur ein Gefühl. Hartz war es, der 1994 bei VW die Vier-Tage-Woche einführte und damit das Lohnniveau erheblich senkte, er flexibilisierte die Arbeitszeit und organisierte einen schleichenden Arbeitsplatzabbau. Dazu gehörte das Projekt 5000 mal 5000 (5000 Arbeitnehmer werden eingestellt, die jeweils 5000 D-Mark verdienen – dafür pro Woche im Schnitt sechs Stunden länger arbeiten, als es sonst im VW-Haustarif für Arbeitnehmer vorgesehen ist). Es wurde im August 2001 beschlossen und ermöglichte dem VW-Konzern, 20 Prozent an Personalkosten einzusparen. Ausgearbeitet wurde es bekanntlich maßgeblich von Peter Hartz in Zusammenarbeit mit der IG Metall und in der Öffentlichkeit als Meilenstein einer progressiven Tarifpolitik gefeiert. Das sollte bald alles einen üblen Beigeschmack bekommen. Und wieder ist es eine der symbolischen Handlungen, die demonstriert, wes Geistes Kind diese »Reformer« in Wirklichkeit sind. Wie Gerhard Schröder raucht auch Peter Hartz gerne Zigarren, vornehmlich Montecristo. Das ziemt sich für einen SPD-Mann und Arbeitsdirektor, will man doch in der schönen Konsumwelt der Manager allein schon durch einen gewissen Habitus mithalten. Und so ließ sich Peter Hartz, während er Arbeitslosen Wasser predigte, gern gleich ganze Kisten »Montecristo No1« -eher eine kubanische Durchschnittszigarre – in sein Büro liefern. Die Rechnungen von 300 bis 500 Euro pro Lieferung bezahlte er natürlich nicht von seinem üppigen Gehalt. Die Zigarren wurden vielmehr über die Kostenstelle 1860 im VW-Konzern abgerechnet, die die Kostenstelle von Peter Hartz gewesen ist. Und Peter Hartz selbst, der Millionen Arbeitslose zu gläsernen Menschen machte, weigerte sich natürlich, sein Einkommen als VW-Vorstand zu benennen.”

 

>>Der Tagesspiegel <<

“Der SPD-Kanzlerkandidat habe auf Webfehler in der Agenda 2010 hingewiesen. „Da muss vieles korrigiert werden“, fordert der DGB-Chef. … Eine weitere Forderung: Die Aufsichtsrats-Mitbestimmung unter Beteiligung der Arbeitnehmer soll auch für die Firmen gelten, die in Deutschland tätig sind, sich aber eine ausländische Rechtsform gegeben haben.”

Bei der vermeintlichen “Aufsichtsrats-Mitbestimmung” entsenden die Gewerkschaften ihre Funktionäre und es ist ein Hauptelement der Gewerkschaftspolitik. Inwieweit dort die Interessen der Arbeitnehmer ernsthaft vertreten werden, steht hingegen auf einen ganz anderen Blatt geschrieben.

 

 

 

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