Warum Strom aus Braunkohle gebraucht wird

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Die Energiewende kann nicht funktionieren, weil es auf absehbarer Zeit keine Möglichkeiten gibt, Strom in großen Mengen zu speichern. Dabei spielt es keine Rolle, wieviele Windkraftanlagen oder Photovoltaik noch errichtet werden.

>>IG Bergbau und Energie – Michael Vassiliadis<<

„Ich beteilige mich nicht an solchen Zahlenspielen, und sie sind auch völlig unnötig. Die Planungen des Energiekonzerns Leag und seiner Eigentümer in der Lausitz reichen bis in die 2040er-Jahre. Weiter in die Zukunft gehen die Genehmigungen für den Abbau und die Verstromung von Braunkohle sowieso nicht. Das ist übrigens auch in den beiden anderen Braunkohlerevieren so, im Rheinland und im Leipziger Südraum. … Sofern ich dieser Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ angehören sollte, werde ich dort die Meinung der IG BCE offensiv vertreten. Für uns steht außer Frage, dass Deutschland noch über Jahrzehnte auf Energieträger wie die Braunkohle angewiesen sein wird, erst recht nach dem endgültigen Atomausstieg 2022. … Der im Koalitionsvertrag erwähnte Ausbau auf 65 Prozent bis 2030 wäre eine Verdoppelung gegenüber heute. Wenn wir bis dahin nicht dramatische Fortschritte bei Marktfähigkeit, Versorgungssicherheit und Speicherung von Erneuerbaren erreicht haben, schaufeln wir uns ein gigantisches Subventionsgrab. Wenn die Erneuerbaren irgendwann speicher- und damit grundlastfähig sein sollten, also ohne Schwankungen rund um die Uhr eine zuverlässige und preiswerte Energieversorgung gewährleisten können, dann wird die Kohleverstromung zwangsläufig schneller reduziert. Dann gäbe das auch Sinn!“

 

>>Deutsche Physikalische Gesellschaft<<

„Elektrischer Strom kann mit hoher Effizienz zurzeit nur in Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden. Die Speicherkapazität aller Anlagen in Sachsen, Bayern und im Schwarzwald beträgt 40 GWh, reicht also nur aus, um ein Fünftel des Tagesertrags aus Wind und Sonne zu speichern.“

 

>>Vattenfall<<

„Das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal liegt an der Schwarza im östlichen Thüringen. Das Kraftwerk nahm 2003/2004 seinen Betrieb auf und ist eines der größten und modernsten Kraftwerke seiner Art in Europa. Es hat eine Kapazität von 1.053 Megawatt (MW) Strom und ist ein Kavernenkraftwerk. Das Oberbecken fasst zwölf Millionen Kubikmeter Wasser. Die Gesamtlänge des Ringdamms des Oberbeckens beträgt 3.370 Meter. Die beiden Rohrleitungen vom Becken zum unterirdischen Kraftwerk sind über 800 Meter lang und überwinden einen Höhenunterschied von 302 Metern. Zur Stromerzeugung nutzen die Turbinen den außerhalb der Spitzenzeiten anfallenden Stromüberschuss aus Braunkohlekraftwerken. In diesen Phasen wird das Wasser über Rohrleitungen vom Unter- ins Oberbecken gepumpt. Gibt es einen plötzlichen Anstieg des Strombedarfs in Spitzenlastzeiten, wird das Wasser aus dem Speicher durch die Rohrleitungen zurückgeführt und treibt zwei Wasserturbinen im unterirdischen Kraftwerk an, die Strom erzeugen.“

Das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal hat ungefähr 30 Jahre Planung und etwa zehn Jahre Bauzeit inklusive Testphase hinter sich – bevor es in Betrieb ging. Es stellt gleichzeitig, das letzte größere Pumpspeicherkraftwerk da, was errichtet wurde. Ob noch ein weiteres gebaut wird, erscheint aus heutiger Perspektive eher fraglich. Alle anderen Technologien um große Mengen Strom zu speichern, sind entweder ferne Zukunftsmusik oder schlicht zu teuer: Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

 

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