Die kulturelle Verbindung zwischen Tschechen & Lausitzer Sorben

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Das kulturelle Tschechen und Lausitzer Sorben kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Einst war die Lausitz sogar ein Teil von Böhmen gewesen und noch heute ist beispielsweise der jährlich stattfindende Wenzelsmarkt in Bautzen nach den böhmischen Königs Wenzel IV benannt.

„Die Tschechen stehen den Lausitzer Sorben am nächsten“

>>Radio Prag<<

„Die Tschechen stehen den Lausitzer Sorben am nächsten – Jahrhunderte lang hatten sie ein enges Verhältnis zu Böhmen, und diese Partnerschaft half ihnen, ihre Kultur und Identität zu bewahren. … So z.B. der Bildhauer Macij Wjaclaw Jakula, dessen Werke man auf der Prager Karlsbrücke bewundern kann, oder Hofdichter von Rudolf II., Jan Bok. 1704 gründeten die Lausitzer Brüder Simanec eine Stiftung und bald danach auch einen Wohnheim mit Bibliothek für die Lausitzer Studenten in Prag. So entstand das bekannte Lausitzer Seminar.“

„Wohnheim mit Bibliothek für die Lausitzer Studenten in Prag“

Selbst im kleinen Gemeinden fand ein reger kultureller Austausch statt. Als ein passendes Sorbisches Theaterstück fehlte, da wurde kurzerhand eines aus Tschechien übersetzt und aufgeführt.

„Als es an geeigneten Theaterstücken zu fehlen begann“ – „Übersetzte er ein tschechisches Stück“

>>Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Ev.-Luth. Kirchgemeinde Hochkirch / Ew.-luth. wosada Bukecy<<

„Doch die sorbischen Abende, die regelmäßig im Frühjahr vor einem überfüllten Saal ausgestaltet wurden, waren Höhepunkte, die Zuschauer nicht nur aus der Kirchgemeinde selbst, sondern auch aus dem ganzen Osten des obersorbischen Sprachgebietes heranführten. … Als es an geeigneten Theaterstücken zu fehlen begann, übersetzte er ein tschechisches Stück, das unter dem Titel „Dubičanski Kowar“ (Der Daubitzer Schmied) mit gutem Erfolg aufgeführt wurde. Zum zehnjährigen Jubiläum der Radosć 1931 verfaßte Wjela selbst ein Spiel.“

„Unter dem Titel „Dubičanski Kowar“ (Der Daubitzer Schmied) mit gutem Erfolg aufgeführt wurde“

Während der NS-Herrschaft wurde das Sorbische Leben in der Lausitz weitestgehend unterdrückt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde deshalb eine Verbrüderungsfeier in Tschechien veranstaltet.

„Vom 5. zum 7. Juli 1946 fand hier eine Verbrüderungsfeier mit den Lausitzer Sorben“

>>Lužické a Žitavské hory – Lausitzer und Zittauer Gebirge<<

„Das Waldtheater liegt in einer seichten Vertiefung am südwestlichen Fusse des Sandsteinvorsprunges Na Stráži (Wachstein), etwa 0,5 km südlich von Sloup (Bürgstein). … Vom 5. zum 7. Juli 1946 fand hier eine Verbrüderungsfeier mit den Lausitzer Sorben statt, die eine Aufführung aus der sorbischen Geschichte „Knjez a robocán“ darboten.“

„Aufführung aus der sorbischen Geschichte „Knjez a robocán“ darboten“

Das entsprechende Waldtheater bei Bürgstein – respektive Lesní divadlo bei Sloup – wird noch heute für Aufführungen genutzt. Als Kulisse wird ein zylinderförmigen Turm und ein teils natürliches Felsmassiv verwendet.