Energiekrise: Wenn Strom zum Luxus wird

Screenshot vimeo.com

Strom wird für viele Menschen unbezahlbar: Kaum ein anderes Produkt wurde die letzten Jahren derart künstlich verteuert. Die Folge: Immer mehr Menschen sind von Stromsperren bedroht. Dabei ist die Energiekrise politisch gewollt: In Zukunft dürfte sich eine sichere Versorgung zu einen exklusiven Luxusgut entwickeln, die sich nur wenige leisten können.

>>Computer Bild<<

„Politiker aller Parteien fordern immer wieder: Strom muss bezahlbar bleiben. Doch in der Realität dreht sich die Preisspirale immer weiter. Seit Jahren steigen die Kosten für elektrische Energie, in kaum einem anderen Land in Europa zahlen die Verbraucher so viel wie in Deutschland. … Geringverdienern macht der hohe Strompreis am meisten zu schaffen, denn am untersten Ende der Kaufkraftskala wirken sie sich am stärksten aus. So darf etwa ein Hartz-IV-Empfänger vom aktuellen Regelsatz in Höhe von 416 Euro rein rechnerisch 35,09 Euro für Strom ausgeben. Tatsächlich belaufen sich die Stromkosten eines Singlehaushalts mit einem Verbrauch von 1.500 kWh aber auf durchschnittlich 40,33 Euro pro Monat. Das sind 15 Prozent mehr als im Regelsatz vorgesehen. Noch schlimmer: Bezieher von Arbeitslosengeld II können aufgrund mangelnder Bonität oft nicht den Anbieter wechseln. In der Folge bleiben einkommensschwache Haushalte an ihren örtlichen Stromversorger gebunden und werden dort in der Regel zu den Konditionen der Grundversorgung beliefert. Dies ist jedoch die mit Abstand teuerste Art, Strom zu beziehen. In der Grundversorgung übersteigen die tatsächlichen Stromkosten von 44,25 Euro den Regelsatz sogar um 26 Prozent, haben die Tarifexperten von Verivox berechnet.“

 

>>Johannes Teyssen<<

„Die Energiewende ist derzeit sehr ungerecht finanziert. Sie macht Strom immer teurer, und das trifft vor allem Menschen mit geringen Einkommen. Sie muss fairer, effizienter und billiger werden. Strom darf kein Luxusgut sein.“

 

>>Welt<<

„Viele Menschen in Deutschland können ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Und die Energiepreise steigen immer weiter. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, wirft der Bundesregierung deshalb vor, „die soziale Dimension der Energiewende nicht im Blick“ zu haben. „Bei niedrigen Einkommen schlagen die steigenden Stromkosten voll durch“, sagte die Chefin des größten deutschen Sozialverbandes. Der Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Klaus Müller, schätzt: „Zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung kämpfen damit, die stetig steigenden Energiekosten zu finanzieren.“ Dabei seien Geringverdiener und Rentner noch stärker als die Bezieher von Hartz IV betroffen, bei denen zumindest die Heizkosten in der Regel von den Sozialbehörden übernommen werden. „Früher war Energiearmut ein Randphänomen, doch mittlerweile ist es für viele ein Alltagsproblem geworden“, sagte Müller. Laut Umfrage der Verbraucherschützer bei den Energieversorgern wird pro Jahr bei rund 600.000 Haushalten aufgrund nicht gezahlter Rechnungen der Strom gesperrt. Vor allem aufgrund des starken Ausbaus erneuerbarer Energien hatten sich die Strompreise im Jahr 2011 um rund zehn Prozent erhöht. … Tatsächlich nehmen steigende Energiepreise die Wirtschaft in die Zange, weil sie einerseits die Produktionskosten erhöhen und andererseits die Kaufkraft der Konsumenten massiv einschränken.“ Dies sei ein Teufelskreis.“

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Die vorgesehene Energiewende bedeutet den Übergang der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien, vor allem auf Wind und Sonne. Wenn zum Beispiel am Tag der Jahreshöchstlast in Deutschland kein Wind weht und keine Sonne scheint, muss die ausfallende Leistung anderweitig gedeckt werden, will man Abschaltungen ganzer Gebiete oder einen Netzzusammenbruch vermeiden. Dazu müssen Schnellstart-Kraftwerke (vor allem auf Erdgasbasis) die ausgefallene Leistung sofort übernehmen. Diese sind aber nur wenige Stunden des Jahres in Betrieb, müssen aber ständig betriebsbereit sein, womit sie sehr hohe Erzeugungskosten verursachen. Deshalb wird unter diesen Bedingungen auch- wie damals in der DDR – der Verbraucher mitwirken müssen, indem er dem Netzbetreiber gestattet, in diesen Situationen automatisch im Haushalt Verbrauchsgeräte (etwa Waschmaschinen) abzuschalten, im Büro die Beleuchtung zu dimmen oder in Unternehmen Motoren vom Netz zu nehmen. Neue Stromzähler (Smart Meter) werden es möglich machen. Der Verbraucher wird nicht gesetzlich dazu verpflichtet werden und auch nicht Sanktionen erdulden müssen, wenn er es nicht tut, wie damals in der DDR. Man wird ihn dafür sogar durch die Gewährung niedrigerer Strompreise belohnen. Es wird aber Verhaltensänderungen in allen Bereichen der Gesellschaft zur Folge haben, denn der Verbraucher wird ein wichtiges Glied für die Reglung des elektrischen Netzes, er wird zum regelbaren Verbraucher. Verweigern die Abnehmer die Mitwirkung, werden die Stromkosten stark steigen.“

 

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