Europäische Einlagensicherung: Warum Geld auf Bankkonten unsicher ist

Screenshot trustnodes.com

12.500 Anleger, darunter viele Rentner, haben bei italienischen Regionalbanken zusammen 430 Millionen Euro verloren. Ihr Schicksal wird bald auch anderen Sparern in Europa blühen.“  So die trüben Aussichten. In Zukunft könnten sich diese Bankenpleiten zu einen Flächenbrand ausweiten und auch deutsche Sparguthaben sind gefährdet. Schuld daran ist die Europäische Einlagensicherung.

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„Durch die Einführung des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG) zum 3. Juli 2015 besteht für Privatanleger eine wichtige Neuerung: der rechtliche Anspruch des Anlegers auf Entschädigung bei Insolvenz eines Kreditinstituts mit Sitz in der EU. Das deutsche Einlagensicherungssystem bietet auf Grundlage europäischer Vorschriften eine Einlagensicherung je Kunde und Kreditinstitut in Höhe von 100 000 Euro für einlagengesicherte Einlagen. Darüber hinaus besteht bei den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken & Raiffeisenbanken (BVR) die Institutssicherung als präventive Maßnahme weiter. Bei den privaten und öffentlichen Banken des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und des Einlagensicherungsfonds der öffentlichen Banken besteht eine freiwillige Einlagensicherung über die Summe von 100 000 Euro hinaus.“

 

>>Thilo Sarrazin<<

„Eine europäische Einlagensicherung ist eine weitere Stufe in diese Haftungsunion. Bei der Einlagensicherung geht es darum, dass die Kundengelder auf Banken geschützt sind, wenn die Bank pleitegeht. Wir haben drei Einlagensicherungssysteme in Deutschland, für Privatbanken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Und wenn eines dieser Systeme nicht reicht, greift der Staat ein, so wie im Jahr 2008. … Es werden Leitungen gelegt, auf denen die Südländer Geld abzapfen können. Das sind die Target-Salden, dann der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) sowie eine mögliche Haftungsunion. … Das bedeutet: Je mehr Leitungen gelegt werden, desto größer ist die Gefahr, dass in einer Nachtsitzung in Brüssel einmal entschieden wird, dass tatsächlich Geld fließt.“

 

>>Focus<<

„Edis (Europäische Einlagensicherung, Anmerkung der Redaktion) heißt das Zauberwort. Dahinter verbirgt sich ein Einlagensicherungssystem für die gesamte Eurozone, das die nationalen Einlagensicherungssysteme ablösen soll. Einlagensicherungssysteme werden mit den Beiträgen von Banken finanziert. Sie garantieren im Fall einer Insolvenz einer Bank die Einlagen der Kunden und sollen einen Bankrun (Schaltersturm) verhindern. Draghi plant also ein System einzurichten, das EU-weit bei einer Bankenkrise – welche in Anbetracht der maroden Banken Südeuropas mit Sicherheit kommen wird, das Geld der Sparer zu schützen. Was geschieht jedoch, wenn die Mittel erschöpft sind? Ferner ist zu beachten, dass bis 2024 nationale Bankenverbände in der Eurozone ihre Fonds zur Einlagensicherung füllen müssen. Doch von den verlangten Werten sind die meisten Länder weit entfernt – auch die der größten Volkswirtschaft Deutschland. Obwohl seit 2014 europaweit gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Banken alle Spareinlagen ihrer Kunden bis 100.000 Euro zu 0,8 Prozent durch eigene Mittel absichern müssen. Selbst die Töpfe, mit denen sich in Deutschland Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken innerhalb ihrer jeweiligen Verbünde in Krisenzeiten gegenseitig helfen, waren lediglich mit durchschnittlich 0,4 Prozent der gesicherten Einlagen gefüllt. Damit befindet sich Deutschland auf Platz 11 der 19 Eurostaaten. Es ist zu befürchten, dass dann die Steuerzahler für die Banken Europas haften müssen, da zahlreiche Banken in Europa bekanntlich auf Grund ihrer Größe noch immer systemrelevant sind. Demgemäß stellt sich die Frage wer tatsächlich geschützt werden soll und wer schlussendlich die Zeche bezahlen wird?“

 

>>Berliner Morgenpost<<

“ Es ist ein Schreckensszenario für die deutsche Bankenbranche: Mehrere Geldinstitute in Italien gehen pleite – und die Banken in Deutschland und anderen EU-Staaten müssen mit dem Geld ihrer Sparer einspringen, um italienische Bankkunden zu entschädigen. So könnte es nach Meinung von Kritikern kommen, wenn sich die EU-Kommission mit ihren Plänen zu einem besseren Schutz von Sparern in Europa durchsetzt.“

Schon die drei Einlagensicherungssysteme in Deutschland – selbst in Verbindung mit Steuergeld – sind völlig unzureichend: Im Krisenfall wären die Guthaben auf Bankkonten in höchster Gefahr. Anders als in Vergangenheit, könnten zukünftige Bankenpleiten in Südländern der Eurozone, eine Kettenreaktion zur Folge haben. Damit wären auch Sparguthaben auf deutschen Konten gefährdet.

 

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