Honigfalle: Wenn weibliche Agenten Reizwäsche tragen

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Nicht alle Agenten sind männlich. Besonders weibliche Geheimdienstmitarbeiter spielen in mancher Situation ihre Reize voll aus. Dieses bisher wenig beachtet Kapitel der Agententätigkeit wird kaum thematisiert, deswegen fallen viele Opfer durch Unachtsamkeit darauf rein.

>>Mossad: Missionen des israelischen Geheimdienstes von Michael Bar-Zohar & Nissim Mischal (Buch) <<

„Wäre er ein ernsthafterer und vernünftigerer Mann gewesen, hätte er gemerkt, dass er in eine »Honigfalle« getappt war, wie Geheimdienste die sexuelle Verführung durch eine Frau bezeichnen. Es war ein Paradebeispiel: Du triffst auf der Straße ein Mädchen; sie verliebt sich Hals über Kopf in dich; sie ist bereit, alles für dich zu tun: dich nach Rom in die Wohnung ihrer Schwester mitzunehmen, dir ein Flugticket zu kaufen, obwohl sie dich kaum kennt.“

 

>>Lizenz zum Töten: Die Mordkommandos der Geheimdienste von Egmont R. Koch (Buch) <<

„Insgesamt fünfzehn bis zwanzig Agenten, katsa in der Mossad-Terminologie, hatte der Geheimdienst im Sommer 1978 im Rahmen der »Operation Sphinx« auf Halim angesetzt, die Blondine an der Busstation gehörte ebenso dazu wie der Ferrari-Fahrer, der sich dem Iraker auf der ersten Fahrt in die Pariser Innenstadt als Jack Donovan aus London vorstellte. Der Engländer gab sich redselig, erzählte von seinen internationalen Geschäften; Halim dagegen blieb eher zugeknöpft, er erzählte von seinem Studium und von seiner Frau, die bald für einige Zeit nach Bagdad zurückkehren werde. Ob denn Halim Lust habe, ihn in der Zeit vielleicht einmal in seiner Villa auf dem Land zu besuchen, erkundigte sich Donovan, doch der Iraker wollte sich nicht festlegen. Noch nicht. Am nächsten Morgen stand die attraktive Blondine wie gewöhnlich an der Bushaltestelle, und Donovan ließ sie einsteigen, wobei er Halim freundlich grüßte. Einen Tag späterkam der Ferrari, aber nicht das Mädchen. Stattdessen bot der Engländer erneut Halim die Mitfahrt an. Und diesmal war die Stimmung schon viel vertrauter. Donovan schlug vor, erst einmal einen Kaffee zu trinken, und erzählte dem neugierigen Iraker dann von seiner blonden Freundin, sie sei nur eine kleine Nutte, der er gestern den Laufpass gegeben habe, aber von der Sorte gebe es in Paris ja zum Glück jede Menge. Und dann schob er Halim eine Visitenkarte – seiner Firma über den Tisch, die in der Nähe des Arc de Triomphe in einem echten Büro mit Messingschild und Sekretärin residierte – für den Fall, dass Halim, neugierig wie er war, das überprüfen wollte. Die Anbahnung lief wie geschmiert. Nachdem seine Frau Samira abgereist war, verbrachte Halim praktisch jedes Wochenende mit seinem neuen Freund. Sie besuchten teure Restaurants und Nachtclubs, der Iraker ließ sich sogar zu alkoholischen Drinks überreden, obwohl das einem Muslim streng untersagt ist. Nachdem der Mossad wusste, dass Butrus Ibn Halim schon viel zu weit gegangen war und sich über alle Vorschriften seines Geheimdienstes hinweggesetzt hatte, erklommen die Israelis die nächste Stufe: Donovan lud den Iraker in seine luxuriöse Hotelsuite im Sofitel in der Rue Saint-Dominique ein und bat Marie-Claude Magal dazu, eine 32-jährige Prostituierte. Nach dem opulenten Diner in der exklusiven Umgebung entschuldigte sich Donovan unter dem Vorwand, er habe noch einen Geschäftstermin, und ließ die beiden allein zurück. Es dauerte nicht lang, bis Halim den Avancen der Hure erlag. Von da an vergnügte sich der Iraker regelmäßig mit der vom Mossad bezahlten Marie-Claude oder deren Freundin. Mehr und mehr verstrickte sich der irakische Wissenschaftler im Netz des Mossad-Agenten. Irgendwann war es an der Zeit, den letzten Schritt zu unternehmen: Er habe die Chance auf ein Bombengeschäft, erzählte Donovan seinem Kumpel eher beiläufig bei einem ihrer gemeinsamen Aktivitäten, es gehe um spezielle Behälter, in denen radioaktives Material für medizinische Untersuchungen transportiert werden soll. Er brauche dafür aber einen Fachmann, damit ihn der Lieferant nicht übers Ohr haue. Allerdings seien alle konsultierten Experten viel zu teuer. Es war die Sekunde, in der Halim den verhängnisvollen Schritt machte. Er sagte: »Vielleicht könnte ich helfen.« Butrus Ibn Halim war im selben Moment rekrutiert, auch wenn er sich dessen nicht bewusst war.“

 

>>Korruption: Was sie anrichtet und wie wir sie bekämpfen können von Leslie Holmes (Buch) <<

„Eine andere Art des Verhaltens hängt ebenfalls mit Angst zusammen, würde jedoch im Allgemeinen als entweder graue oder schwarze Korruption wahrgenommen werden. Dies liegt dann vor, wenn eine Person in verantwortungsvoller Stellung ihre Position wegen einer Erpressung missbraucht, die häufig auf eine gestellte Falle zurückgeführt werden kann. Ein Beispiel dafür liefert ein chinesischer Finanzminister, der im August 2007 zurücktrat, angeblich – die chinesischen Behörden waren über die Gründe bemerkenswert schweigsam – wegen der Aufdeckung einer Affäre, die er mit einer Frau hatte, die für den Geheimdienst Taiwans arbeitete. Diese Art der Falle wird »Stellen einer Honigfalle (oder eines Honigtopfs)« genannt. Eine weitere kriminologische Theorie, die dazu beitragen kann, die Gründe für Korruption zu verstehen, ist die Etikettierungstheorie. In ihrer ursprünglichen Form ist sie vor allem mit dem Namen Howard Becker verbunden; eine spätere Theorie, John Braithwaites Ansatz des »reintegrative shaming« (in etwa: »der reintegrativen Beschämung oder Anprangerung«), hängt damit eng zusammen. Diese Theorie besagt im Wesentlichen, dass eine Person, die vom Staat oder von der Gesellschaft einmal als kriminell etikettiert (oder angeprangert) wurde, kriminell bleiben wird, außer es werden Schritte zur Wiedereingliederung unternommen.“

Die Mittel um Menschen erpressbar oder gefügig zu machen, sind beim Geheimdienst oder bei der simplen Bestechung die selben. Auf diese Weise kann ein ganzes staatliches Gefüge auseinanderbrechen.

 

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