Nanoroboter im Auge: Richtung der Retina steuern

Screenshot is.mpg.de

Ohne Zerstörungen mit einen Nanoroboter durchs Auge zu wandern. Das >>Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme<< soll genau dies ermöglicht haben. Neben klassischen medizinischen Behandlungen, sollen in Zukunft auf diese Weise auch Medikamente zielgerichtet eingesetzt werden können.

>>Handelsblatt<<

„Von Nanorobotern erhoffen sich Mediziner große Fortschritte bei der gezielten Bekämpfung von Krankheiten. Die winzigen Maschinen sollen, mit Medikamenten beladen und in den Körper eingebracht, die zu behandelnden Körperregionen ansteuern und ihre Fracht punktgenau dort abliefern, wo sie gebraucht wird. Doch dichtes Gewebe wie etwa im Glaskörper des Auges erschweren den Nanofähren die Fortbewegung. Der Glaskörper dient unter anderem der Stabilisierung unseres Auges, er besitzt eine gelartige Struktur und besteht aus Wasser, Hyaluronsäure und einem dichten Geflecht von Kollagenfasern. Wer Medizin zur Netzhaut des Auges befördern soll, muss durch diese engmaschige, klebrige Barriere schlüpfen – für bisherige Modelle von Nanomaschinen eine kaum zu bewältigende Hürde.“

 

>>Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme<<

„Es war das Ziel der Forscher, den Schwarm in Echtzeit präzise in Richtung der Retina steuern zu können. Sie haben es geschafft, doch das ist erst der Anfang: Das Team arbeitet bereits daran, die Nanofahrzeuge eines Tages als Transportmittel für Medikamente einzusetzen. „Das ist unsere Vision“, sagt Tian Qiu. „Wir wollen unsere Nanopropeller als Werkzeuge für die minimal-invasive Behandlung von Krankheiten aller Art einsetzen können, bei denen der Problembereich schwer zugänglich und von dichtem Gewebe umgeben ist. Nicht allzu weit in der Zukunft werden wir sie mit Medikamenten beladen können.“ … Milliarden von Nanorobotern können in nur wenigen Stunden hergestellt werden, indem Siliziumdioxid und andere Materialien, einschließlich Eisen, unter hohem Vakuum auf einen Siliziumwafer verdampfen und sich dieser dabei dreht. So entsteht die Helix-Struktur.“

 

>>Focus<<

„Die neuartigen Nanofähren werden von winzigen schraubenförmigen Propellern angetrieben, die aus einer Verbindung aus Siliziumdioxid und Nickel oder Eisen als ferromagnetischer Komponente bestehen. Diese nur 500 Nanometer dicken Antriebseinheiten sind gerade dünn genug, um durch die Maschen des Kollagennetzwerks im Glaskörper schlüpfen zu können, wie die Forscher berichten. Legt man nun von außen ein Magnetfeld an, beginnen sich die Minipropeller zu drehen und treiben die Nanoroboter vorwärts. Das Entscheidende aber ist eine zweilagige Antihaftbeschichtung, die der „Klebrigkeit“ des Glaskörpernetzwerks entgegenwirkt. „Bei der Beschichtung haben wir uns von der Natur inspirieren lassen“, erklärt Wu. Denn der äußere flüssige Überzug ähnelt dem Antihaftmittel der Kannenpflanze einer fleischfressenden Pflanze, die Insekten anlockt und in ihre glitschige Fallgrube rutschen lässt. „Das ist so schlüpfrig wie die Teflonbeschichtung einer Bratpfanne. Diese Schicht sorgt dafür, dass die Haftung zwischen dem Netz aus Molekülen im Glaskörper des Auges und der Oberfläche unserer Nanoroboter möglichst klein bleibt“, erklärt Wu.“

 

>>Scinexx.de<<

„Nach Ansicht der Forscher könnten sich solche Nanoroboter künftig dafür eignen, Medikamente oder andere Therapeutika genau dorthin zu bringen können, wo sie gebraucht werden – ohne, dass ein größerer operativer Eingriff nötig wäre. „Der magnetische Antrieb der Nanoroboter, ihre ausreichend kleine Größe sowie die rutschige Beschichtung sind nicht nur im Auge, sondern können auch für die Penetration anderer Gewebe im menschlichen Körper nützlich sein“, sagt Wus Kollege Tian Qiu. Die Wissenschaftler arbeiten bereits daran, die Nanofahrzeuge zu Transportmitteln für Wirkstoffe auszubauen. „Das ist unsere Vision: Wir wollen unsere Nanopropeller als Werkzeuge für die minimal-invasive Behandlung von Krankheiten aller Art einsetzen können, bei denen der Problembereich schwer zugänglich und von dichtem Gewebe umgeben ist“, sagt Qiu.“

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up