Preissteigerungen – Lebensmittel als Luxusgut: Zwischen Mangelwirtschaft & Mangelernährung

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Was hat ein DDR-Kochbuch mit der heutigen Inflation zu tun? – Es könnte in letzter Zeit an Aktualität gewonnen haben und sogar in die Zukunft weisen. – Klingt ein bisschen Paradox? Dabei sollte alleine die Buchbeschreibung aufhorchen lassen.

„Wie auch in der Mangelwirtschaft mit viel Kreativität ein gutes Essen auf den Tisch gezaubert“

>>RE Handels<<

„Das Buch gibt einen sehr guten Einblick, wie auch in der Mangelwirtschaft mit viel Kreativität ein gutes Essen auf den Tisch gezaubert werden konnte.“

Warum spiegelt die gemessene Inflation nur ansatzweise die steigenden Lebensmittelpreise wider?

Die Mangelwirtschaft musste mit Kreativität, Einfallsreichtum und Organisationstalent ausgeglichen werden: Genau diese Eigenschaften könnten alsbald an Bedeutung wieder gewinnen. Denn die gemessene Inflation spiegelt die steigenden Lebensmittelpreise nur ansatzweise wider.

„Ökonomen ermitteln weiter erhöhte Inflation bei Lebensmitteln“

>>Universität Hohenheim<<

„Ökonomen ermitteln weiter erhöhte Inflation bei Lebensmitteln – Trotz stagnierender Inflationsrate steigen die Lebensmittelpreise. Um deren Entwicklung besser zu veranschaulichen, haben Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Hohenheim in Stuttgart den „Chili-con-Carne-Index“ entwickelt.“

„Trotz stagnierender Inflationsrate steigen die Lebensmittelpreise“

Allerdings spielt der „Chili-con-Carne-Index“ bei der Inflationsmessung kaum eine Rolle. Überspitzt: Die Preise klettern nach oben und die Einkommen bleiben auf der Stelle stehen. Diese Entwicklung ist keineswegs unerwartet gekommen, sondern ist schon lange bei der Inflationsberechnung festgeschrieben.

„Kerninflationsrate“ – „Bei der die Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt bleiben“

>>Die Nullzinsfalle von Ronald Stöferle, Rahim Taghizadegan & Gregor Hochreiter (Buch) <<

„Bereits seit längerer Zeit wird daher neben der Inflationsrate die sogenannte Kerninflationsrate berechnet, bei der die Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt bleiben. Diese sind besonders anfällig für einmalige und deutliche Ausschläge.“

Inflation quasi per Dekret abgeschafft: Zwischen moderner Kerninflationsrate & DDR-Einzelhandelsverkaufspreis

Bei der Kerninflation können also Energie- und Lebensmittelpreise durch die Decke gehen, während diese Preissteigerung beinahe nirgendwo berücksichtigt wird. Oder anders: Die Inflation für Lebensmittel wurde zum großen Teil einfach abgeschafft. Auch die DDR hat die Inflation gewissermaßen per „Dekret“ einfach abgeschafft.

„Einzelhandelsverkaufspreis“ – „Staatlich festgesetzter Verkaufspreis“

>>DDR Kochbuch „Das Original“(Buch) <<

„Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) – Staatlich festgesetzter Verkaufspreis, der sich aus Industrieabgabepreis und Handelsspanne zusammensetzte. Lebensmittelpreise waren in der ganzen DDR und in allen Verkaufstypen gleich – ein Einkauf in der Kaufhalle beispielsweise bot also keine preislichen Vorteile (wohl gab es hier ein breiteres Sortiment).“

„Lebensmittelpreise waren in der ganzen DDR und in allen Verkaufstypen gleich“

Viele Grundnahrungsmittel waren wirklich verhältnismäßig billig gewesen, dafür war häufig eine Knappheit mit inbegriffen. Einige Lebensmittel waren entweder nur unter Schwierigkeiten zu bekommen oder mussten sogar unter der Hand erworben werden. Das „DDR Kochbuch“ war auf die hiesige Situation maßgeschneidert und dieses könnte in aktueller Zeit an Aktualität gewinnen. Denn Obst und Gemüse sind für viele Menschen zu Luxusartikel geworden.

„Sozialverband: Obst und Gemüse werden für Arme zum Luxus“

>>Deutsches Ärzteblatt<<

„Sozialverband: Obst und Gemüse werden für Arme zum Luxus – Sozialverbände und Ernährungsexperten warnen vor den sozialen und gesundheitlichen Folgen des starken Preisanstiegs für gesunde Lebensmittel. „Obst und Gemüse werden für Geringverdiener und Menschen in Grundsicherung durch die Preissteigerungen endgültig zum Luxusgut, das sie sich nicht mehr leisten können“

„Gesundheitlichen Folgen des starken Preisanstiegs für gesunde Lebensmittel“

Der Hartz-IV-Satz lässt keine ausgewogene Ernährung zu. Gerade die Mangelernährungwegen Geldknappheit – wird gerne mit der Unternäherung verwechselt oder gleichgesetzt. Es geht nicht nur darum irgendwie „Satt“ zu werden, sondern eine ausgewogene Ernährung sicher zu stellen. Genau bei dieser Thematik kann ein DDR-Kochbuch ganz interessante praktische Aspekte aufzeigen.