Bundeswehr: Das Spiel im Schatten

Screenshot youtube.com

Die meisten Beschaffungsvorgänge der Bundeswehr enden – fast ausnahmslos – in einem vollumfänglichen Desaster und bei einer derart häufig auftretenden Regelmäßigkeit kann wohl mitnichten von Zufällen die gesprochen werden.

>>all4shooters.com<<

“Bereits im Juni 2016 hatte der Vorsitzende Richter Ralph Volckmann die Bundeswehr auf ganzer Länge kritisiert. Er legte dar, dass die Streitkräfte es versäumt hatten, die gestiegenen Anforderungen an das G36 bei Folgeverträgen anzuzeigen. Schon im April 2016 musste das Verteidigungsministerium einräumen, dass die bei der Auftragsvergabe in den 1990er Jahren vereinbarten Anforderungen nach wie vor erfüllt wurden.”

Die Anforderungen an das >>HK G36<< stammen noch aus Zeiten des Kalten Krieges: Damals ging es darum kostengünstig ein Massenheer – bestehend vorwiegend aus Wehrpflichtigen – zu bewaffnen und genau hierfür wurden die Kriterien der Leistungsspezifikationen an dem Hersteller weitergereicht. Resultat: Das Gewehr tut genau das, was das Verteidigungsministerium wollte – die Schuld liegt also beim Verteidigungsministerium und nicht beim Hersteller >>Heckler&Koch<<. Nervus Rerum – die Posse steht Exemplarisch für das gesamte Innenleben der Behörde.

>>Welt<<

“Manche Segler seien mit einer besseren Rettungsausstattung unterwegs als die Bundeswehrsoldaten, ist vom Bundeswehrverband zu hören. Aber die deutsche Marine hält nach wie vor an dem Kombipack aus Schwimmweste und Kälteschutzanzug fest, der im Notfall mühsam im Wasser angelegt werden muss.”

Besonders letzteres ist von Hersteller eigentlich nicht vorgesehen: Die Überlebensanzüge sind für Szenearien, wie für dem Untergang der RMS Titanic konstruiert – ein Schiff was langsam sinkt und wo genügend Zeit bleibt die Anzüge anzulegen. Wie im Fall des >>HK 36<< tut die Ausrüstung genau das – was sie soll. Diese Beispiele ließen sich fast endlos fortsetzen. Angehörige der Bundeswehr könnten zu der Thematik Fakten zusammentragen – die ganze Enzyklopädien füllen würden. Viele Soldaten die bei der Bundeswehr länger beschäftigt sind haben aus diesen genannten Gründen über die Jahre – auf eigene Kosten – selbstständig qualitativ hochwertige Ausrüstung beschafft.  Beispielsweise die Standardwaffe für ortsansässige Afghanen ist die >>Kalaschnikow AK 47<< – Preise für passende Schutzwesten gehen ab 2.000 Euro los mit nach oben offenen Ende.

>>Welt<<

“Das Flottenkommando hat jedoch die Ausrüstungslücke in der Marine bereits in einer Forderung an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung dokumentiert, verrät ein Marineoffizier. Bisher sei das Papier aber noch nicht bearbeitet worden. „Mit der Weiterentwicklung der Ausrüstung in der Bundeswehr wird wegen des komplizierten Weges der Beschaffung nicht Schritt gehalten“, erklärt der Marineangehörige.”

 

>>Focus<<

“Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sie reicht von Bestechlichkeit und Vorteilsannahme über Betrug bis Untreue. … Auch das Verteidigungsministerium ist von Korruption betroffen. Ein Bundeswehrbeschäftigter wurde entlassen, weil er von einer Firma ein iPad, ein Notebook und Geld erhalten hatte. Besonders dreist: Die Firma nutzte offenbar Aufträge der Bundeswehr, um die Sach- und Geldleistungen für die Bestechung nicht selbst zu zahlen – und stellte die Kosten der Bundeswehr in Rechnung.”

Man kann wohl davon ausgehen, dass die meisten Fälle unentdeckt bleiben: Denn viele Beschaffungen für die Bundeswehr lassen sich weder mit Logik, noch mit gesunden Menschenverstand erklären, wenn jedoch die Variablen Bestechlichkeit und Vorsteilnahme im Amt eingefügt werden – dann gehen die Gleichungen plötzlich schlüssig auf.

>>Augen geradeaus<<

“Das Verteidigungsministerium verzichtete darauf, gegen ein Urteil des Landgerichts Koblenz von Anfang September in die Berufung zu gehen. Das Gericht hatte auf Antrag der Herstellerfirma Heckler&Koch entschieden, dass es von Seiten der Bundeswehr keine Gewährleistungsansprüche gebe: Die Waffe entspreche dem, was bestellt worden sei, und sei damit nicht mangelhaft.”

 

>>Bundeswehr Journal<<

“Der sieht sich bei der Ausschreibung zur Beschaffung eines neuen Bundeswehr-Sturmgewehrs nach eigener Aussage „im Wettbewerb benachteiligt“. Dies sei „nicht akzeptabel“, so das in Eckernförde ansässige Unternehmen. Man werde deshalb kein Angebot abgeben und sich aus dem Vergabeverfahren zurückziehen. Ihre Entscheidung kommunizierte die SIG Sauer GmbH & Co.KG heute unter anderem über eine bundesweite Pressemitteilung.”

Die Suche nach dem “Nachfolger-Waffen” könnte unterbleiben: Es müsste einfach der Vorgänger des >>HK G36<< als Standardwaffe seinem Wiedereinzug feiern – das HK G3 – davon hat die Bundeswehr noch zahlreiche im Bestand und nennenswerte Mängel sind bei dem Waffentyp unbekannt.

 

 

 

 

 

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