Korsika: Der steinige Weg zur Autonomie

Screenshot vimeo.com

Die Insel Korsika blickt auf eine lange Geschichte zurück und der Weg nach Autonomie war lang und überaus steinig. Dabei war das Land bereits im 18. Jahrhundert unabhängig und hatte die erste moderne Verfassung im Zeitalter der Aufklärung überhaupt.

>>Handelsblatt<<

“Politische Bewegungen für mehr regionale Identität, Autonomie oder gar Unabhängigkeit, das betraf bis vor einigen Jahren in Frankreich vor allem eine Region: Korsika. Inzwischen haben die Geheimdienste des Landes nach Einschätzung französischer Experten die früher einmal bedeutende Unabhängigkeitsbewegung unterwandert, gespalten und mit der organisierten Kriminalität in Beziehung gebracht. Dieses Vorgehen war erfolgreich, was die Schwächung der Autonomiebewegung anging.”

Das Konzept des französischen Geheimdienstes ging dabei weitestgehend auf.

>>Süddeutsche Zeitung<<

“Ein Referendum zu mehr Autonomie, das die Regierung in Paris 2003 auf der Insel durchführen ließ, wurde von der Mehrheit der Korsen knapp abgelehnt. Inzwischen hat etwa die FLNC erklärt, nicht mehr länger mit Gewalt für die Unabhängigkeit kämpfen zu wollen.”

Allerdings nachdem man die Vorgehensweise der Dienste durchschaute und auf demokratische Mittel zurückgriff: Führte dies letztendlich zum Erfolg.

>>Der Standard<<

“Auf Korsika erstarkte in den vergangenen Jahren eine Autonomiebewegung, die nichts mehr zu tun haben will mit ihren Vorgängern, die mit Bomben und Attentaten Politik machen wollten. Sie machten es damit dem Zentralstaat sehr leicht, auf Repression zu setzen – und dafür breite Zustimmung zu erhalten. Die “neuen” korsischen Autonomisten, allen voran ihre Fahnenträger Gilles Simeoni und Jean-Guy Talamoni, setzen hingegen auf eine Strategie, die keine offene Feindschaft mit Paris pflegt und gerade deshalb schrittweise zu Erfolgen führen soll – sollte es auch sehr lange dauern. Ähnlich wie im Baskenland oder (schon Jahrzehnte zurückliegend) in Südtirol sieht man in der Abkehr von Gewalt und in der Förderung eines mit Selbstbewusstsein betriebenen Diskurses eher ein Mittel zum Erfolg – prinzipiell eine kluge, auch zeitgemäße Strategie. Der Wahlerfolg für die korsischen Autonomisten gibt ihren Masterminds recht: Paris muss sich endlich ernsthaft mit ihren demokratisch legitimierten Forderungen auseinandersetzen und da und dort einlenken – oder zumindest glaubwürdige Gesprächsbereitschaft signalisieren.”

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Gilles Simeoni heißt er, der Sohn des Patriarchen der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Edmond Simeoni und neuer Hoffnungsträger der Korsen. Seit knapp einem halben Jahr sitzt der jüngere Simeoni im großzügigen Amtszimmer des „Président“ der korsischen Territorialverwaltung (Collectivité territoriale corse). Auf seinem Schreibtisch stehen zwei Fahnen Seite an Seite, die schwarze korsische mit dem Maurenkopf und die blaue europäische mit den Sternen. Simeoni lächelt spitzbübisch, seine blauen Augen funkeln, es bereitet ihm sichtlich Vergnügen, das Fehlen der französischen Flagge zu kommentieren. Simeoni spricht von einem historischen Moment und einer „demokratischen Revolution“. Ein wenig wirkt es, als könne er selbst noch nicht fassen, dass zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte korsische Nationalisten die Inselregion verwalten.”

Die Insel Korsika befindet sich geographisch näher an Italien, als an Frankreich: Die französische Küste liegt ungefähr 180 Kilometer weit entfernt. Es liegt daher auf der Hand, dass die regionale Regierung Vorort die Probleme auf der Insel viel besser, als ein weit entfernter Präfekt in Paris kennt.

 

 

 

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