Ursachen des schleppenden Breitbandausbaus

Screenshot berliner-zeitung.de

Der Breitbandausbau hierzulande kommt sehr schleppend voran. Besonders Regionen außerhalb der Ballungszentren müssen lange auf eine gute Internetanbindung warten.

 >>Silicon Germany: Wie wir die digitale Transformation schaffen von Christoph Keese (Buch)<<

“Wir müssen die Netze ausbauen. … Wir brauchen einen gemeinsamen digitalen Markt.« Wieder brandet Applaus auf. »Der Bedarf an Bandbreite geht explosiv nach oben. Von 3 auf 30 Megabit im Festnetz reicht nicht. 100 Megabit sind nicht das Paradies. Wir brauchen die Gigabit-Gesellschaft. Wir müssen einen digitalen europäischen Binnenmarkt schaffen. Wir müssen das Abgleiten der deutschen Volkswirtschaft in die digitale Bedeutungslosigkeit aufhalten. Wir müssen den Digital-Erfolgen der Amerikaner und Chinesen etwas entgegensetzen.« (Günther Oettinger, Anmerkung der Redaktion) … Dass politischer Wille viel bewegen kann, macht besagte Kleinstadt Chattanooga (157 000 Einwohner) im US-Bundesstaat Tennessee vor. … Bürgermeister Andrew Berke, ein glatt rasierter, dynamischer Macher mit Ambitionen auf höhere Ämter, verpasste der Stadt ein 1-Gigabit-Netz, von den Einheimischen liebevoll The Gig genannt. In Chattanooga surft man 50-mal so schnell wie im Durchschnitt der USA und 100-mal so schnell wie in Deutschland.”

 

>>Focus<<

“Auf lange Sicht können nur Glasfasernetze, die ins Gebäude und Wohnungen der Endkunden reichen, das gewaltige Wachstum der Datenströme bewältigen. Die Breitbandziele der Bundesregierung reichten nicht aus, sagen die Wettbewerber, schon heute sollten die Rahmendaten für Gigabit-Netze geschaffen werden. “

Von politischer Seite kommen in regelmäßigen Abständen allerhand vollmundige Versprechungen, die Realität sieht dann doch eher nüchtern aus.

>>Märkische Allgmeine<<

” Vor einer digitalen Spaltung zwischen Stadt und Land in Brandenburg bei der Breitbandversorgung haben Redner aller Fraktionen im Landtag gewarnt. Im ländlichen Raum gebe es den größten Nachholebedarf, sagte der SPD-Abgeordnete Helmut Barthel bei einer Aktuellen Stunde im Landtag. Der CDU-Abgeordnete Dierk Homeyer zitierte einen Bürgermeister aus einer ländlichen Region: „In den Städten geht die Post ab und bei uns bleibt sie liegen.“ Nur rund ein Drittel der Bürger in den ländlichen Räumen hätten einen Netzzugang mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von mehr als 50 Mbit pro Sekunde, so Homeyer. … Gut ausgebaute Breitbandnetze seien für eine funktionierende Infrastruktur und Wirtschaft elementar. „Sie sind die Blutbahnen des technologischen Fortschritts.“ … Beim Netzausbau steht auch die Frage im Raum, ob Internet genauso wie Strom, Wasser oder Gas zur Daseinsvorsorge des Staates gehört. Wäre dies der Fall, müsste der sich auch finanziell beteiligen, was Redner von SPD, CDU und Linke forderten. Denn das Problem ist: Dienstleister wie die Telekom bauen nur dort, wo es sich für sie lohnt – und das nicht im ländlichen Raum. ”

 

>>Sächsische Zeitung<<

“Je nachdem, ob bei einem öffentlich geförderten Ausbau dieser Gebiete Glasfaserkabel bis zum Straßenrand oder bis in die Häuser hinein gelegt werden, würden die Kosten zwischen 3,2 und 4,6 Millionen Euro liegen. Dabei könnte die Kommune zwar auf hohe Zuschüsse vom Bund oder dem Land hoffen. Doch selbst bei den angekündigten Förderquoten blieben mehrere Hunderttausend Euro Eigenanteil übrig, die aus dem ohnehin klammen Etat der Gemeinde kommen müssten.  Angesichts vieler offener Fragen und der vermutlich immensen Kosten sieht Zeithains Bürgermeister Ralf Hänsel die Kommunen mit dieser Aufgabe überfordert. Er finde es „skandalös, dass die Gemeinden damit allein gelassen werden“

 

>>Gemeinde Groß Düben über VWG Schleife<<

“Die Gemeinde Groß Düben kann die zugesagte Förder-Million für den Breitband-Ausbau nicht nutzen. Der Bescheid aus Dresden ist wertlos. Die Kommune hat die notwendigen Eigenmittel in Höhe von etwa 300 000 Euro nicht. Der am Donnerstag beschlossene Doppelhaushalt für 2017/2018 lässt dafür keinen Spielraum. Keinerlei Investitionen, kein Breitbandausbau, keine Neuverschuldung, und dennoch ein Minus von knapp 70 000 Euro. Das ist der mehrheitlich beschlossene Etat 2017/2018. Lediglich Unterhaltungsmaßnahmen in Einrichtungen und eine erforderliche Grabensanierung in Halbendorf sind geplant. Obwohl Groß Düben dafür Zuschüsse aus dem Programm “Brücken in die Zukunft” erhält, reichen diese nicht aus. Den Minus-Betrag gleicht die Gemeinde aus der Rücklage aus.”

Im Allgemeinen zeichnet sich in der gesamten Lausitz flächendeckend ein vergleichbares Bild ab – besonders ländliche Regionen haben mit einer schlechten Internetanbindung zu kämpfen. Da weltweit die Netze immer weiter ausgebaut werden – vergrößert sich dieser Abstand zusehends und der Investitionsstau erreicht damit immer neue ungeahnte Größenordnungen.

 

 

 

Share on StumbleUponFlattr the authorBuffer this pageShare on LinkedInShare on TumblrPrint this pageEmail this to someonePin on PinterestShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on VK

Andere interessante Beiträge

Werbung

table-layout
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Scroll Up