Chinas neue internationale Raumstation

Screenshot space.com

Die zukünftige Raumstation von China soll als offenes Konzept entwickelt werden. Vergleichbar wie bei der gegenwärtigen ISS, sollen sich verschiedene Nationen daran beteiligen.

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„China hat am Montag angekündigt, alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen seien willkommen, mit China zusammenzuarbeiten, um gemeinsam seine künftige China Space Station (CSS) zu nutzen. „Die CSS gehört nicht nur China. Sie gehört auch der ganzen Welt“, sagte Shi Zhongjun. Er ist Chinas Botschafter bei den UN und anderen internationalen Organisationen in Wien. „Alle Länder können unabhängig von ihrer Größe und ihrem Entwicklungsstand gleichberechtigt an der Zusammenarbeit teilnehmen“, sagte er. Interessierte öffentliche und private Organisationen, wie Institute, Akademien, Universitäten und private Unternehmen mit wissenschaftlicher Ausrichtung, könnten ihre jeweiligen Modelle für eine Zusammenarbeit an Bord der CSS wählen. Das könne die Züchtung von Pflanzen im Raum oder sogar die Unterbringung eines Astronauten sein, sagte der Botschafter. Die CSS soll 2019 gestartet werden. Bis 2022 soll sie vollständig sein und in Betrieb genommen werden. Sie wird die weltweit erste Raumstation sein, die von einem Entwicklungsland entwickelt wurde. Sie wird allen UN-Mitgliedsstaaten zur Zusammenarbeit offenstehen. Die CSS besteht aus einem Kernmodul und zwei Experimentalmodulen. Sie wird eine Kapazität zur gleichzeitigen Unterbringung von bis zu drei Astronauten haben. Während des Besatzungswechsels können es maximal sechs sein. Die CSS wird in einer niedrigen Erdumlaufbahn etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche betrieben. Sie wird für eine Vielzahl von wissenschaftlichen Fragestellungen eingesetzt werden. Dazu zählen Raummedizin, Lebenswissenschaften, Biotechnologie, Mikrogravitations-Wissenschaft, Erdwissenschaften und Raumtechnologie. „Mit der CSS möchten wir ein Modell zur aufrichtigen Zusammenarbeit zwischen Ländern zum gegenseitigen Nutzen schaffen. Sie soll der friedvollen Erkundung und Nutzung des Weltraums dienen“, sagte der chinesische Botschafter. China sei selbst ein Entwicklungsland. Es sei bereit, anderen Entwicklungsländern bei ihrer Entwicklung von Raumtechnologie und insbesondere dem Aufbau von Raumkapazität zu helfen, sagte er. Geleitet von der Idee einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit werde die CSS ein Ort sein, der inklusiv und offen ist. Sie werde ein Heim für Frieden und guten Willen, ein Heim für Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen, fügte er hinzu. Priyani Wijesekera ist Sri Lankas Botschafterin bei den UN in Wien. Sie glaubt, die CSS werde Entwicklungsländern wie Sri Lanka, das keine finanziellen Mittel und keine Erfahrung habe, ein derartiges Projekt zu starten, nutzen. „Es ist sehr interessant und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit China“, sagte sie gegenüber Xinhua. Simonetta Di Pippo ist Direktorin des UN-Büros für Weltraumangelegenheiten (UNOOSA). Sie hieß Chinas Angebot, sein „modernes Raumprogramm“ gemeinsam zu nutzen, willkommen. Es sei „weltweit eines der umfassendsten und technologisch fortschrittlichsten“. „Mit den weltweiten Herausforderungen, denen wir hier auf der Erde gegenüberstehen, ist es wichtig, Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Weltraums zu fördern“, sagte sie. Die Direktorin sagte, technischer Fortschritt im Raum hätte einen breiteren Nutzen für die gesamte Menschheit. Der Weltraum sei eine Triebfeder und ein Werkzeug für nachhaltige sozioökonomische Entwicklung. 2016 hatten die Vereinten Nationen, vertreten durch das UNOOSA, ihre Partnerschaft mit der China Manned Space Agency (CMSA) bestätigt. Dazu wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, allen UN-Mitgliedsstaaten, und insbesondere Entwicklungsländern, „Zugang zum Weltraum“ zu gewähren. Alle 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sollen durch die gemeinschaftliche Nutzung der CSS gefördert werden.“

 

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„Der Aufbau der nächsten chinesischen Raumstation soll 2020 beginnen. Noch lange vor dem Start hat China nun über die Vereinten Nationen dazu aufgerufen, sich an Experimenten auf der Station zu beteiligen. Dazu gehört die Durchführung von Experimenten mit den Geräten auf der Raumstation, aber auch der Bau und die Installation eigener Messgeräte innerhalb und außerhalb der Station. Noch bis 31. August können Bewerbungen abgegeben werden. Ein entsprechendes Anmeldeformular wird zur Verfügung gestellt. Die Anmeldungen laufen über das Büro für Weltraumangelegenheiten der Vereinten Nationen in Wien. Der Aufruf zur internationalen Kooperation richtet sich klar gegen die Politik der USA. Im Jahr 2011 erließ die von Präsident Barack Obama geleitete Regierung ein Gesetz, das der Nasa verbietet, Geld für jede Form bilateraler Zusammenarbeit mit China oder chinesischen Unternehmen aufzuwenden, sei es zur Entwicklung, Planung, Verbreitung, Implementierung oder Ausführung bilateraler Politik, Programme, Verträge, Bestellungen, Kollaborationen oder Koordinationen – zumindest bis ein Gesetz in Kraft tritt, das anderes besagt. Dieses Gesetz verhindert jede chinesische Beteiligung an der Internationalen Raumstation. Nach bisheriger Planung soll die neue Raumstation, die in dem Dokument als China Space Station (CSS) bezeichnet wird, im Jahr 2022 fertiggestellt werden. Ihre grundlegende Struktur soll aus einem zentralen Kernmodul und zwei Labormodulen bestehen. Laut Handbuch wird die Station eine Masse von rund 66 Tonnen haben. Dazu kommt ein frei fliegendes „optisches Modul“, ein Weltraumteleskop im gleichen Orbit wie die Raumstation. Das Zentralmodul, Tianhe, beinhaltet alle wesentlichen Steuerungsfunktionen der Station und Andockschleusen für Raumschiffe und Frachter. Das Labormodul 1, Wentian, wird als Wohnquartier für die dreiköpfige Besatzung dienen und kann im Notfall auch einige Steuerungsfunktionen übernehmen. Hinzu kommen einige Experimentalaufbauten. Das Labormodul 2, Mengtian, soll dagegen ausschließlich der Forschung dienen. Dieser grundlegende Aufbau soll aber noch erweiterbar sein. Detaillierte offizielle Informationen über die Raumstation sind aber nur schwer zu finden. Selbst das Handbuch macht keine Angaben zur genauen Größe der Module. Es wird lediglich angegeben, dass die Experimentalaufbauten internationalen Standards entsprächen, also wohl die gleichen Abmessungen wie auf der Internationalen Raumstation haben. In einem Interview in der britischen Nachrichtenseite des Guardian wurden die Maße des Zentralmoduls mit 18,1 m Länge und 4,2 m Durchmesser angegeben. Die Labormodule sollen nur 14,4 m lang sein. Die chinesische Raumstation hätte damit eine vergleichbare Größe wie die sowjetische Raumstation Mir im Jahr 1990 vor der Erweiterung durch die Module Spektr und Priroda im Jahr 1995 und 1996. Sie bestand am Ende aus fünf Modulen mit 12 m bis 14 m Länge und 4,2 m bis 4,3 m Durchmesser sowie einem 5 m langen Modul. Durch die modulare Bauweise soll aber auch die chinesische Raumstation erweiterbar sein.“

 

–W E R Β U Ν G–

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