Verlorene Römische Legion: „Soldaten hätten sich ergeben und seien schließlich nach China weiter gezogen“

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Haben antike Fernhandelskontakte bereits zu Zeiten des Römischen Reiches bis nach China gereicht? Und was hat es mit der verlorenen Römischen Legion im Diensten von China auf sich? Immerhin wird die heutige Globalisierung als etwas einmaliges in der Weltgeschichte präsentiert. – Aber ist diese Annahme überhaupt richtig? Denn schon die modebewussten Römer haben sich in feiner chinesischer Seide gehüllt und der römische Zeitgenosse Plinius der Ältere hat darüber bitterlich geklagt.

„Dieses Volk lebe am äußersten Ende der bekannten Welt“

>>Welt<<

„So berichtet Plinius d. Ä. von einer „wollartigen Substanz, die die Serer aus ihren Wäldern gewinnen“. Dieses Volk lebe am äußersten Ende der bekannten Welt und scheue – „Wilden ähnlich“ – den Umgang mit Fremden. Die aber zöge die Aussicht auf den Handel mit dem wertvollen Stoff ab; gemeint war die Seide. Sie ermögliche es den römischen Mädchen, „in der Öffentlichkeit mit durchsichtiger Kleidung zu protzen“. Auch der Philosoph Seneca echauffierte sich über die moralische Wirkung der Seide, die „weder Körper noch Anstand“ verberge und die „Ehebrecherin durch ihr dünnes Kleid sichtbar“ mache. Dazu kam der Preis: „Indien, die Serer und die Arabische Halbinsel nehmen jährlich 100 Millionen Sesterzen durch unser Reich ein“, jammerte Plinius, „So viel kosten uns unser Luxus und unsere Frauen.“

Chinesische Seide im Rom: „Ehebrecherin durch ihr dünnes Kleid sichtbar“

Die Seide wird nicht durch Pflanzen, sonder durch die Seidenraupe gewonnen, aber dieses Wissen wurde der übrigen Welt erst zu späterer Zeit bekannt. Dennoch mussten die Römer eine ziemliche genaue Vorstellung von der Herkunft der Seide gehabt haben. Auch die berühmte Seidenstrasse wurde bereits in der Antike eingerichtet.

„Seidenstrasse“ – „Zwischen dem Imperium Romanum und dem chinesischen Kaiserreich tatsächlich einen intensiven Handel“

>>20 Minuten<<

„Nun gab es zwischen dem Imperium Romanum und dem chinesischen Kaiserreich tatsächlich einen intensiven Handel über die Seidenstrasse. Rom bezog Seide aus China und lieferte Luxusgüter wie Glaswaren. Belegte persönliche Kontakte fanden allerdings erst im 2. Jahrhundert n. Chr. statt, als eine römische Delegation China besuchte, und somit lange nach Carrhae.“

„Als eine römische Delegation China besuchte“

Die Schlacht bei Carrhae stellte eine herbe Niederlage für das Römische Reich gegen das Parthische Reich dar. Nur ein geringer Teil der römischen Soldaten hat dem Weg zurück nach Rom gefunden.

„Parthische Reich“ – „Zu Zeiten seiner größten Ausdehnung vom heutigen Syrien bis nach Indien“

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„Das Parthische Reich bestand fast 500 Jahre (247 v. Chr.–224 n. Chr.) und erstreckte sich zu Zeiten seiner größten Ausdehnung vom heutigen Syrien bis nach Indien und vom Kaspischen Meer bis zum Golf von Persien. Doch während das Römische Reich im heutigen geschichtlichen Bewusstsein stets präsent ist, ist über das Großreich der Parther kaum etwas bekannt. Dabei waren die Parther die großen Gegner der Römer im Osten, die der Vormachtstellung des Römischen Reiches Einhalt geboten. Unter dem parthischen König der Könige, Orodes II., wurden die Römer in der berühmten Schlacht bei Carrhae (53 v. Chr.) vernichtend geschlagen. 20.000 Römer fielen, 10.000 wurden gefangen genommen und nur ein kleiner Teil der römischen Armee kehrte nach Rom zurück.“

„Über das Großreich der Parther kaum etwas bekannt“

Also ein beträchtlicher Teil der römischen Soldaten blieb als Gefangene im Parthische Reich zurück. Diese orientalische Großmacht konnte durchaus den kriegerischen Römern die Stirn bieten und ihr Reich war ungefähr genauso groß wie das Römische Reich gewesen. Zwar hatte das Parthische Reich keine gemeinsame Grenze mit China, aber es war auch nicht mehr allzu fern. Einige römische Soldaten sollen es – im Verlauf von weiteren Kampfhandlungen – sogar bis an die Westgrenze des chinesischen Reiches geschafft haben, worauf einige Funde hindeuten.

„Soldaten hätten sich ergeben und seien schließlich nach China weiter gezogen“

>>Wiener Zeitung<<

„Soldaten hätten sich ergeben und seien schließlich nach China weiter gezogen, wo sie sich dann in einem Dorf namens Liqian ansiedelten. Tatsächlich entdeckten die Archäologen in der Nähe von Zhelaizhai eine Karte aus dem Jahr 9 v. Chr., auf der die Buchstaben „li-qian“ eingetragen sind. Damit scheint auch das Rätsel um die früher gemachten Grabfunde · rund 2.000 Jahre alte Skelette großgewachsener Menschen und braune Haarbüschel · gelöst. Weiters fanden die Forscher eine Bronzemedaille mit der Aufschrift „zhao’an“, was bedeutet, daß ein chinesischer Herrscher feindlichen Soldaten Amnestie gewährte. Die Medaille könnte vom Helm eines römischen Legionärs stammen.“

China: „Die Medaille könnte vom Helm eines römischen Legionärs stammen“

Mangels gesicherter schriftlicher Quellen haben Kritiker natürlich leichtes Spiel. Aber alleine die Existenz der Seidenstraße sollte zu geben: Niemand richtet so einem langen Handelsweg ein, ohne gesicherte Kenntnisse von Geographie und den dazugehörigen wirtschaftlichen Möglichkeiten zu haben. Auch bei modernen Verkehrswegplanungen sind diese Kenngrößen bekannt.