Dunkle Seite des Urheberrechts: Warum Andere über ihr Eigentum entscheiden können

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Ein physischer Gegenstand geht nach dem Kauf in ein anderes Eigentum über? Artikel 14 des Grundgesetzes: „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.“ – Das ist alles Schnee von Gestern. Veränderung an seinem „Eigentum“ sind nur nach ausdrücklicher – Erlaubnis – möglich. Das Urheberrecht hat schon längst rechtlich verselbstständigt. Die Gerichte – weniger der Gesetzgeber – haben längst eine neue Wirklichkeit erschaffen: Wer die Macht hat über die Software, derjenige kann auch über das Eigentum entscheiden.

Artikel 14 des Grundgesetzes: „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.“ – Alles Schnee von Gestern

>>SBS Legal Rechtsanwälte Schulenberg & Partner<<

„Der Online-Händler Woog darf keine Fritzbox-Router mit ausgetauschter Firmware weiterverkaufen – Die Firma nahm ausrangierte Router von Unitymedia ab, tauschte die Firmware (Software) aus und verkaufte die Geräte dann wieder weiter. Der Original-Fritz!Box-Hersteller AVM ist gerichtlich dagegen vorgegangen.“

„Online-Händler Woog darf keine Fritzbox-Router mit ausgetauschter Firmware weiterverkaufen“

Tatsächlich ist dieses Urteil viel weitreichender, als die allermeisten Menschen sich vorstellen können. Mit solch ein Urteil kann der Hersteller – lange nach dem Verkauf des Gerätes – faktisch die Hoheit über das Gerät behalten. Das kann zu weitreichenden Problemen führen.

Warum funktionierende Geräte auf dem Müll landen müssen

>>Computer Bild<<

„Abstellgleis: Diese FritzBoxen erhalten ab sofort keine Updates mehr – Besitzer sollten sich nach einer Alternative umschauen. … – denn mit einer veralteten Betriebssystemversion stellt Ihre FritzBox womöglich ein Sicherheitsproblem für Ihr gesamtes Netzwerk dar.“

„Veralteten Betriebssystemversion stellt Ihre FritzBox womöglich ein Sicherheitsproblem für Ihr gesamtes Netzwerk dar“

In der Tat müssten diese Geräte überhaupt nicht auf dem Müll landen: Durch Aufspielen eines alternativen Router-Betriebssystems – wie Open WRT – ließen sich die allermeisten Geräte problemlos weiter betreiben. Damit wäre die Versorgung mit notwendigen Aktualisierungen genüge getan. Selbstredend würde an diesem Geräten der technische Fortschritt nicht spurlos vorbei gehen: Aber solche Entscheidung sollten letztlich die Eigentümer treffen.

Betriebserlaubnis von Fahrzeugen: Ohne Sicherheitsaktualisierungen droht die Stilllegung

Zu allen Überfluss wurden schon längst sogenannte „Geheimfunktion“ in die Programme still und leise eingebaut. Damit kann die Nutzung – je nach Belieben – die Nutzung erweitert oder eingeschränkt werden.

„Tesla aktiviert Geheim-Funktion zur Flucht vor Hurrikan Florence“

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„Tesla aktiviert Geheim-Funktion zur Flucht vor Hurrikan Florence – Der Hersteller aktiviert jedoch wegen der aktuellen Situation in den USA eine Geheimfunktion seiner Autos, die kurzfristig mehr Batterie-Kapazität freischaltet – und die Reichweite erhöht.“

„Geheimfunktion seiner Autos – Die kurzfristig mehr Batterie-Kapazität freischaltet“

Umkehrschluss: Die Fahrer können also – ohne Hurrikan-Gefahr – nur ein Teil der Reichweite effektiv nutzen. Zudem sind moderne Fahrzeuge vom Computer und deren Programme vollständig abhängig: Ein Deinstallieren der Software käme einer Stilllegung des Fahrzeugs gleich. Da die Fahrzeuge ständig Aktualisierungen brauchen, bleiben sie auch lange nach dem Verkauf vom Hersteller abhängig: Ein Auslaufen der Sicherheitsaktualisierungen würde – wie bei den Routern – deren Ende bedeuten. Außerdem würde eine unerkannte Sicherheitslücke ein Einfallstor für kriminelle Hacker darstellen. Kurzum: Ein solches Fahrzeuge würde die Zulassung verlieren.

 

–W E R Β U Ν G–

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