Populäre Mythen: Die Realität hinter Kryptowährungen

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Ein Gericht bestätigt amtlich: Das „Keine Rechnungseinheit“ – also auch kein E-Geld sei. Trotzdem wird parallel die staatliche Überwachung von Kryptowährungen vorangetrieben. Auf den ersten Blick wirkt das Regierungshandeln reichlich widersprüchlich: Zum großen Teil ist es das auch. Aber dahinter verbergen sich ganz andere Probleme. Denn Kryptowährungen haben das Potential: Den Euro zum Kollabieren zu bringen.

Gericht bestätigt: „Keine Rechnungseinheit“ –  oder kein E-Geld

>>Handelsblatt<<

„Bitcoin laut OLG-Urteil keine Rechnungseinheit – Bafin überschritt Kompetenzen Das Berliner Kammergericht hat ein richtungsweisendes Urteil gefällt: Der Handel mit Kryptowährungen sei in Deutschland nicht erlaubnispflichtig.“

„Handel mit Kryptowährungen sei in Deutschland nicht erlaubnispflichtig“

Einerseits, stellt ein Gericht klar: Das Kryptowährungen weder Rechnungseinheit, noch E-Geld seien. Anderseits, soll die Behörde Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Handel von Kryptowährungen überwachen, um: „Damit soll vor allem Geldwäsche eingeschränkt werden.“ Der amtliche Umgang mit Kryptowährungen wirkt auf Außenstehende sehr widersprüchlich.

Warum der Bundesbank-Präsident wirklich vor Kryptowährungen warnt

>>Handelsblatt<<

„Bundesbank-Präsident … sieht digitales Zentralbankgeld kritisch Der Bundesbank-Präsident warnt wegen zu starker Risiken vor staatlichen Cyberwährungen.“

Ausweg Kryptowährungen: „Führe im Krisenfall wohl zu einer starken Gefährdung der Finanzstabilität“

In einen unscheinbaren Nebensatz sagt der Bundesbank-Präsident unter anderen, warum er Kryptowährungen kritisch sieht: „Digitales Zentralbankgeld könne gravierende Auswirkungen haben, es führe im Krisenfall wohl zu einer starken Gefährdung der Finanzstabilität.“ Mit „Gefährdung der Finanzstabilität“ meint der Bundesbank-Präsident nicht die Kryptowährungen, sondern das klassische Finanzsystem. Diese „Erkenntnis“ kommt sicherlich nicht von Ungefähr.

Euro: Die Dauerkrise seit dem Jahr 2008

Die Währung Euro befindet sich seit der Finanzkrise – also um das Jahr 2008 herum – faktisch in einer Dauerkrise. Diese Krise wurde bereits von den Euro-Kritikern – lange vor der Euro-Einführung – vorausgesehen. Bei der nächsten größeren Erdbeben in der Wirtschafts- und Finanzkrise: Könnten viele Menschen ihr Erspartes auch in Kryptowährungen in Sicherheit bringen. Das könnte den Kollaps des Euros durchaus beschleunigen. Das meint der Bundesbank-Präsident mit – „Gefährdung der Finanzstabilität“ Folglich: Euro- und Bankensystem können nur mit den tiefen Griff in die Geldbörsen der Bürger gerettet werden.

Auch der Euro ist nur eine Kryptowährung

Streng genommen ist der Euro auch nur eine Kryptowährung: Die digital am Computer erzeugt wird. Am Leben hält den Euro – sowie jede andere Währung – das Vertrauen seiner Bürger. Solange es keine echte Alternative zum herkömmlichen Bezahlsystem gibt, können staatliche Behörden und Notenbanken mit Steuern, Deflation und Inflation aus den Vollen schöpfen. Über die Jahre wurden die Stellschrauben für Gebühren, Abgaben und Steuern immer weiter angezogen. Hinzu kommt eine für jeden sichtbare Inflation, während die Einkommen bestenfalls stagnieren, teilweise sogar sinken. Auch ist das Vertrauen ins Banksystem bei der Bevölkerung nicht allzu stark ausgeprägt und das hat handfeste Gründe.

Euro: Wenn der Geldautomat kein Geld mehr herausgibt

>>Bild<<

„Plötzlich konnte die … kein Geld mehr am Automaten ziehen, obwohl ihr Konto prall gefüllt ist. Ein Sprecher der Kreissparkasse Böblingen zu BILD: „Wir haben mitbekommen, dass die Kundin angeblich nicht geschäftsfähig ist. Deshalb machten wir uns Sorgen, dass Friedhild Miller nicht mehr sorgfältig mit ihrem Geld umgehen könnte. Wir haben sie deshalb gebeten, für sich beim Gericht einen Vermögensbetreuer bestellen zu lassen.“ Weil sie nichts unternahm, wurde das Konto gesperrt.“

Euro-Bank: Das „betreute“ Geld ausgeben

Das Konto Aufgrund einer wagen Vermutung gesperrt. Auch die Argumentation der Bank wirkt hierzu reichlich schief: Wenn man Geschäftsunfähig ist, kann man auch keinen Vermögensbetreuer bestellen lassen, weil das ebenfalls ein „geschäftlicher“ Vorgang ist. Eine Nachfrage beim zuständigen Gericht hielt die Bank offenbar ebenso für unnötig: Eine ominöse Annahme reicht für das Kreditinstitut anscheinend völlig aus, um kurzerhand das Konto zu sperren. Solche „Werbe-Aktionen“ untergraben natürlich das Vertrauen der Bürger in das Bankensystem. Eigentlich wären hier Reformen beim Euro- und Bankensystem dringend notwendig, aber da sieht offenbar niemand wirklich Handlungsbedarf. Einfache Logik: Die Stärke von Kryptowährungen ist zugleich die Schwäche des konventionellen Währungssystems. Da man mit rationalen Argumenten den Kryptowährungen nicht begegnen kann, werden andere Methoden versucht.

Schwäche des konventionellen Währungssystems – Ist die Stärke von Kryptowährungen

>>Neue Zürcher Zeitung<<

„Ein neues Zertifikat verspricht einen Geldregen für Bitcoin-Jünger“

„Bitcoin-Jünger“ – Diffamierungen von kritischen Bürgern

Jünger, Gläubige oder Anhänger: Mit solchen diffamierenden Begrifflichkeiten wird gearbeitet. Doch eigentlich ist das Gegenteil richtig. Menschen die sich mit Kryptowährungen auserandersetzen, sind in der Regel sehr kritisch – gegenüber jeglichen Geldsystem – eingestellt. Die Allermeisten sind mit den Risiken und Gefahren von Kryptowährungen vertraut, die bei Licht betrachtet, die selben sind, wovon auch konventionelle Währungen betroffen sind. Natürlich sind mit Kryptowährungen annoyme Geldtransaktionen möglich, aber genauso gut eignen sie sich als Überwachungsinstrument: Es kommt immer auf die Ausgestaltung der einzelnen digitalen Währung an. Sicherlich kann man auch darüber spekulieren: Welche Kryptowährung es noch in zehn Jahren geben wird. Aber derzeit ist nicht mal sicher: Ob es dem Euro in zehn Jahren noch geben wird.

Italien: Die Ersatzwährung parallel zum Euro

Eines der größten Euro-Länder Italien hat bereits eine quasi Ersatzwährung neben den Euro eingeführt. Augenscheinlich glauben selbst die „Euro-Jünger“ nicht mehr so richtig an ihren fiktiven „Geld-Gott“ in der Europäische Zentralbank. Kryptowährungen haben schon heute einen Teil des Zahlungsverkehrs an sich gerissen und deren Popularität steigt weiter ungebremst an. Jede weitere größere Krise des Euros oder des Bankensystems, dürfte die Verbreitung von Kryptowährungen weiter steigen lassen und damit den Euro selbst über kurz oder lang obsolet machen.

 

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