Sorben in der Lausitz: Eine bedrohte Kultur

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Mit der Förderung der sorbischen Sprache und Kultur steht keineswegs zum besten. Besonders zukünftige kulturelle Entwicklungen der Sorben stehen damit auf den Spiel.

>>Neues Deutschland<<

„Zur Stärkung der sorbischen Sprache legt Sachsen jetzt eine »Imagekampagne Sorbisch« auf. Sie solle vor allem das Prestige der Minderheiten-Sprache stärken und zu ihrem Gebrauch ermutigen, erklärte Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin … »Wir wollen, dass die Sorben die gleichen Möglichkeiten haben wie allen anderen Sachsen«, betonte sie. Besonderen Handlungsbedarf gebe es bei den Themen Entwicklung der sorbischen Sprache – insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung – sowie bei der Gewinnung von Sorbisch-Lehrern. … Die Wissenschaftsministerin räumte ein, dass es ein Problem mit der Gewinnung sorbischsprachiger Lehrer gebe. Verschiedene Maßnahmen seien angelaufen, darunter ein Bonusprogramm beim numerus clausus für Studienbewerber, die sorbische Sprachkenntnisse nachweisen können. Stange betonte, es sei nicht nur eine Verpflichtung der Landesregierung, sondern auch der Mehrheitsbevölkerung, »dass wir diese besondere Kultur, die es nur bei uns gibt, nicht unter eine Käseglocke bauen und da beschützen, sondern dass wir ihnen die Chance geben, sich weiterzuentwickeln«. Insbesondere an Schulen müsse daher weiterhin vermittelt werden, »dass die Sorben Teil unserer Bevölkerung und nur unserer Bevölkerung sind«.

 

>>Sächsische Zeitung<<

„Die Sorben bereichern das gesellschaftliche Leben im Freistaat und stehen für die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen. Wir wollen, dass sie die gleichen Möglichkeiten haben wie allen anderen Sachsen“, sagte die Ministerin. … Kosel wies darauf hin, dass in den nächsten sieben Jahren etwa 100 sorbische Lehrer in Pension gehen: „Angesichts dessen ist es absolut inakzeptabel, dass die Gewinnung tschechischer oder polnischer Lehrer in den Mühlen der Kultusbürokratie faktisch zerrieben worden ist.“ Eine tschechische Lehrerin, die nach Sachsen gekommen sei, habe ihre Erfahrungen mit der hiesigen Kultusbürokratie in einem tschechischen Zeitungsartikel unter der Überschrift „In Sachsen Lehrer werden – lächerlich“ zusammengefasst.“

Die Pensionierung von sorbischen Lehrern war lange vorher absehbar. Trotzdem wurde darauf kaum reagiert. Das Desinteresse zeigt sich aber auch an anderen Stellen.

>>RTL<<

„Der Rat für sorbische Angelegenheiten hat die Wichtigkeit der Digitalisierung des Sorbischen angesichts der wachsenden Bedeutung von sozialen Medien betont. Sorbisch drohe unattraktiv zu werden, wenn es nicht gelinge, die Sprache zu digitalisieren, sagte David Statnik von der sorbischen Vertretung im sächsischen Landtag am Montag. Als praktisches Beispiel nannte er das Netzwerk Facebook, das seinen Nutzern Sorbisch nicht als Menüsprache anbiete.“

Viele Bereiche im Internet gibt es wenige Angebote auf Sorbisch. Auch dieses Problem ist keineswegs neu und es wenig getan, um dies zu ändern.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up