Bekenntnisse eines Nicht-Sorben: „Ich bin mit der jetzigen Struktur sehr zufrieden“

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In Brandenburg liegt der Anteil der Sorben/Wenden an der Gesamtbevölkerung unter einem Prozent. Dennoch sind sie landesweit bekannt. Nicht zuletzt durch ihre reiche Folklore und Mythologie. Doch das ist nicht alles.“ So die amtliche Bekanntmachung. Die Lausitz, als auch die Sorben sind durch die Bundesländer Sachsen und Brandenburg zweigeteilt. Dieses Problem ist omnipräsent, besonders was die Zukunft der sorbischen Kultur angeht. Schon der Begriff „Folklore“ ist abwertend und so geht es weiter.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Ein Thema brennt der Minderheit in der Oberlausitz besonders unter den Nägeln: die Sorge um ihre Sprache und Identität. Im sorbischen Siedlungsgebiet fehle es an Lehrern. Es gebe zu wenige Muttersprachler, die als Sorbischlehrer tätig sind, heißt es immer wieder. Nicht die fehlenden Schüler seien das Problem, sondern die fehlenden Lehrer. Dabei brauche es „eine gewisse Präsenz der Sprache im Alltag“, sagt Statnik. … Er selbst hätte das Thema nicht angesprochen, sagt der Ministerpräsident. Er sei kein Sorbe, ein Urteil stehe ihm nicht zu. Aber dann betont er: „Ich bin mit der jetzigen Struktur sehr zufrieden.“

Der Ministerpräsident streift mit dieser Aussage ein generelles Problem der Sorben aus der Lausitz: Die Städte Dresden und Potsdam sind nicht nur geographisch, sondern auch kulturell weit weg von der Lausitz entfernt. Viele Debatten in den Landesparlamenten drehen sich um Themen, die besser bei den Oberbürgermeistern der Orte aufgehoben wären. Auch die meisten Abgeordnete haben weder zur Lausitz, noch zu den Sorben irgendeinen Bezug. Dabei liegen die Ursachen vieler Probleme, in den jeweiligen Landesparlamenten.

>>Spiegel<<

„In der Analyse heißt es, „dass die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte regelmäßig in den Sommerferien stark ansteigt. Nach den Sommerferien geht die Arbeitslosenzahl wieder zurück“. Die tatsächliche Zahl der betroffenen Lehrer dürfte aber höher liegen, meint Tepe. Denn nicht alle meldeten sich arbeitslos.“

Das Lehrer während den Ferien entlassen werden, ist eine gängige Praxis. Dies macht den Beruf sehr unattraktiv und es ist daher kaum verwunderlich, das Lehrer fehlen. Auch die Ausbildung zum Lehramt findet keineswegs in der Lausitz statt und das ist ein großes Problem: Selbstverständlich können viele Menschen Sorbisch erlernen, aber dazu gehören eben auch die Bräuche und die kulturellen Besonderheiten der Region. Aber viele Lehrer stammen nicht aus der Lausitz und haben davon keine Ahnung. Selbst wenn sie sich dieses Wissen aneignen würden, fehlt dennoch der Bezug dazu und es kommt alles wenig au­then­tisch daher. Besonders Kinder haben ein feines Gespür dafür. Mit solchen Methoden werden keineswegs die Sorben in der Lausitz gefördert. Die Kommunen, Städte und Landkreise der Lausitz stehen in solchen Fragen, als einflusslose Bittsteller, den jeweiligen Landesherren gegenüber.

 

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