Target-Salden: „Den Transfer deutschen Geldes ins Ausland“

Screenshot youtube.com

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, haben sich Forderungen gegenüber den Ausland angesammelt. Die sogenannten Target-Salden stellen gewissermaßen einen Schattenhaushalt da, der große Risiken birgt, aber im offiziellen Bundeshaushalt gar nicht auftaucht.

>>Die Euro-Lügner Unsinnige Rettungspakete, vertuschte Risiken – So werden wir getäuscht von Hans-Olaf Henkel (Buch) <<

„Unbemerkt von den Deutschen und wohl auch von ihren Politikern, die in Sachen Euro-Finanzierung nicht so genau hinschauen, hat sich ein obskures Feld der Euro-Rettung entwickelt, das den harmlosen Namen TARGET trägt. Das heißt im Englischen »Ziel«, aber in diesem Fall steht es, gewollt verwirrend, für »Trans-European Automated Real-Time Gross Settlement Express Transfer System«, in der offiziellen Übersetzung »Transeuropäisches Automatisiertes Echtzeit-Brutto-Express-Zahlungsverkehrssystem«. Wie bitte? Hier zeigt sich, dass Worte nicht nur etwas ausdrücken, sondern auch verschleiern können. Es geht um das, was man in der deutschen Übersetzung bewusst unter den Tisch fallen lässt: Um Transfer, genauer den Transfer deutschen Geldes ins Ausland, ohne einen Gegenwert dafür zu bekommen. Diesen unglaublichen Vorgang, der still und leise in den Büchern der Zentralbanken vor sich geht, hat als Erster der frühere Bundesbankpräsident Helmut Schlesinger publik gemacht. In den Monatsberichten der Bundesbank hat er auf Kleingedrucktes hingewiesen, in dem »Forderungen innerhalb des Euro-Systems« aufgeführt wurden.“

 

>>Zeit<<

„Die Notenbanken der Krisenstaaten Südeuropas würden der Deutschen Bundesbank rund 1.000 Milliarden Euro schulden. Das Geld sei über kurz oder lang verloren, weil diese Staaten so gut wie zahlungsunfähig sind. Würde man also die zu erwartenden Verluste richtig einkalkulieren, dann hätte Deutschland keinen Haushaltsüberschuss, sondern ein gewaltiges Defizit. Aber die etablierten Parteien hielten die „Wahrheit“ geheim, damit die Bürger nicht auf die Barrikaden gehen. Und deshalb unternähme in Berlin auch niemand etwas.“

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Was als technisches System zur Abwicklung von Zahlungen zwischen Finanzinstituten aus unterschiedlichen Ländern im Euroraum daherkam, erlaubt offensichtlich Italienern, Spaniern, Griechen den Kauf von Immobilien, Unternehmen, Anleihen in Deutschland, ohne dass sie ihrerseits vorher Waren oder Dienstleistungen im entsprechenden Gegenwert jenseits der eigenen Grenzen verkauft haben – oder dazu einen Kredit bei einer Geschäftsbank aufnehmen mussten. Es gibt stattdessen rechnerisch eine Zwangsfinanzierung zu Nullzinsen über das Notenbanksystem. Die Opposition im Bundestag erhöht den Druck auf die Regierung. „Mit der neuen italienischen Regierung muss sich die Bundesregierung auf ein Worst-Case-Szenario bei den Target-Salden einstellen“, sagt der FDP-Fraktionsvize Christian Dürr der F.A.Z. Olaf Scholz verschließe davor leider die Augen. … Der neue Europaminister Paolo Savona hatte davon gesprochen, dass Italien im Fall eines Euro-Austritts seine Target-Schulden nicht begleichen werde. Tatsächlich wären sie im Falle des Falles kaum einzutreiben. „Wenn ein Ausfall in Milliardenhöhe für den deutschen Steuerzahler droht, ist es für den Finanzminister höchste Zeit, das Thema auf die politische Agenda zu setzen“, mahnt daher Dürr. Wann genau ein direkter finanzieller Schaden für Deutschland entsteht und in welcher Höhe, ist unter Fachleuten umstritten. Mitte Mai hatte der AfD-Abgeordnete Peter Boehringer in der Bundestagsdebatte zum Haushalt 2018 kritisiert, dass das Finanzministerium keine Risikovorsorge für einen Ausfall der Target-Forderungen getroffen hat. Der Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses nannte die Target-Forderungen der Bundesbank uneinbringlich. Die Bundesbank und damit der Steuerzahler werde sie eines Tages abschreiben müssen. In der Unionsfraktion will man davon nichts wissen.“

 

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