3D-Druck: Die Organe aus dem Labor

Screenshot youtube.com

Die künstliche Herstellung von Organen rückt in greifbare Nähe. Nieren und Blasen können sehr wohl, mithilfe künstliche gezüchteten Gewebe und einen 3D-Druckverfahren hergestellt werden.

>>Zeit<<

„Luke Massella genießt sein Leben. Dass der heute 20-Jährige studieren kann, verdankt er auch dem Arzt Anthony Atala und seinen Kollegen des Wake-Forest-Insituts für Regenerative Medizin im US-Bundesstaat North Carolina. Denn sie erschufen eine neue Blase für Luke, dessen eigene aufgrund einer angeborenen Fehlbildung versagte. Zelle für Zelle züchteten die Mediziner das Organ im Labor, versorgten es mit Nährstoffen und setzten es schließlich in Lukes Körper ein. Der war damals gerade erst zehn. … Doch wie werden Organe überhaupt gebaut? Das Prinzip lässt sich anhand eines künstlichen Blutgefäßes erklären . Zunächst braucht man dazu eine biologische Probe, die aussieht „wie ein Stück T-Shirt“, sagt Atala. Die zweite Zutat seien die richtigen Zelltypen – denn jede Zelle im Körper eines Menschen „weiß“ wo sie hingehört und entwickelt sich zu einem bestimmten Gewebetyp. „Im nächsten Schritt wird die Probe dann gerollt, ihre Außenseite mit Muskel- und die Innenseite mit Endothelzellen beschichtet. Sobald die Zellen aufgetragen sind, wird das ganze Konstrukt in ein Gerät gepackt, das einem Ofen ähnelt“, erklärt Atala. Darin herrschten ähnliche Bedingungen, wie im menschlichen Körper. Nach sechs bis acht Wochen ist das Gefäß fertig. Wie Kuchen backen eben. Eine seiner aktuelleren Spielereien ist es, Organe dreidimensional zu drucken . Ähnlich den Türknäufen bei der Autoproduktion, sollen Nieren oder Lebern hergestellt werden. „Wir nehmen anstelle von Plastik einfach biologisches Material“, sagt Atala. Seine Idee ist nicht neu. Auch andere Forscher wie der japanische Mediziner Makoto Nakamura haben bereits Geräte dafür entwickelt. Doch von der praktischen Anwendung sind sie noch weit entfernt.“

 

>>3Druck.com<<

„Luke Massella ist einer von etwa 10 Menschen, die mit einer Ersatzblase, die aus seinen eigenen Zellen gezüchtet wurde, herumlaufen. Er wurde mit einer Krankheit namens „Spina bifida“ geboren, die von Geburt an eine Lücke in seiner Wirbelsäule hinterlassen hat. Mit zehn Jahren hatte er ein Dutzend Operationen überlebt und die anfänglichen Erwartungen der Ärzte, dass er nie gehen würde, besiegt. Aber dann brachte eine schlecht funktionierende Blase seine Nieren zum Scheitern. „Es hätte gut Möglich sein können, dass ich für den Rest meines Lebens eine Dialyse (Blutreinigung über eine Maschine) machen müsste“, sagt er. „Ich wäre nicht in der Lage, Sport zu treiben und eine normale Kindheit mit meinem Bruder zu haben.“ Ein aufstrebender Chirurg, Anthony Atala vom Bostoner Kinderkrankenhaus, nahm ein kleines Stückchen von Lukes Blase und über zwei Monate lang wuchs eine neue im Labor. Dann ersetzte er in einem 14-stündigen chirurgischen Eingriff die defekte Blase durch die neue.“

 

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