Angst vor Wohnungseinbrüchen: Sicherheit wird zum Luxus

Screenshot kerala.locanto.net

Bei Einbrüchen sei die Vorbeugung entscheidend – die Bürger sollten „nachrüsten“ – mit Unterstützung des Staates. Im Klartext: Ihre Wohnungen mit stabileren Türen und Alarmanlagen versehen. Dies koste für eine Wohnung „zwischen 400 und 800 Euro“, für ein Haus etwa 2000 Euro. Die anderen Talkgäste waren fassungslos. „Zynisch!“, rief die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht. „Das ist verdammt nochmal Aufgabe des Staates.“ Doch Lauterbach ließ sich davon nicht irritieren. Der Mediziner verglich Einbrüche mit einer Krebserkrankung: Die Vorbeugung sei viel einfacher als die Behandlung der Krankheit. Auch Plasberg konnte nicht so richtig glauben, was er hörte. „Ist das tatsächlich Ihr Ernst? Habe ich Sie richtig verstanden?“, fragte er Lauterbach mehrmals.“ Nun eine durchaus interessante These. Und wer sich keine Vorbeugung leisten kann, muss mit der Angst von Wohnungseinbrüchen notgedrungen eben leben.

>>Stuttgarter Nachrichten<<

„Wohnungseinbrüche können traumatisierend sein: Die eigene Wohnung ist etwas sehr Intimes, zu der nicht jeder Zugang hat – sondern erst nach Erlaubnis. Aber ein Einbrecher setzt sich klar und mit Gewalt darüber hinweg. Das empfinden Betroffene als einen Kontrollverlust, der ihnen Angst macht. Und diese Angst kann sich unterschiedlich äußern – in Formen einer inneren Anspannung wie Schlafstörungen oder nervösen Unruhen. Es kommt auch zu Reaktionen, die wir als vegetative Übererregbarkeit bezeichnen: Schwitzen, Frieren, Schreckhaftigkeit. Die psychischen Folgen sind manchmal so extrem, dass Menschen ihre Wohnung oder ihr Haus aufgeben, weil sie es am Ort des Geschehens nicht mehr aushalten.“

 

>>Cicero<<

„Ein Rechtsstaat, der wie in Berlin zwar Raucher von E-Zigaretten auf Bahnhöfen zur Rechenschaft zieht, nicht aber die wenige Meter entfernt stehenden Drogenhändler aus Nordafrika, hat sich faktisch selbst aufgegeben – aus Bequemlichkeit und Konfliktscheu. Dass dies unter der Verantwortung einer SPD-geführten Landesregierung und eines sozialdemokratischen Innensenators geschieht, ist eine Schande. Denn ein funktionierender Rechtsstaat ist die beste Versicherung für alle, die sich ihre Sicherheit nicht erkaufen können.“

 

>>Focus<<

„Das Schlagwort „Gated Community“ geistert in Deutschland durch die Gazetten, seit 1998 in Potsdam die Wohnanlage „Arcadia“ bezugsfertig wurde. Eine Fläche von 28 000 Quadratmetern in der von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannten Parkanlage am Ufer der Havel, auf der acht luxuriöse Stadtvillen Platz gefunden haben, ist seither mit einem hohen Sicherheitszaun umgeben und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Mehrere am Zaun installierte Videokameras, Bewegungsmelder und eine Alarmanlage werden rund um die Uhr von sogenannten Doormen überwacht. Sie sitzen im Pförtnerhäuschen am Eingangstor und lassen nur angemeldete Besucher hinein. Die Doormen in Arcadia sind nicht nur für die Sicherheit zuständig, sondern auch für Serviceleistungen wie Reparaturen oder Bringdienste.“

 

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Mittlerweile sollen in dem umzäunten Wohnviertel 43 Menschen leben. Arcadia ist ausverkauft. “

 

>>Berliner Mietverein<<

„Gated Communities sind der extremste Ausdruck der sozialen Abgrenzung einer kleinen Bevölkerungsgruppe gegenüber dem städtischen Umfeld. Sie widersprechen der Idee der Stadt als offenes, demokratisches, sozial integrierendes Gemeinwesen. Gerade in Zeiten zunehmender Verdichtung geht der Allgemeinheit damit öffentlicher Raum verloren. Im Extremfall können sich in Gated Communities isolierte Parallelgesellschaften herausbilden. Auch in Berlin trennen Zäune inzwischen Arm und Reich – die baulichen Maßnahmen entsprechen den Mauern im Kopf. Gleich und gleich gesellt sich gern, und wer viel zu verlieren hat, will auch viel Sicherheit. Der Zugang zu den Gebäuden der Allées des Châteaux in Berlin-Buch wird über die einzelnen Wohnungen gesteuert. Nur mit entsprechenden Sicherheits-Cards kommen Fahrzeuge auf das Areal.“

Es gibt eine ganze Reihe von Menschen die es lieber vorziehen – wie es hohe Politiker aus Berlin empfehlen – in Sicherheit zu leben.

 

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