Stromausfall: „Notversorgung mit Essen und Getränken könne jedoch nicht gewährleistet werden“

Screenshot thedudeoffood.com

Die Gefahren von großflächigen Stromausfällen oder flächendeckenden Blackouts nehmen ständig zu. Die Risiken hierbei, werden von den Behörden großteils ignoriert oder herunter gespielt. Aber schon kleinere Stromausfälle vermitteln einen kleinen Eindruck davon: Wie ernst die Lage in solchen Fällen ist. Neben der Grundversorgung von Essen und Trinken, stehen plötzlich noch ganz andere elementare Grundbedürfnisse plötzlich zur Disposition.

Die Unterschiede zwischen Blackout und Stromausfall

>>Bild<<

„ZUM BLACKOUT 34 000 Berliner ohne Strom – Wie kann das passieren? … Als am Dienstagnachmittag die Lichter in weiten Teilen Berlin-Köpenicks ausgingen, ahnte noch keiner, was für die nächsten 29 Stunden blüht.“

Bei einen Blackout braucht es Tage „nur“ um das Netz wieder hochzufahren

Anders als Bild in großen Lettern Verkündet, war es in Wirklichkeit kein Blackout, sondern „nur“ ein Stromausfall. Bei einen richtigen Blackout, fiele der Schaden erheblich größer aus und es hätte viel länger gedauert, um das Netz wieder hoch zu fahren. Aber der Vorfall liefert schon mal einen Vorgeschmack: Auf die künftige Energiewende.

Essen und Trinken: Besonders Schwangere, Säuglinge, Kranke und Alte Menschen betroffen

>>Welt<<

„Wegen des folgenschweren Stromausfalls bleiben am Mittwoch auch Schulen und Kitas in den betroffenen Ortsteilen geschlossen, wie das Bezirksamt am späten Dienstagabend mitteilte. Drei Tramlinien der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind zudem seit Mittwochmorgen unterbrochen. … Vom Stromausfall betroffene Köpenicker können inzwischen mehrere Schulen aufsuchen, um sich aufzuwärmen oder ihr Handy aufzuladen. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick veröffentlichte am Mittwoch auf seiner Internetseite zu diesem Zweck eine Liste mit fünf Schulen. Eine Notversorgung mit Essen und Getränken könne jedoch nicht gewährleistet werden, hieß es.“

Ein Säugling braucht warme zubereitete Mahlzeiten

Notversorgung mit Essen und Getränken“ – was auf den ersten Blick trivial klingt, hat es aber in Wirklichkeit in sich. Ein Säugling kann nicht einfach ein rohes Stück Fleisch essen, um es überspitzt zu formulieren. Seine Organe sind noch nicht voll entwickelt und es ist auf temperierte und vorzugsweise abgekochte Speisen angewiesen. Eigentlich ganz harmlose Bakterien, wirken auf einen Säugling ganz anders als auf einen erwachsenen Menschen aus. Vergleichbares gilt für alte Menschen. Häufig haben sie noch dazu schlechte Zähne und zugleich ist Zahnersatz, in der heutigen Zeit zu einen echten Luxusgut geworden.

Viele Allergiker können keine Lebensmittel aus Dosen zu sich nehmen

Viele Allergiker können nicht einfach eine Dose aufmachen und den Inhalt daraus essen. Aber ohne Strom, lassen sich viele Nahrungsmittel schlicht nicht zubereiten. Auch Herzschrittmacher müssen regelmäßig geladen werden. Ein Stromausfall trifft also in erster Linie die Schwächsten unser Gesellschaft.

Herzschrittmacher benötigen Strom

>>Spiegel<<

„Die Polizei in Berlin teilte mit, sie fahre in dem betroffenen Gebiet verstärkt Streife, „um Sie sicher durch die Nacht zu bringen“.

Wenn der Notruf nicht funktioniert

Was die Polizei hier mit flapsigen Worten abtut, ist in Wahrheit ein echtes Problem. Ein zeitlich und räumlich begrenzter Stromausfall, mag gewiss noch aus Sicherheitsaspekten zu handhaben sein. Aber die entscheidende Frage lautet: Was passiert bei einen großflächigen Blackout? Selbst der Staatsfunk muss zerknischt zugeben: „Mobilfunk und Festnetz funktionieren bei vielen nicht, auch der Notruf 112/110 ist betroffen.“ Bei einen großflächigen Blackout, dürften sich die Sicherheitskräfte darauf beschränken, einige öffentliche Einrichtungen (Behördencodewort: „Kritische Infrastruktur“ ) zu beschützen: Alle anderen bleiben dann sich selbst überlassen.

Behördencodewort: „Kritische Infrastruktur

Denn bei einen großflächigen Blackout muss das Stromnetz erst wieder sukzessive hochgefahren werden und alleine das: Kann mehrere Tage dauern. Die Leidtragenden dürften auch hier, in erster Linie die Schwächsten unser Gesellschaft sein. Genau jene, die sich am schlechtesten wehren können. Von amtlicher Seite hält man sich zu dem Thema sehr bedeckt, verweist auf nichts-sagende Veröffentlichungen oder erklärt sich: So wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, bequemerweise für nicht zuständig.  Es wird sich nicht mal die Mühe gemacht, den Unterschied zwischen einen gewöhnlichen Stromausfall und einen richtigen Blackout zu erklären. Die entscheidenden Sicherheitsaspekte, kommen hier nicht mal ansatzweise zu Sprache.

Katastrophenschutz der Behörden oder Ratgeber für den nächsten Campingausflug?

Die ganze Anleitung wirkt eher wie ein Ratgeber für den nächsten Campingausflug. Aber die Behörde agiert nun mal so, wie jede Behörde heutzutage agiert. Die Stromnetze und Polizeiaufgaben unterliegen anderen Zuständigkeiten, sprich: Niemand ist für nichts zuständig. Oder wahlweise: Die organisierte Verantwortungslosigkeit.

 

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