Kulturelle Kompatibilität: Die vorprogrammierten Konflikte

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Kulturellen Kompatibilität: Beschreibt ein Phänomen, ob bestimmte fremde Kulturen zueinander passen. Indem innerhalb eines fest definierten Kulturkreises bestimmte Werte gelebt werden oder eben nicht. Passen diese Werte nicht zueinander, dann kommt es unweigerlich zu Konflikten.

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„In der Tat muss man sich fragen, warum es arme, teils kaum gebildete vietnamesische Flüchtlinge, die nach einer schweren Flucht traumatisiert aus einem kriegsgebeutelten Land kamen, geschafft haben, sich in einer völlig anderen Kultur im Westen zurechtzufinden. Der Wirtschaftspädagoge Rolf Dubs von der Universität St. Gallen sieht vier Gründe für diesen Erfolg: Ordnung, diszipliniertes Lernen, intensive Betreuung durch Eltern wie Lehrer – und die konfuzianisch-buddhistisch geprägte Kultur, die der Bildung höchste Priorität einräumt. Deshalb würden Länder aus dem südostasiatischen Kulturkreis bei der PISA-Studie auch meist besser abschneiden als viele europäische Staaten. Es spielt darüber hinaus sicherlich eine große Rolle, wie Kulturen aufeinander blicken. Die Vietnamesen sehen Europa nicht als ihren historischen Feind. Sie müssen ihre Kinder nicht davor warnen, westlich zu leben. Für sie bedeutet »westlich« in erster Linie Bildung, Disziplin und Fleiß. Alles Werte, die sie auch in ihrer Kultur finden. Hinzu kommt, dass Themen wie Sexualität und Ehre bei der Erziehung der Kinder kaum eine Rolle spielen. Die deutschen Soziologen Helmut Gillmeister und Jürgen Fijalkowski sprachen bereits 1997 von einer »kulturellen Kompatibilität«, die – sofern vorhanden – eine Integration erleichtert. Der Ethnologe Frank Weigelt, der seine Dissertation über die vietnamesische Diaspora in der Schweiz geschrieben hat, neigt ebenfalls zu dieser These. Selbstverständlich muss man immer betonen, dass weder Ethnien noch Menschen, die einer Religion angehören, einheitliche Blöcke bilden. Es geht immer um Individuen, und deshalb gibt es auch viele Muslime, die gebildet und gut integriert sind und Vietnamesen, die Probleme mit der Justiz haben. Man kann noch nicht einmal pauschal von »Türken« sprechen, denn es gibt viele Unterschiede zwischen Kurden, Aleviten und Sunniten. Und dennoch halte ich es für legitim, bestimmte Verhaltensweisen bestimmen Kulturen zuzuschreiben. Eine Kultur, die sich mehr auf das Jenseits konzentriert als auf das irdische Leben, kann vermehrt fatalistisch denkende Menschen hervorbringen. Eine Kultur, die die Sexualität tabuisiert und die Geschlechtertrennung hochhält, erzeugt verklemmte, sozial inkompetente Individuen, die sich in einer freien, offenen Gesellschaft nicht zurechtfinden. Eine Kultur, die sich selbst als die moralisch bessere Alternative zum Rest der Welt sieht, erlegt ihren Anhängern eine schwere Bürde auf im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Dagegen erleichtert eine Kultur, die den Respekt für die Menschen und die Harmonie mit der eigenen Umgebung nicht von der Religion abhängig macht, den eigenen Anhängern, sich in fremden Kulturen besser einzufügen.“

 

>>Bayernkurier<<

„In Augsburg könnte die Mehrheit der in der Stadt lebenden Menschen schon bald ausländische Wurzeln haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, aus der die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf Integrationsexperten zitiert. Zusammen mit Frankfurt und Stuttgart könnte die Fuggerstadt zu den ersten Großstädten der Bundesrepublik gehören, in deren Menschen mit Migrationshintergrund die Bevölkerungsmehrheit stellen. Aktuell hat im Schnitt jeder fünfte Bürger in Deutschland inzwischen ausländische Wurzeln. Gerade in Ballungszentren steigt ihr Anteil stetig. Zwar habe über die Hälfte von ihnen mittlerweile einen deutschen Pass, berichten die Integrationsexperten weiter. Dennoch stünden die Städte vor großen Integrationsherausforderungen. Das Land werde sich verändern, sagte etwa der Fachmann Jens Schneider der Augsburger Allgemeinen. Doch genau davor hätten viele Deutsche Angst.“

 

>>Spiegel<<

„In Westeuropa läuft ein Experiment, das in der Geschichte der Migration einzigartig ist: Länder, die sich als monoethnische, monokulturelle und monoreligiöse Nationen definiert haben, müssen ihre Identität wandeln. Wir wissen nicht, ob es funktioniert, wir wissen nur, dass es funktionieren muss.“

 

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